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Inhaltsangabe:
Einleitung:
Die vorliegende Untersuchung möchte einen Beitrag zur Erforschung der Stadtbau- und Baugeschichte Velletri's in der italienischen Provinz Latium leisten. Es soll eine Übersicht über die städtebauliche Entwicklung Velletri's sowie über die Haustypologie und deren Konstruktionsmethoden vermittelt werden. Ziel ist die Stadt in ihrer Gesamtheit erfassen zu können, so dass eine Betrachtung von ihrer Gesamtheit (sprich die städtebauliche Entwicklung) bis ins Detail (Konstruktionsmethoden) erforderlich war.
Die Arbeit wurde im Rahmen des Seminares 'Laboratorio di Restauro' an der Università degli Studi Roma Tre in Rom im Jahr 2004 angefangen.
Zielsetzung der Arbeit soll die Klärung folgender Fragestellungen sein:
Ab wann kann man im Falle von Velletri von Stadt im typologischen Sinne sprechen?
Wie entwickelt sich die Stadt im Laufe der Zeit?
Inwieweit kann an diesem Ort eine Siedlungskontinuität seit der Frühzeit der Besiedlung nachgewiesen werden?
Da die Stadt in der Zeit sukzessive gewachsen ist, werden in den älteren Stadtgebieten - die im zweiten Teil der Arbeit untersucht werden - andere Haustypologien erwartet als in den Neueren.
Durch die Untersuchung von Grundrissgefügen und Konstruktionsmethoden soll diese Annahme unterstützt werden und dadurch eine Haustypologie für die Stadt erarbeitet werden. Lassen sich in Velletri vielleicht unterschiedliche Gebäudetypologien, abhängig vom alter der Stadtviertel, nachweisen oder existiert im gesamten Gebiet lediglich ein als charakteristisch anzunehmender Haustyp?
Die Arbeit gliedert sich in drei Teile, die in ihrer Reihenfolge wie Kettenglieder aufeinander aufbauen.
Im ersten Teil der Arbeit geht es um die Bestandsaufnahme der Entwicklungsgeschichte Velletri's. Es soll dem Leser ein Grundwissen über die naturräumliche Situation der Stadt und die geschichtliche Entwicklung der gesamten Region vermittelt werden. Dabei werden archäologische Funde sowie historische Fakten aus schriftlichen Quellen und der Literatur zusammengetragen, um auf der einen Seite die Siedlungsgeschichte dieses Gebietes darzustellen, auf der anderen Seite Aussagen über die Stadtausdehnung und Straßenverläufe zu ermöglichen.
Im ersten Teil des Kapitels wird sehr stark auf archäologische Funde eingegangen, vor allem auf die Dichte unterschiedlicher Materialkonzentrationen, da diese für eine spätere Rekonstruktion von Straßenverläufen sowie die Stadtausdehnung von wesentlicher Bedeutung ist. Ab mittelalterlicher Zeit wird ausschließlich anhand schriftlicher Quellen gearbeitet. Diese erlauben eine hinreichend genaue Auswertung der Bestandsaufnahme, die im Gebiet der Stadt Velletri zu erkennen sind.
Die einzelnen Karten sind nach Epochen sortiert und die untersuchten Bauwerke, anhand der Buchstaben identifizierbar, bieten so dem Leser einen Überblick über die Entwicklung Velletri's.
Der zweite Teil der Untersuchung ist ein möglicher Vorschlag, was die Entwicklungsgeschichte Velletri's anbelangt. Zunächst soll anhand der dargestellten archäologischen Befunde, kombiniert mit den Erkenntnissen aus den Quellen und der Literatur ein Vorschlag für die mögliche Besiedlung des Gebietes der heutigen Stadt Velletri's vom Paläolothikum bis zur Eisenzeit gemacht werden.
Im zweiten Kapitel wir die Frage der Stadtgründung erarbeitet. Daran schließt sich eine Untersuchung der Siedlungskontinuität an.
Um einen Vorschlag für die Stadtausdehnung und Straßenverläufen in vorrömischer und römischer Zeit formulieren zu können, stütze ich mich fast ausschließlich auf archäologische Funde, da diese sehr viele Informationen über die Lage, die Nutzung und die Datierung der Gebäude liefern. Dadurch werden wesentliche Daten für eine Rekonstruktion verfügbar. Außerdem soll anhand von antiken Funden untersucht werden, ob heilige Bezirke mit Kontinuität durch die Zeit genutzt wurden.
Die Untersuchung der Stadtausdehnung und der Straßenverläufe seit dem Mittelalter basiert im Wesentlichen auf schriftliche Quellen. Diese liefern umfassende Informationen über die Gestalt der Stadt. Untersucht werden dort öffentliche Bauten und Kirchen, da diese für die Ausdehnung der Stadt sowie die Lage der Hauptverkehrsstraßen ausschlaggebend sind.
Zum Schluss soll noch auf die Kriegsverluste eingegangen werden, spielen diese doch für die Haustypologieuntersuchung im nächsten Kapitel eine wichtige Rolle.
Im dritten Teil der Arbeit geht es um den Versuch der Bearbeitung aller bisher zusammengetragenen Fakten. Es geht um die Untersuchung von Parzellen- und Blockgrößen, Haustypologien und Konstruktionsmethoden, sowie verwendete Materialien. Hierbei werden Beispiele ausgewählt, die sich in den vorrömischen, römischen, mittelalterlichen und neuzeitlichen Stadtgebieten befinden, die im vorherigen Kapitel festgelegt wurden.
Ziel dabei ist herauszufinden, ob in allen Stadtteilen, die zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind, sich gleiche Haustypen und Konstruktionstechniken erkennen lassen, können diese auf ältere Zeiten zurückgeführt werden? Hat man diese im Laufe der Zeit verändert und den wechselnden Bedürfnissen der Bewohner angepasst?
Untersucht wurden verschiedene Beispiele, die wegen ihrer Zugänglichkeit, aufgrund wichtiger Informationen und ihrer Lage im Stadtraum ausgewählt wurden.
Unterschieden wird zwischen Hauptverkehrs- und Nebenstraßen, da die Bauten dort unterschiedliche Merkmale aufweisen können. Die meisten untersuchten Bauten befinden sich in Nebenstraßen, so dass eine höhere Authentizität in der Grundriss- und Fassadenorganisation sowie den Konstruktionsmethoden zu erwarten ist.
Im Zusammenhang mit der baulichen Untersuchung sind auch die Ausbaudetails wie Fenster, Türen, Decken und Mauerarten zu sehen. Lassen sich auch hier Gemeinsamkeiten feststellen, die zur Datierung der Bauwerke heranzuziehen sind?
Für ein besseres Verständnis wurde auf der Grundlage des CTR (Carta Regionale Territoriale) eine Karte angefertigt, in der alle untersuchten Gebäude kartiert werden.
Die Fassaden wurden vor Ort untersucht und sowohl fotografisch als auch in Form von Skizzen dokumentiert.
Eine weitere Hilfe dabei war die Befragung der Stadtbewohner, die wichtige Informationen geliefert haben.
Zum Schluss werden eine kurze Zusammenfassung und die Erkenntnisse daraus präsentiert.
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