Versicherungen für Studenten
Versicherungen gibt es wie Sand am Meer. Wir verraten euch, welche während des Studiums unverzichtbar sind und welche ihr euch sparen könnt.
Heidi Klum hat ihre Beine versichern lassen, J.Lo ihren Po und US-Footballstar Troy Polamalu seine Haare. Über Sinn und Unsinn lässt sich vortrefflich streiten. Fakt ist: Ihr werdet diese Versicherungen sicherlich nicht brauchen. Für Studenten sind andere Policen wesentlich wichtiger.
Wer an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule eingeschrieben ist, ist versicherungspflichtig. Ihr müsst also bei der Immatrikulation einen Nachweis über euren Krankenversicherungsschutz (der die ebenfalls verpflichtende Pflegeversicherung einschließt) erbringen.
In der Regel seid ihr über eure Eltern beitragsfrei familienversichert. Die Familienversicherung gilt bis zu eurem 25. Lebensjahr (verlängert sich automatisch um die Zeit des Wehr- oder Ersatzdiensts), solange ihr nicht mehr als 360 Euro pro Monat verdient. BAföG und Unterhaltszahlungen eurer Eltern werden nicht angerechnet.
Für alle anderen gilt die studentische Krankenversicherung. Dabei handelt es sich um eine gesetzliche Krankenversicherung zu einem vergünstigten Tarif (64,77 Euro pro Monat). Ihr habt bis zur Vollendung des 30. Lebensjahrs, bzw. bis zur Vollendung des 14. Fachsemesters Anspruch auf diese Versicherung. Seid ihr BAföG-berechtigt, erhöht sich euer BAföG-Bedarfssatz um 62 Euro.
Wer sich lieber privat versichern möchte, kann sich von der Versicherungspflicht befreien lassen. Dieser Schritt sollte jedoch gut überlegt sein. Ihr könnt euch nur innerhalb der ersten drei Monate nach der Immatrikulation befreien lassen. Eine nachträgliche Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht möglich. Bevor ihr euch also befreien lasst, solltet ihr unbedingt mit eurer Versicherung sprechen und alle Eventualitäten klären.
Übrigens: Für Studenten an Berufsakademien, privaten Hochschulen und in dualen Studiengängen gelten andere Regeln. Da auch der Arbeitgeber bei der Krankenversicherung eine Rolle spielt, ist die versicherungsrechtliche Einordnung in diesen Fällen nicht ganz leicht. Ihr solltet in diesem Fall vor dem Studienantritt mit eurer Krankenversicherung den Versicherungsschutz klären.
Haftpflichtversicherung
Solange ihr noch bei euren Eltern wohnt und euer erstes Studium absolviert, seid ihr über deren Haftpflicht mitversichert. Je nach Police greift dieser Schutz bis zum 25., 27. oder 30. Lebensjahr. Prüft sicherheitshalber das Kleingedruckte.
Sofern ihr schon in euren eigenen vier Wänden wohnt, solltet ihr eine auf eure Lebensverhältnisse abgestimmte Privathaftpflichtversicherung abschließen. Die kostet meist nicht mehr als 50 Euro pro Jahr und sichert Schäden ab, die ein Versicherungsnehmer im Rahmen seiner privaten Lebensführung verursacht. Helft ihr beispielsweise einem Nachbarn beim Umzug und beschädigt dabei seine Möbel, springt die Haftpflichtversicherung ein.
Berufsunfähigkeitsversicherung
Auch wenn ihr euch durch euer Studium erst für den späteren Beruf qualifizieren wollt, solltet ihr euch möglichst früh gegen alle Eventualitäten absichern. Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört dazu. Die zahlt euch im Invaliditätsfall eine Rente.
Die Beitrags- und spätere Rentenhöhe hängt von mehreren Faktoren ab. Das sind unter anderem:
- Das Eintrittsalter
- Das Alter, bis zu dem die BU-Rente gezahlt wird
- Die Berufsgruppe
- Der Gesundheitszustand
- Individuelle Tarifklauseln
Studenten sollten gerade den Gesundheitsaspekt bedenken. Mit Anfang/Mitte Zwanzig sollte eure gesundheitliche Vorbelastung noch gering sein, die Beitragshöhe ist entsprechend gering. Sobald eure Krankenakte jedoch Vorerkrankungen auflistet, steigen die Beiträge. Unter Umständen kann eine Versicherung euch sogar ganz ablehnen. Vor Versicherungsbeginn müsst ihr euch nämlich einer Gesundheitsüberprüfung stellen.
Private Altersvorsorge
Im Gegensatz zu euren Eltern müsst ihr länger arbeiten, mehr in die Rentenkasse einzahlen und bekommt am Ende weit weniger raus, als ihr eingezahlt habt. Mehr muss man nicht sagen, um zu verdeutlichen, wie wichtig die private Altersvorsorge ist. Um einen halbwegs angenehmen Lebensabend zu verbringen, könnt ihr nicht früh genug anfangen, Rücklagen zu bilden. Denn: Je früher ihr beginnt desto weniger müsst ihr investieren, um ein großes Vermögen anzusammeln. Der Zinseszins-Effekt in seiner schönsten Form. Weiterer Vorteil: Ihr müsst keine Gesundheitsüberprüfung über euch ergehen lassen. Das erleichtert den Vertragsabschluss.
Weitere Infos findet ihr auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung.
Weitere sinnvolle Versicherungen
Die oben beschriebenen Versicherungen sollten ein Muss für euch sein. Daneben gibt es aber auch weitere sinnvolle Versicherungen. Pendler, die viel mit dem Auto unterwegs sind, sollten über eine Verkehrsrechtsschutzversicherung nachdenken. Ein selbstverschuldeter Unfall kann vor Gericht schließlich schnell teuer werden. Wer generell viel unterwegs ist, sollte über eine Unfallversicherung nachdenken. Der Weg von und zur Uni ist zwar über die Hochschule versichert, alle anderen Aktivitäten im Freien jedoch nicht. Und ratet einmal, wo die meisten Unfälle passieren?
Auslandskrankenversicherungen sind für Reiselustige interessant. Für 30 bis 100 Euro pro Jahr sind sie nicht besonders teuer, decken jedoch die medizinische Versorgung im Ausland ab. Bei Auslandssemestern kann es sich besonders lohnen, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, da viele ausländische Hochschulen einen Versicherungsnachweis verlangen. Liegt der nicht vor, müsst ihr die (teils sehr teure) Versicherung der ausländischen Uni abschließen.
Die oft genannte Hausratversicherung lohnt sich nur, wenn ihr teure Möbel oder Technik im Haus habt. Da Studentenbuden in der Regel aber nicht wie im Möbelhaus aussehen, könnt ihr diese Police getrost ignorieren.










