Medizinstudenten übersetzen kostenlos ärztliche Befunde
Was eine Trachealstenose, ein Ödem oder eine Cephalgie ist, muss nicht jeder wissen. Sollte aber einer dieser Begriffe auf eurem Befundbescheid vom Arzt stehen, wollt ihr wohl doch wissen was das heißt. Damit das nun ganz einfach vom heimischen PC aus funktioniert, haben zwei Medizinstudenten aus Dresden ein Internetportal gegründet.
Washabich.de soll den Menschen ihre ärztlichen Befunde erklären. Jeder kann kostenlos die Befunde eingeben oder hochladen und innerhalb einer kurzen Zeit eine "Übersetzung" bekommen. Betrieben wird die Seite von Anja Kersten und Johannes Bittner, die von Freunden nach ihren Arztbesuchen immer wieder gefragt wurden, was das Fachchinesisch auf ihren Befunden bedeutet. Inzwischen haben Kersten und Bittner 280 ehrenamtliche Mitstreiter gefunden, die als Übersetzer arbeiten. Trotz der zahlreichen Mitarbeiter ist washabich.de momentan überlastet, da mehr Befunde eingesendet werden, als das Team übersetzen kann. Es gibt eine Warteliste, die chronologisch abgearbeitet wird, um den Ansturm in den Griff zu bekommen. Die Betreiber suchen deshalb händeringend nach weiteren Medizinstudenten ab dem achten Fachsemester, die Lust haben Befunde zu übersetzten.
"Wir suchen noch Medizinstudenten die mitarbeiten möchten"
Die Seite ist, obwohl sie noch nicht lange besteht, jetzt schon ziemlich beliebt, denn inzwischen werden wöchentlich zwischen 200 und 450 Befunde hochgeladen - Tendenz steigend. Übersetzen kann washabich.de etwa 150 am Tag. Nachdem ein Befund übersetzt wurde, haben die Nutzer die Möglichkeit ein Feedback, vor allem zur Ausführlichkeit und zum Verständnis abzugeben. 70 Prozent nutzen momentan dieses Angebot und bewerten die Übersetzung überwiegend positiv. 20 bis 30 Prozent nutzen sogar die Möglichkeit eine Spende zu übermitteln. Von den Spenden werden 20 Prozent zur Aufrechterhaltung des Projekts genutzt, der Rest geht an den studentischen Mitarbeiter. "Die Übersetzer sollte ja auch belohnt werden, wenn jemand so zufrieden ist, dass er sogar spendet", erklärt Johannes in einem Interview mit Unicum. Kostenlos soll die Seite für Patienten trotzdem weiterhin bleiben.
"Wir ersetzen keinen Arztbesuch"
Da die beiden Medizinstudenten die Qualität der Seite sichern wollen, beschränken sie sich auf den Übersetzungsdienst und geben keine Therapieempfehlungen, keine Verdachtsdiagnosen und keine Beratung."Wir ersetzen keinen Arztbesuch. Der Patient soll nur bei einem Gespräch mit dem Arzt besser mitreden und sich beraten lassen können. Das soll auch geschehen, damit der Patient versteht, warum der Arzt bestimmte Medikamente verschreibt und warum es so wichtig ist, dass er diese nach den Anweisungen des Arztes einnimmt", stellt Bittner klar. In vielen Fällen erklären die Studenten nicht nur, was die einzelnen Begriffe des Befundes bedeuten, sondern auch die anatomische Gegebenheit des betroffenen bzw. erkrankten Körperteils für ein besseres Verständnis.
Die Seite ist nicht nur für Personen gedacht, die sich nicht getraut oder vergessen haben, ihren Arzt nach einer verständlichen Erklärung zu fragen, sondern auch für diejenigen, die die Erklärung schriftlich haben möchten, um immer wieder darauf zugreifen zu können.










