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(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Management / Unternehmensführung Risikomanagement

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Titel Anwendung der Machbarkeitsstudie zur Entscheidungsfindung für die Realisierungsentscheidung am Beispiel Turmpark Magdeburg 
Untertitel  
AutorIn Patrick Volkmar Rumpf 
Seiten 164 Seiten 
Hochschule Hochschule Anhalt, Standort Bernburg Deutschland 
Art der Arbeit Bachelorarbeit 
Abgabe 2009 
Preis 48,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 90014147 
Sprache Deutsch 
Medien  
Inhaltsangabe
Einleitung:

Die Umnutzung von Wassertürmen stellt einen besonders anspruchsvollen Weg zur Erhaltung dieses, im wahrsten Sinne des Wortes, aus dem Siedlungsumfeld herausragenden Zeitzeugen der Industrie- und Architekturgeschichte dar. Die Erhaltung, dieses aus städtebaulicher Sicht prägenden Gebäudetypus, stellt Planer vor immer wieder neue Herausforderungen, da sie ihrer Funktion entsprechend nicht für den dauerhaften Aufenthalt von Menschen geeignet sind. In der mittelfristigen Vergangenheit wurden von vielen ambitionierten Architekten, Denkmalschützer, Planer und Entwickler mannigfaltige Nutzungsmöglichkeiten und Konzeptionen entwickelt, die dem Erhalt dieser, aufgrund der oft das Stad- und Landschaftsbild prägender Wirkung, unter Denkmalschutz gestellten Objekte, dienen.

Die 'Richtige', dem Standort angemessene, Art der Nutzung zu finden stellt in der Immobilien-Projektentwicklung oft das größte Problem dar, da erst aus der richtigen Interpretation der Fakten der Nährboden entsteht, aus dem Visionen zu zielgerichteten, rationalen und konkreten Ideen wachsen können. Zur theoretischen Analyse sämtlicher projektrelevanter Fakten hat sich in der Praxis die Anwendung der Machbarkeitsstudie bewährt. Diese verkörpert als Oberbegriff eine Vielzahl von Untersuchungen. Je nach Art und Umfang des Projekts sind zur vollständigen Beleuchtung aller Aspekte eines Projekts die Markt- und Standortanalyse, Analyse des Nutzungskonzepts, Wettbewerbsanalysen, Risikoanalysen, sowie Wirtschaftlichkeitsanalysen durchzuführen. Als Ziel der Machbarkeitsstudie kann man die Identifikation möglicher Problemfelder verstehen, um in dieser frühen Phase der Projektentwicklung diesen entgegenwirken zu können und im Rahmen der Entscheidungsanalyse die Alternativen der Nutzung zu bewerten und die, unter den getroffenen Annahmen, 'machbarste' und wirtschaftlichste der Konzeptionen auszuwählen, oder das Projekt, aufgrund untragbarer Risikofaktoren, möglichst frühzeitig, mit minimalem wirtschaftlichem Schaden aufzugeben.

Objektbeschreibung:

Der Wasserturm zu Salbke selbst, wird von den Ortsansässigen sowohl als Landmarke als auch als Symbol für den Magdeburger Stadtteil Salbke gesehen. Seine Silhouette ist gerade elbseitig von Osten her weit sichtbar. Das Gelände, auf dem der Wasserturm steht besitzt einen parkartigen Charakter mit altem Baumbestand, woher auch der Name, Turmpark, für das gesamte Areal um den Turm, seinen zeitgleich entstanden Nebenanlagen und später errichteten 'Neubauten' rührt. Dieser ist eingebettet in ehemalige Dienst- und Arbeiterwohnungen auf der Südseite, die heute als Wohn- und Geschäftshäuser genutzt werden und zum historischen Ortskern von Salbke überleiten. Auf der Südseite grenzt direkt eine natürlich gewachsene Kleingartensiedlung an und auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Ortsausfallstraße 'Alt Salbke' Richtung Schönebeck liegt das brachgefallene Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerkes.

In seinem Lebenszyklus hat der Turmpark bereits eine bewegte Vergangenheit erfahren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde von der königlich preußischen Eisenbahndirektion Berlin beschlossen an diesem Standort einen Wasserturm für die Versorgung der näheren Umgebung und die neu zu errichtende Eisenbahnhauptwerkstatt zu bauen, da die unweit gelegene Hauptwerkstätte Buckau im Zuge der Industrialisierung an ihre Grenzen stieß. Nach dem Baubeginn 1893 wurde der Wasserturm nebst zugehörigem Pumpenhaus, nach nur einjähriger Bauzeit, fertiggestellt. Ab den 1940er Jahren wurde der Wasserturm nicht mehr für die industrielle Eisenbahnproduktion im zugehörigen Werk, welches bereits in der 1930er Jahren modernisiert, erweitert und in Reichsbahnausbesserungswerk umbenannt wurden war, benötigt. Er fand nun nur noch Verwendung als Löschwasservorrat, bis er Anfang der 60er Jahre stillgelegt wurde. In den folgenden Jahren bis zur endgültigen Abwicklung des Standortes 1995 erfuhr der Turmpark der unterschiedlichsten Nutzungen von einem Freibad, über eine Berufsschule, bis hin zu einem Kindergarten.

Nach der Beendigung aller Nutzungen wurde der Turmpark 1995 aufgrund seiner gut erhaltenen funktionalen und baulichen Geschlossenheit zum Denkmalbereich mit Einzeldenkmalen erklärt, um das Areal und seine bedeutenden historischen und technischen Kulturguteigenschaften für zukünftige Generationen zu bewahren.

Problemstellung:

Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990 sahen sich nicht nur Magdeburg und Sachsen-Anhalt, sondern das ganze Gebiet der ehemaligen DDR einem dramatischen strukturellen Umbruch der Rahmenbedingungen gegenüber. Die traditionellen Standorte der Industrie waren durch die hemmungslose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, ohne Achtung vor der Natur und den Siedlungsräumen der DDR, schwerwiegend durch vor allem chemische Altlasten konterminiert. Diese Bedingungen boten denkbar schlechte Voraussetzungen für neue Investitionen in die ostdeutschen Standorte, was zusammen mit Abwanderung und massenhaften Schließungen von Unternehmen zu einem Beschäftigungsrückgang in von 46 Prozent in Sachsen - Anhalt in den ersten 10 Jahren nach der Wende führte.

Einhergehend mit dem dramatischen Beschäftigungsrückgang stellte sich eine verstärkte Abwanderbewegung aus den neuen Bundesländern der BRD ein, was dazu führte, das Sachsen - Anhalt bis zum Jahr mehr als 10 Prozent seiner Bevölkerung verlor. Aus diesem Grund und um der Überalterung der Region, sowie den rückläufigen Finanzmitteleinahmen entgegen zu wirken hat die Landesregierung 2003 die Internationale Bauausstellung Sachsen-Anhalt 2010 ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Ausstellung sollen die 17 vertretende Städte Sachsen - Anhalts die Entwicklung neuer Wege und neuer Perspektiven für die Städte unter Einbeziehung sich ändernder Rahmenbedingungen aufzeigen.2 Der Turmpark und auch der Wasserturm als Einzelobjekt wurden im Jahr 2006 als IBA - Projekt eingereicht. Nach den Leitgedanken IBA ist der Finanzierungszuschuss aus ressortübergreifenden laufenden Förderprogrammen, nur genehmigungsfähig, wenn sich das Konzept als ganzheitlich, nachhaltig und auf Dauer tragfähig erweist. Bis zum heutigen Tag konnte noch kein dauerhaft tragfähiges Konzept für den Turmpark vorgelegt werden. Das kommende Jahr 2010 bietet die letzte Möglichkeit die Förderung zu beantragen, daher sollte es prioritäres Ziel sein, ein geeignetes Konzept aufzustellen.

Zielstellung der Arbeit Der Wasserturm in Magdeburg - Salbke stellt die Stadt und ihren derzeitigen Eigentümer, das Bundeseisenbahnvermögen, vor anspruchsvolle Herausforderungen in der Frage der Nachnutzung des Areals und dem Erhalt der schützenswürdigen Bausubstanz. Seit Jahren wird händeringend ein Investor für das Areal gesucht. Dies erwies sich bislang, aufgrund der von der Stadt präferierten Nutzung, in der das gesamte Areal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll und damit den Wohnwert des Stadtteils gesteigert wird, als höchst schwierig.

In der vorliegenden Arbeit soll daher eine Nutzungsmöglichkeit, die sowohl die soziokulturellen Bedürfnisse des Stadtteiles bedient und zugleich die ökonomischen Interessen eines Investors berücksichtigt, auf ihre Durchführbarkeit hin untersucht und mit der derzeit von der Stadt präferierten Variante, der gemeinnützigen Bewirtschaftung des Grundstücks durch die Künstlerorganisation H2O, verglichen werden.

Desweiteren sind für die südlich an das Wasserturmareal angrenzenden Grundstücke von verschiedenen Magdeburger Wohnungsunternehmen eine repräsentative Wohnbebauung angedacht, ob diese sich, nach den vorgelegten Konzepten der Studenten, des Studiengangs Architektur der Hochschule Anhalt aus dem Jahr 2008, realisieren lässt soll parallel analysiert werden.

Das Ergebnis der analytischen Untersuchen der beiden Teilprojekte soll dann für die Stadt Magdeburg, eventuellen, potentiellen Investoren für das Wasserturmareal und den Interessenten einer Wohnbebauung der südlich angrenzenden Grundstücke eine Entscheidungshilfe bieten. Diese soll aufgrund der durchgeführten Untersuchungen die Machbarkeit der beiden Teilprojekte mit einem nachvollziehbaren, operationalisierten Wert angeben und eine eindeutige Aussage zum wahrscheinlichen Projekterfolg treffen.

Gang der Untersuchung:

Im ersten Abschnitt dieser Arbeit werden die theoretischen Grundsätze der Machbarkeitsstudie von der Definition, der ihr zur Grunde liegenden Begrifflichkeiten, über die einzelnen o. a. Verfahrensschritte bis zur Entscheidungsanalyse, sowie die Grenzen der Anwendbarkeit dieses immens wichtigen Instruments aus Sicht der Immobilienwirtschaft untersucht und dargelegt werden. Die Informationen die diesen Ausführungen zugrunde liegen stammen aus ausgewählten Fachbüchern, Publikationen sowie aus Lehrunterlagen des Studiengangs Immobilienwirtschaft der Hochschule Anhalt.

Die theoretisch erörterten Grundlagen einer Machbarkeitsstudie werden im darauffolgenden Abschnitt an dem konkreten Objekt Salbker Wasserturms sowie den südlich angrenzenden Grundstücken ihre Anwendung finden. Dabei wird die Analyse der Machbarkeit sowohl auf der Datenbasis vorangegangener Arbeiten aus der Hochschule Anhalt zu diesem Thema4, den rechtlichen und grundstücksspezifischen Rahmenbedingungen der Grundstücke, des Gutachtens zur Beschreibung des Zustandes der Anlage durch das Ingenieurbüro des Freiherrn von Hintze, des Nutzungskonzepts der Künstlerorganisation H2O als auch durch Vergleichsobjekte durchgeführt. Im Verlauf des Schreibens dieser Arbeit wurde ein neueres Gutachten zur Ermittlung der Kosten der Sanierung der Gebäude des Wasserturmareals durch das Ingenieurbüro Günther und Scheider fertiggestellt. Ergebnisse dieses Gutachtens fließen in die Wirtschaftlichkeitsberechnung ein, sodass verlässliche Zahlen zu den Sanierungskosten vorliegen.

Um abschließend eine aussagekräftige, nachvollziehbare und eindeutige Aussage zu den Erfolgsaussichten der zu Untersuchenden Varianten der Teilprojekte treffen zu können, werden die Ergebnisse der analytischen Untersuchungen in der Entscheidungsanalyse zusammengestellt, bewertet und interpretiert.

 
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