Das BAföG-Alphabet

Alles Wissenswerte zur staalichen Geldspritze

Das BAföG, oder Bundesausbildungsförderungsgesetz, soll jedem jungen Menschen eine Ausbildung ermöglichen, und zwar unabhängig von sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen. So sieht die Theorie aus, doch vor der Praxis stehen Formulare, Gesetze und Ämter, die erst mal durchschaut werden wollen.

Das kleine BAföG-Alphabet soll euch den Weg durch den Formulardschungel ein wenig erleichtern...

Achtung: Seit Oktober 2010 gibt es einige Neuerungen.

Die vollständigen Gesetzestexte gibt es hier.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Y Z

A wie

Altersgrenze
Ab dem vollendeten 30. Lebensjahr besteht in der Regel kein Anspruch mehr auf eine Förderung. Seit der Neuerung des Gesetzes Anfang Oktober 2010 wurde die Grenze für Masterstudiengänge auf 35 erhöht. Zudem gibt es einige Ausnahmen.

Antrag
Für einen formgerechten Antrag benötigst du folgende Formulare:
1. Formblatt 1
2. Anlage zu Formblatt 1
3. Formblatt 2 (wird von der Hochschule ausgestellt)
4. Mietbescheinigung
5. Formblatt 3
6. Einkommensunterlagen

Die Formblätter kannst du entweder hier herunterladen und ausdrucken, oder du bekommst sie in deinem zuständigen Studierendensekretariat. Die Antragsstellung bei einem Studium im Inland erfolgt bei den Studentenwerken der Hochschulen.
Für die Auslandsförderung sind die zentralen Auslandsämter zuständig. Die Ansprechpartner für die einzelnen Länder findest du hier.

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B wie

Bedarf
Bei der Feststellung des Bedarfs wird unterschieden, ob du bei deinen Eltern oder zur Miete wohnst. Wenn du noch zuhause wohnst, ist dein maximaler Bedarf 422 Euro. Wenn du alleine zur Miete wohnst, gelten 597 Euro. Hinzu kommt jeweils ein Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag von 73 Euro.

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C wie

Chronisch pleite
Der andauernde Geldmangel eines Studenten kann durch einen Bafög-Antrag verhindert werden! Selbst wenn der Fördertopf nur ein paar Euro ausspuckt, sollte jeder einmal einen Bafögantrag gestellt haben, auch wenn die Chancen noch so klein sind.

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D wie

Dauer
Die Förderungshöchstdauer entspricht der Regelstudienzeit des jeweiligen Studiengangs.Um die Fortschritte, die im Studium erzielt werden, zu dokumentieren, ist nach dem fünften Fachsemester ein Leistungsnachweis vorzulegen. In manchen Fällen ist auch eine verlängerte Ausbildungsförderung möglich.

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E wie

Elternunabhängiges BAföG
Wer entweder nach der Vollendung des 18. Lebensjahres mindestens fünf Jahre voll berufstätig war oder mit Ausbildung und Berufstätigkeit insgesamt sechs Jahre verbracht hat, hat in einem anschließendem Studium Chancen auf elternunabhängiges BAföG, bei dem die Vermögensverhältnisse der Eltern nicht mehr berücksichtigt werden.

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F wie

Förderungshöhe
Die Förderung nach BAföG geht vom Bedarfssatz aus, von dem Einkommen und Vermögen abgezogen werden. Berechne deinen persönlichen Betrag mit dem BAföG-Rechner.

Freibeträge
Die Freibeträge vermindern das zu berücksichtigende Einkommen von Eltern, Lebenspartnern oder dem Antragssteller selbst. Dabei gibt es einiges zu beachten. Eine detaillierte Übersicht findest du hier.

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G wie

GEZ
Spätestens wenn man ausgezogen ist und in einer eigenen Wohnung lebt, ist es irgendwann soweit: Der GEZ-Mann steht vor der Tür! Wer BAföG-berechtigt ist, kann ihn getrost wieder wegschicken, denn du kannst dich von den GEZ-Gebühren befreien lassen. Diese Befreiung muss allerdings jedes Jahr wieder pünktlich erneuert werden, sonst musst du doch bezahlen.

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H wie

Höchstleistungen
Nicht nur die Jobchancen erhöhen sich mit einem guten Abschluss. Wer unter den besten seines Jahrgangs ist, hat gute Chancen mehr Zuschuss auf die Rückzahlsumme des BAföGs zu bekommen. Dasselbe gilt für diejenigen, die ihr Studium schnell beenden.

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I wie

Informationen
Informationen, die du hier nicht findest, kannst du beim Studiensekretariat deiner Universität bekommen. Hier liegen auch die Formulare aus, die du für deinen Antrag benötigst. Oder schau dich auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung um.

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J wie

Jahr
Die Förderung durch BAföG wird immer nur für einen begrenzten Zeitraum bewilligt. Üblicherweise beträgt dieser Zeitraum ein Jahr. Um dein Geld auch über diesen Bewilligungszeitraum hinweg zu erhalten, solltest du dich mindestens zwei Monate vor Ablauf des Zeitraums um einen Folgeantrag kümmern. Diesen bekommst du bei deinem BAföG-Amt.

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K wie

Kindergeld
Studierende erhalten zurzeit bis zu ihrem 25. Lebensjahr Kindergeld, sofern sie nicht mehr verdienen als 8.004 Euro im Jahr. Studierenden-BAföG wird dabei zu 50% als Verdienst gewertet.

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L wie

Leistung
BAföG gibt es nicht fürs Nichtstun. Spätestens im fünften Semester verlangt das BAföG-Amt von seinen Schäfchen eine Bescheinigung über die bisher erbrachten Leistungen (Formblatt 5). Normalerweise  solltest du zu diesem Zeitpunkt deine Zwischenprüfung abgelegt oder je nach Studiengang dein Vordiplom erreicht haben. In anderen Studiengängen wie Bachelor- oder Masterstudiengängen wird dieser Leistungsstand anhand der erreichten ECTS-Credits gemessen.

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M wie

Mietkosten
Zu den Mietkosten zählen die Kaltmiete, Heiz-,Strom- und Wasserkosten. Früher richtete sich der Zuschuss nach Höhe der Miete. Seit Oktober 2010 gibt es nur noch eine Wohnpauschale von 224 Euro (bzw. 49 Euro, wenn du noch zu Hause lebst). Diese ist jedoch schon im Bedarfssatz eingerechnet.

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N wie

Nachwuchs
BAföG-Bezieher mit Kind erhalten zusätzlich 113 Euro monatlich. Für jedes weitere Kind gibt es 85 Euro Zuschuss, der in beiden Fällen später nicht zurückgezahlt werden muss.

Nebenjob
Statt bisher 350 dürfen nun maximal 400 Euro verdienen werden, ohne dass das Geld auf das BAföG angerechnet wird. Insgesamt sind pro Jahr also maximal 4.800 Euro erlaubt.

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O wie

Organisation
Damit du nicht die ersten Monate deines Studiums von der Hand in den Mund leben musst, solltest du deinen BAföG-Antrag so früh wie möglich stellen. Erkundige dich am besten schon vor deiner Immatrikulation, welche Unterlagen du brauchst und wo das BAföG-Amt an deiner Uni ist. Vergiss auch nicht, regelmäßig einen Folgeantrag zu stellen.

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P wie

Praktikum
Wenn im Rahmen deines Studiengangs ein Pflicht-Praktikum vorgeschrieben ist, werden dir die daraus bezogenen Einkünfte nicht auf dein Bafög angerechnet. Lohn aus freiwilligen Praktika zählt dagegen als normaler Arbeitslohn und wird zu 50% berechnet.

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Q wie

Qualvoll
ist oft das Ausfüllen der Formulare. Wenn du dabei Hilfe benötigst, wende dich vertrauensvoll an dein jeweiliges BAföG-Amt.

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R wie

Rückzahlung
Zum Ende der Förderungsdauer wirst du über die Rückzahlungssumme und die Rückzahlungsmodalitäten informiert. Fünf Jahre nach dem Ende der Förderungsdauer wird dann spätestens die erste Rückzahlungsrate fällig, außer, du kannst nachweisen, dass du nicht die finanziellen Mittel dazu hast. Die Rückzahlungsdauer beträgt in der Regel 20 Jahre. Die monatliche Rückzahlungsmindestrate beträgt zur Zeit 105 Euro, gezahlt wird quartalsweise. Wenn das Darlehen vorzeitig teilweise oder ganz zurückgezahlt wird, kann dir ein Nachlass auf die Schuld gewährt werden. Wenn du dein Studium besonders schnell oder besonders gut abschließt, hast du gute Chancen, dass dir auch aus diesen Gründen ein Teil der Schuld erlassen wird.

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S wie

Stipendien
Begabungs- und leistungsabhängige Stipendien bleiben bis zu 300 Euro pro Monat anrechnungsfrei. Bei nicht monatlich gezahlten Stipendien erfolgt eine Umrechnung auf den Monatsdurchschnitt.

Studentenwerk
Zuständig für deinen BAföG-Antrag ist das Studentenwerk deiner Hochschule. Hier bekommst du alle nötigen Formulare und es gibt Ansprechpartner, die dir bei Fragen weiterhelfen können.

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T wie

Teilzeitstudium
Entweder ganz oder gar nicht: Eine BAföG-Förderung ist nur bei einem Vollzeit-Studium möglich.

Telefon
BAföG-Empfänger können bei der Telekom den Sozialtarif beantragen und damit günstiger telefonieren. Du musst einfach deinen BAföG-Bescheid vorlegen und schon bekommst du monatlich ein Gesprächsguthaben geschenkt. Infos gibt es hier.

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U wie

Unterhaltsvorschuss
Wenn deine Eltern nicht zahlen wollen, gibt es die Möglichkeit, einen Unterhaltsvorschuss zu beantragen, damit ihr fürs erste über die Runden kommt. Das BAföG-Amt holt sich das Geld dann bei euren Eltern zurück.

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V wie

Vermögen
Ein vorhandenes Vermögen wird vom BAföG-Bedarf abgezogen. Anrechnungsfrei bleiben jedoch: 5.200 Euro für den Antragssteller selbst, 1.800 Euro für den Lebenspartner und ebenfalls 1.800 Euro für jedes Kind des Auszubildenden. Ein Tipp: Haushaltsgegenstände werden nicht zum Vermögen hinzugerechnet. Wenn du vor der Antragsstellung also zuviel Geld besitzt, könntest du auch einfach fleißig shoppen gehen, und in Dinge invesieren, die du ohnehin gebrauchen kannst und die ihren Wert nicht so schnell verlieren.

Versicherungen
Der BAföG-Zuschlag für die Kranken-und Pflegeversicherung erhöht sich von 59 Euro auf insgesamt 73 Euro. Der Grund: gestiegene Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, die für Studierende ab dem 25. Lebensjahr fällig sind.

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W wie

Wahrheit
Vor nicht allzu langer Zeit wurde den BAföG-Schummlern der Kampf angesagt. Die Kontrollen sind schärfer geworden und die Strafen härter. Deshalb sollte man beim Ausfüllen der Formulare immer Ehrlichkeit walten lassen.

Wechsel
Mit dem Sudienfach nicht ganz zufrieden? Sofern ein triftiger Grund vorliegt und der Wechsel vor dem vierten Semester erfolgt, erhaltet ihr auch nach erstmaligem Fachrichtungswechsel weiterhin die Normalförderung, also einen hälftigen Zuschuss plus zinloses Darlehen. Vor der Neuerung des Gesetzes wurde ein Teil des neuen Studiengangs nur noch mit Bankdarlehen gefördert. Ein Wechsel der Art der Ausbildungsstätte wird übrigens als Ausbildungsabbruch gesehen.

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Y wie

Yacht
Wenn du beim Ausfüllen der Formulare das Feld vermisst, in das man seine Yachten und Privatjets eintragen kann, solltest du dich eher auf einen negativen Bescheid des BAföG-Amtes gefasst machen. Für alle anderen gilt: Ran an die Formulare!

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Z wie

Zwischenprüfung
Nach dem vierten Semester wird in der Regel die Vorlage des fünften Formblattes nötig, mit dem man seinen Leistungsstand dokumentiert. Bei Magisterstudiengängen muss zu diesem Zeitpunkt die Zwischenprüfung abgelegt und bestanden worden sein und bei anderen zählt der Leistungsstand, der im Normalfall bis dahin erreicht sein sollte. Wie dieser dokumentiert werden soll, musst du bei deinem zuständigen BAföG-Amt erfragen.

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