Uni-Sex – Der große Mythen-Check - Teil 5
Weniger Stress = mehr Sex?

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Klischees über Sex am Campus und Studenten gibt es jede Menge. UNICUM ist dem Wahrheitsgehalt von sechs Sexmythen auf den Grund gegangen - zusammen mit Studenten, Experten und einer großen Umfrage.

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Der Bachelor sorgt für schlechteres Sexleben!
Fakt ist, durch den Bachelor hat der Prüfungsstress für alle zugenommen. Die Diplom-Psychologin Gabriele Bensberg rät in ihrem Buch"Survivalguide Bachelor" angehenden Studenten: "Als Mann musst du damit rechnen, dass Frauen Wert auf ein Vorspiel legen, wofür dir wahrscheinlich die Zeit fehlt, wenn du das Studium ernst nimmst. Als Frau solltest du daran denken, dass dir ein auf zwei Minuten begrenzter Quickie nicht viel bringt, dir für mehr aber vor allem in Prüfungszeiten kaum Zeit zur Verfügung stehen wird." Das Ganze sei natürlich ironisch gemeint, versichert die Autorin auf Anfrage. Doch über die Realität können die Betroffenen nicht lachen. Unsere UNICUM Umfrage ergab: Mehr als ein Drittel der Befragten haben in den Prüfungsphasen weniger Sex als sonst. Sechs Prozent geben an, dann gar keinen Sex zu haben. "Der Unistress zerstört mein Sexleben", fasst es ein Teilnehmer der Umfrage zusammen.
Die Gründe dafür reichen von schlichter Zeitnot, Stress bis hin zu Existenzängsten, wie Therapeutin Beatrice Poschenrieder berichtet: "Ich höre in meiner Beratungspraxis öfter: 'Ich steuere schon auf die 30 zu, habe noch keinen Studienabschluss, da finde ich doch keinen Job mehr'. Das kann zu Existenzängsten, Burn-out und depressiven Verstimmungen führen und das ist für Sexualität tödlich." Die zunehmenden Leistungskontrollen in Form von Klausuren verschärfen dieses Problem, betreffen aber dabei die besonders Starken und Schwachen. Sexualforscher Konrad Weller fand bereits in den 80er Jahren heraus, dass die leistungsstärksten und leistungsschwächsten Studenten sexuell inaktiv waren. "Die Leistungsstärksten sind einfach fokussierter aufs Studium. Und diejenigen, die immer Angst haben vor der Exmatrikulation, haben natürlich auch Stress, der auf die Libido schlägt." Dabei kann gerade Sex die Lösung im stressigen Alltag sein. "Sexualität ist eine riesengroße Ressource, auch und gerade im Studium", ergänzt Konrad Weller. Das findet übrigens auch Stuart Brody. Der Psychologe der schottischen Paisley Universität fand 2006 heraus: Sex hilft gegen Prüfungsstress. Einziger Wermutstropfen: Selbstbefriedigung hat eine deutlich schlechtere Anti-Stress-Wirkung.



