Diplomarbeitenbörse

(Fachbereiche): Agrarwissenschaften Landwirtschaft

BESTELLEN
Titel Untersuchung zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe 
Untertitel Globale Flächenbelegung Deutschlands für Produktion und Konsum tierischer Nahrungsmittel 
AutorIn Robert Busch 
Seiten 95 Seiten 
Hochschule Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2008 
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 3011637 
Sprache Deutsch 
Medien  
Inhaltsangabe
Einleitung:

Energiehunger - Treibhaus - Katastrophe - Revolution - Fieberkurve - Runderneuerung - epochale Herausforderung - Wegscheide - Grenzen des Wachstums - Verfall des Wohlstands - Öko-Katastrophen - Vernichtungsschlag gegen Klima und Atemluft - Wohlstandssause - Klimaapokalypse - dies sind Schlagwörter, zitiert aus dem Eröffnungsbeitrag zur globalen Erwärmung der Spiegel-Spezialausgabe zu neuen Energien, erschienen Anfang 2007. Wörter wie Katastrophe, Vernichtung, Verfall oder Revolution scheinen dramatisierend. Doch Jahrzehnte alte Warnungen von Umweltaktivisten haben an ihrer Dramatik nichts verloren. Im Gegenteil.

Der aktuelle Bericht des jüngst mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichneten Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) hält eine globale Erwärmung von bis zu 6,4 °C für möglich. Dies würde laut IPCC zu langanhaltenden Veränderungen der globalen Klimaprozesse führen. Sir Nicolas STERN, ehemaliger Chefvolkswirt der Weltbank und jetzt Chefökonom der britischen Regierung, versucht sich auf einer anderen Ebene an einer finanziellen Quantifizierung der Auswirkungen des Klimawandels. In der umfassenden Veröffentlichung Stern-Review: The Economics of Climate Change wird neben den Betrachtungen der Auswirkungen des Klimawandels auf soziale Komponenten wie Ernährung oder Kindersterblichkeit auch die Einwirkung auf die Ökonomien der Entwicklungsländer sowie der Weltwirtschaft abgeschätzt.

Entsprechend den Business-as-usual Szenarien gehen in Folge der Auswirkungen der Erwärmung global fünf bis 20 % der Konsumkraft verloren. Letzteres entspräche 5,5 Billionen Euro. Der Schaden wäre vergleichbar mit der Wirtschaftsdepression der 1930iger Jahre. Die Vielschichtigkeit der Folgen des Klimawandels ist einem Resüme des Berichts zu entnehmen: A warmer world with a more intense water cycle and rising sea levels will influence many key determinants of wealth and wellbeing, including water supply, food production, human health, availability of land, and the enviroment. Neben den teils schwer vermittelbaren und teils noch unvorhersehbaren ökologischen Auswirkungen auf den Naturraum auf globaler bis lokaler Ebene und damit auch auf den menschlichen Lebensraum, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass es ebenfalls zu weiterreichenden negativen ökonomischen Auswirkungen kommen kann.

Wenn es um die Auswege aus der prekären Situation geht, wird auch der Verbraucher immer wieder herangezogen. Seine Pflicht zu verantwortungsvollem Handeln und zu einem als notwendig erachteten Wandel in den althergebrachten Konsumweisen hin zu sparsameren, effizienteren, nachhaltigeren Mustern, kann wohl nur vermittelt werden, wenn ihm die Brisanz dieser komplexen und vielschichtigen Dynamik auf verständliche Art näher gebracht wird.

Mit der Verabschiedung des Kyoto-Protokolls im Jahre 1997 hat die Weltgemeinschaft einen ersten großen Schritt getan, um den Hauptverursacher des Klimawandels, den Ausstoß von Treibhausgasen, mittels eines verbindlichen institutionellen Rahmens zu senken. Darüber hinaus sind die nationalen Ziele der Bundesregierung um einiges ehrgeiziger. Ein Eckpfeiler der bundesdeutschen Strategie zur Senkung des Treibhausausstoßes ist die Förderung der erneuerbaren Energien. Deren Anteil an der Primärenergieversorgung soll in 2020 bei zehn Prozent liegen. Der Hoffnungsträger zum Erreichen dieser mittelfristigen Ziele ist die vielseitige energetische Verwendung von Biomasse in den Sektoren Strom, Wärme und Kraftstoffe. Die Anstrengungen von Politik und Wirtschaft verdichteten sich dabei zuletzt insbesondere auf den Kraftstoffsektor. Aufgrund der zahlreichen Interessen bei der Nutzung sogenannter Biokraftstoffe - folgend Agrokraftstoffe genannt - , welche sich nicht nur auf den klimapolitischen Rahmen beschränken, finden sie im englischsprachigen Raum vermehrt die Bezeichnung Freedom Fuels.

Doch wo Sonne ist, da gibt es auch Schatten. Die Nutzung von solarer Energie über den Umweg der Speicherung in Biomasse ruft auch negative Effekte hervor, deren Ausprägung und Ausmaß erst seit Kurzem intensiver in Wissenschaft und Presse diskutiert werden. Da es sich bei der Biomassenutzung derzeit zumeist um die Nutzung nachwachsender Rohstoffe aus der Land- und Forstwirtschaft und weniger um biogene Reststoffe handelt, stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem wichtigsten Wirtschaftsfaktor: der Fläche.

Landwirtschaftlich nutzbare Fläche scheint zwar in großem Umfang vorhanden, dennoch eröffnen sich zwei Problemstellungen. Zunächst steht dabei die Menge der global verfügbaren Fläche im Vordergrund, die auf langfristige Sicht unter nachhaltigen, umweltschonenden und sozial verträglichen Standards agrarisch genutzt werden kann, ohne eine zu große Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion oder stofflichen Biomassenutzung zu erzeugen. Zum zweiten drängt sich - insbesondere unter Berücksichtigung des weltweiten Bevölkerungswachstums, der geographisch unterschiedlich starken Ausprägung des Klimawandels sowie des Erlangens bzw. der Bewahrung annähernd gleicher Entwicklungschancen für alle Nationen und Regionen dieser Welt - die Frage eines gerechten Zugangs zu landwirtschaftlichen Nutzflächen und damit der Sicherung der Grundbedürfnisse einer jeden Nation und schussendlich eines jeden Menschen auf.

Gerade für Deutschland, das trotz umfassender und zumeist sehr ertragsreicher Acker- und Grünlandflächen zunehmend auf dem Import von energetischer Biomasse bzw. raffinierten Bioenergieträgern angewiesen ist, um die festgesetzten Ziele zu erreichen, ist es wichtig die Flächenproblematik zu beurteilen. Diese Beurteilung kann hilfreich dabei sein, eventuelle direkte oder indirekte negative Auswirkungen des Bioenergiebooms auszuloten, um richtungweisende Politikempfehlungen zu geben.

Ein Versuch, die flächen- und umweltwirksamen Folgen der bedarfsgerechten Versorgung Deutschlands mit stofflichen und energetischen Biomasserohstoffen bis zum Jahr 2030 zu bemessen und bewerten, wird einem aktuellen Forschungsvorhaben des Wuppertal-Institutes getätigt. Auftraggeber der Untersuchung namens "Nachhaltige Flächennutzung und nachwachsende Rohstoffe" ist das Umweltbundesamt. Auswertungen aus der vorliegenden Diplomarbeit steuern einen Teil zur möglichst vollständigen Beurteilung der Flächenthematik im Rahmen des Forschungsvorhabens bei. Generelles Anliegen ist die Quantifizierung der in- und ausländischen Inanspruchnahme agrarischer Flächen Deutschlands anhand zweier Business-as-usual (BAU) - Szenarien entsprechend der Befriedigung des prognostizierten Bedarfs an nachwachsenden Rohstoffen für stoffliche und energetische Nutzungen. Zusätzlich werden die spezifischen Umweltwirkungen ermittelt. Hierbei ergibt sich ein in seiner Aussagekraft zu den Flächen- und Umweltwirkungen differenziertes und mit dem Hintergrund des Nachhaltigkeitsanspruches in einigen wichtigen Punkten sehr kritisches Bild. Die dementsprechende Ausrichtung der Schlussfolgerungen und Politikempfehlungen zeigen einen neuen Charakter und widersprechen teils der derzeitigen politischen Auffassung und Zielsetzung.

Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit alternativen Flächenpotenzialen im Agrarbereich. Infolge eines reduzierten Nutztierbestandes, so die Annahme, werden weniger Futtermittel benötigt. Dadurch fallen im In- und Ausland Flächen aus der agrarischen Nutzung. Eine Verringerung der inländischen Nutztierproduktion bzw. des inländischen Konsum tierisch basierter Nahrungsmittel hätte somit eine Flächenfreisetzung zur Folge. Zentraler Punkt der Arbeit ist die Quantifizierung der globalen Freisetzungspotenziale, hinzu kommt eine Bewertung der weiteren Nutzungsoptionen dieser Flächen.

 
BESTELLEN

 

powered by:
Diplom.de

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)