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(Fachbereiche): Architektur / Raumplanung Architektur / Raumplanung allgemein

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Titel Versteckte Aussichten 
Untertitel Militärische Landschaft der Schweiz 
AutorIn Christoph Duckart 
Seiten 138 Seiten 
Hochschule Hochschule Rhein Main Deutschland 
Art der Arbeit Bachelorarbeit 
Abgabe 2010 
Preis 38,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 6015563 
Sprache Deutsch 
Medien  
Inhaltsangabe
Einleitung:

Die Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit ist für die Gesellschaft im 20. Jhd von hoher kultureller Bedeutung. Diese Bedeutung spiegelt sich in der öffentlichen Diskussion zu vergangenen Thematiken wider und auch im öffentlichen Raum ist die Auseinandersetzung in Form von Denkmälern und Museen anzutreffen. Die künstlerische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und die politische Diskussion ist das treibende Glied in diesem Zusammenhang. Das Wissen um militärische Anlagen in der Schweiz, überwiegend Bunker, ist seit langem bekannt, nur wurden diese für knapp 100 Jahre möglichst versteckt und unsichtbar gehalten. Bunkeranlagen haben die Funktion unbemerkt zu bleiben und erheben trotz allem den Anspruch auf totale Überwachung des Landes. Um diesen Konflikt zu lösen haben sich die Festungsbauer in der Schweiz vieles einfallen lassen und kaum Aufwand gescheut. Im Vergleich mit älteren Festungsbauwerken zeigt sich die Erkenntnis, dass diese größtenteils nur zur Abschreckung des Feindes und zur Repräsentation der Macht errichtet wurden. Somit richten sich diese mehr nach ästhetischen Aspekten der Epoche und einer möglichst einschüchternden Demonstration der Möglichkeiten.

Die Architektur unterirdischer Verteidigungsbauwerke möchte jedoch nur eins - Unsichtbare Überwachung.

In diesem Zusammenhang wird die Auseinandersetzung und Aufarbeitung in militärischerem Kontext durchgeführt. Die geistige Landesbefestigung ist für die politische Einheit der Schweiz von hoher Bedeutung. Dieser Umstand konnte durch diverse Interviews belegt werden.

Da sich die Eidgenossenschaft aus stark unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zusammensetzt, finden wir hier einen wichtigen Bezug zur gesellschaftlichen Einheit. Der militärische Nachlass wurde in den letzten Jahren seitens der Kunst und Politik intensiv behandelt und öffentlich diskutiert. Beispielsweise können hier die Broschüren MILITÄRISCHE DENKMÄLER DER SCHWEIZ, viele Zeitungsbeiträge und das Kunstprojekt UNLOADED genannt werden. Dabei stellt sich die Schweiz als Besonderheit dar, da sie als neutrales Land zwar militärisch ausgestattet war, aber seit 200 Jahren nicht mehr in Kriegsgeschehnisse eingebunden wurde. Gegenwärtig hat sich ein Dispositiv entwickelt, das zur Zeit ca. 10.000 von 20.000 - 35.000 Objekten beinhaltet. Dieses Dispositiv wird in den kommenden Jahren weiter anwachsen, wenn die logistische Infrastruktur freigegeben wird.

Nach Ende des kalten Krieges hat sich vieles verändert, auch in der Schweiz. Bis ins Jahr 1995 wurde hier kontinuierlich an der Verteidigungslinie und der atomwaffensicheren Schweiz modernisiert und erweitert. Nach Aufgabe von rund zwei Dritteln der Anlagen durch die Armeereform 95, steht nun die Frage nach Umgang mit diesen in der Zukunft aus. Entweder werden diese durchaus komplexen Objekte rückgebaut, man sieht sich nach einer Nachnutzung um oder versucht sie durch öffentliche Mittel als kulturelles Erbe zu bewahren.

Da viele der Kampf- und Führungsbauten, im folgenden als Bunker bezeichnet, als Laienmuseen ausgestattet wurden, kann von keiner nachhaltigen Nutzung ausgegangen werden. Nach Schmid ist dies ist zwar eine vorübergehend interessante Lösung, aber keine die von Dauer sein kann. Das momentan rege Interesse an dieser Nutzung begründet sich noch auf einer engen zeitlichen Verbindung zur Bevölkerung, aber auch an der aktiven Teilnahme der Generationen am Militärdienst in der Schweiz. Wenn diese Generationen nun nicht mehr zum Erhalt dieser Anlagen eintreten, muss über eine neue Nutzung nachgedacht werden.

Hierfür finden sich zwar schon einige Beispiele, nur sind diese momentan noch nicht in ausreichendem Maße zur kulturhistorischen Erhaltung des Gesamtbestands vorhanden. Die aktuellen Konzepte sind zum Großteil kulturell, sowie wirtschaftlich nicht nachhaltig und scheitern demnach an einer sinnvollen Umsetzung.

Die Erhaltung ist aber als wichtiger Teil der schweizerischen Geschichte von Bedeutung. Diese Arbeit versucht dies durch die gewidmete Aufmerksamkeit zu fördern. Wenn auch keine Lösungsansätze geboten werden, so wird zumindest eine Grundlage für weitere Konzepte gelegt. Nach Aussage von ARMASUISSE finden sich wenige Abnehmer dieser Anlagen, da die weitere Nutzung mit einigen Problemen behaftet ist. Dies gilt u.a. für Nachnutzungsgenehmigungen und die infrastrukturelle Anbindung. Die hier anzulegenden Parameter sind gänzlich andere als bei zivilen Maßnahmen, daher sind einheitliche Lösungen zur Planung und Einbindung in die öffentliche Infrastruktur kaum zu finden. Die Struktur hat sich über Jahrzehnte unabhängig entwickelt und immer gelöst von Bestehendem funktioniert. Eine weitere Besonderheit die sich bei diesen Bauten herausstellt ist, dass sie entgegen jeglicher Form von Bebauungsplänen und Landnutzung errichtet worden sind. Dies bedeutet, dass es keine erkenntlichen Einschränkungen in Bezug auf Lage oder Größe dieser Objekte gibt, wenngleich sie sich sowieso größtenteils unterirdisch befinden. Aus architektonischer Sicht finden wir aufgrund eines fehlenden Baukonzepts auch viele individuelle Bautypen vor. Aus den nun betrachteten Problemstellungen ergeben sich weitere Fragen zur Nachnutzung, zum Umgang und zur Bedeutung der militärischen Landschaft, die im Laufe der Arbeit zu klären sind.

Fragestellung:

Haben wir es in der Schweiz mit einer einzigartigen militärischen Landschaft zu tun? Was bedeutet militärische Landschaft und welche Blickbeziehungen und räumlichen Zusammenhänge sind zur Beantwortung dieser Frage von Relevanz?

Ist die militärische Landschaft der Schweiz auf den ersten Blick nur durch ihre Masse an Objekten und deren Grösse interessant? Oder finden sich auch Besonderheiten in ihrer landschaftlichen Ausdehnung und der topographisch besonderen Einbindung? Ergeben sich daraus Parallelen zur Landschaftsbewertung und Landschaftsästhetik? Sowie die Anlagen von Vauban für Architekten von qualitativer, historischer Bedeutung sind, so können die Anlagen der Schweiz für Landschaftsarchitekten an Bedeutung gewinnen.

Ausblicke, Einblicke und topographische Situationen sind bedeutender Teil der Anlage und des Konzepts. Bisher hat sich ausschließlich der objektbezogene Denkmalschutz mit den Bunkern auseinandergesetzt und diese unter Schutz gestellt. Eine Betrachtung der landschaftlich-kulturellen Zusammenhänge in der Schweiz ist in dieser Thematik jedoch kein Bestandteil und noch unbekannt.

 
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