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(Fachbereiche): Geschichtswissenschaften Zeitgeschichte

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Titel Verkehrsplanung deutscher Städte zwischen 1920 und 1960 
Untertitel Dargestellt am Beispiel von Hannover 
AutorIn Axel Düker 
Seiten 137 Seiten 
Hochschule Leibniz Universität Hannover Deutschland 
Art der Arbeit Magisterarbeit 
Abgabe 2002 
Preis 48,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 25017707 
Sprache Deutsch 
Medien  
Inhaltsangabe
Einleitung:

Das hannoversche Straßensystem wurde in der Aufbauphase der Nachkriegszeit grundlegend neu strukturiert. Die Bombardierung durch Luftangriffe der Alliierte betraf in erheblichem Ausmaß das gesamte Stadtgebiet, die Innenstadt Hannovers wurde dabei fast völlig zerstört.

Stadtplaner, Architekten und die politischen Institutionen der Stadt sowie Teile der einflussreichen hannoverschen Wirtschaft und der Bevölkerung entwickelten gemeinsam neue Konzepte, um die vorausgesagte, massive Steigerung des motorisierten Verkehrs in der Zukunft bewältigen zu können. Das Straßenverkehrsnetz sollte das Grundgerippe der weiteren Stadtentwicklung werden. Die umfangreichen Zerstörungen des Stadtgebietes boten den Planern dabei die Chance, grundsätzliche Strukturprobleme der Vergangenheit aufzulösen. Neben der Neuordnung des Straßennetzes, das an die Entwicklung des Automobils als dominierende Zukunftstechnologie angepasst werden musste, stand auch die Auflockerung und Überplanung der alten Stadtstruktur im Vordergrund der Überlegung.

In den 60er Jahren wurde der Neuaufbau Hannovers mit einem "Wunder" verglichen, das bundesweit als einzigartig galt. Hannover wurde unter Rudolf Hillebrecht und seinen Mitarbeitern zur "autogerechten Stadt" auf- und ausgebaut.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit will die Entwicklungslinien und -stufen der Verkehrswege in und um Hannover darstellen. Dabei soll der Schwerpunkt der Ausarbeitung in der Zeit der 30er bis zur Mitte der 50er Jahre liegen. Dieser Zeitraum wurde gewählt, da mit dem Stadtbaurat Elkart eine Epoche begann, in der weit reichende Überlegungen erarbeitet wurden, wie das Straßennetz den zukünftigen Anforderungen des Verkehrs angepasst werden konnte.

Um die Entwicklung der Straßenführung in Hannover sowie deren Weiterentwicklung darstellen zu können, ist es notwendig, einen Exkurs in die Vergangenheit zu unternehmen und die Entwicklung der historischen Straßenverläufe seit Gründung der Stadt kurz darzustellen. Ebenso ist die Betrachtung der geographischen Lage Hannovers, und die damit zusammenhängende historische Entwicklung in Bezug auf die Handelswege und Verkehrsstraßen eine wichtige Voruntersuchung, um die Gesamtzusammenhänge der Entwicklung im hannoverschen Verkehrsnetz erkennen zu können.

Es wird sich im Verlauf der Arbeit zeigen, dass Hannover im bearbeiteten Zeitraum unterschiedliche Paradigmen des Städtebaus erfahren hat. Der Stadtbau der Gründerzeit unterschied sich fundamental von den Ansprüchen der Nationalsozialisten und der Nachkriegszeit. Auch die Anlegung von Straßen war diesen Paradigmen unterworfen.

Die Grundkonzepte des heutigen Straßensystems wurden nicht erst in der Zeit nach 1945 entwickelt, sondern es entstanden sehr ähnliche Konzepte und Vorstellungen bereits zu Beginn der 30er Jahre.

Neben der primären Darstellung der Verkehrsplanungen werden wichtige Randaspekte beleuchtet, die dazu beitragen, die konkreten Überlegungen in größere Zusammenhänge einzuordnen. Der künstlerische Gestaltungsanspruch, den Alwin Seifert für den Bau der Reichsautobahn begründet hatte, findet sich fast wortgleich in den Beschreibungen zum Wiederaufbau Hannovers wieder.

Für eine umfassende Darstellung der hannoverschen Verkehrsplanung ist es weiterhin notwendig, die Biographien und Arbeitszusammenhänge der beteiligten Personen näher zu betrachten. Es wird sich zeigen, dass es keinen personellen Bruch zwischen Kriegsende und der Wiederaufbauphase gegeben hat. Die treibenden Kräfte des Wiederaufbaus haben bereits vor und während des Krieges als Stadtplaner und Architekten im Nationalsozialismus Karriere gemacht. Das Kapitel über den Arbeitsstab Albert Speer gibt Einblicke, in welchen Dimensionen bis 1945 Stadtplanung und Wiederaufbauplanung betrieben wurde.

Die Aufbauphase nach 1945 wird zeigen, wie dieselben Stadtplaner und Architekten bruchlos in den demokratischen Wiederaufbau übernommen wurden. Statt Monumentalbauten und gigantischen Aufmarschstraßen wurden neue Straßenzüge in betont geschwungener Ausführung erstellt. Bei dieser Bauweise wurde die naturbetonende, künstlerische Gestaltung in den Vordergrund gestellt. Der Monumentalbaustil der nationalsozialistischen Ära wurde durch das Paradigma der Stadtlandschaft nach Reichow ersetzt, das auf die organische Entwicklung der Stadt setzte. Auch dieses städtebauliche Leitbild war keine Erfindung der Nachkriegszeit, sondern eine Weiterentwicklung der Siedlungsgrößenplanung von Feder und Gutschow.

Im letzten Kapitel der Arbeit wird die Entwicklung in Hannover mit den Städten Berlin und Magdeburg verglichen. Der Wiederaufbau Berlins sollte als Bandstadt im Verlauf des Urstromtals der Spree durchgeführt werden. Die Funktionen Arbeiten und Wohnen wurden zusammen mit einem netzartigen Verkehrssystem neu entworfen.

In Magdeburg bestanden aufgrund von politischen Maximen andere Planungsvoraussetzungen als in westdeutschen Städten. Die Planung von Verkehrsstraßen orientierte sich im Innenstadtbereich nicht ausschließlich an den Anforderungen des zukünftigen Autoverkehrs, sondern an politisch-repräsentativen Vorgaben.

Historische Ereignisse, die für die Entwicklung der Stadt Hannover von Bedeutung waren, werden in dieser Arbeit nur aufgenommen, wenn sie in Zusammenhang mit der Entwicklung des Verkehrsnetzes stehen. Die Arbeit will keine Chronik oder eine übergreifende Darstellung der historischen Entwicklung leisten. Wichtige Ereignisse werden entweder schlaglichtartig eingebunden, oder es wird auf die weiterführende Literatur verwiesen.

Die Geschichte Hannovers ist in der Literatur gut erschlossen. Es gibt eine Reihe von allgemeinen Darstellungen und Chroniken, die eine lückenlose Betrachtung ermöglichen. Die Autoren Durth, Gutschow, Hauptmeyer, Manz, Mlynek und Röhrbein haben für die vorliegende Arbeit den größten Teil der Sekundärliteratur durch ihre ausführlichen Vorarbeiten geliefert.

Für den Bereich der Stadtplanung stellen Durth und Gutschow mit ihrer Reihe "Träume in Trümmern" einen wichtigen Informations- und Quellenfundus dar. Bis auf wenige Ausnahmen, die an entsprechenden Stellen benannt werden, wurden keine unterschiedlichen Darstellungen oder Auslegungen von historischen Umständen gefunden. Die Erschließung des vorhandenen Quellenmaterials kann als gut bezeichnet werden. Bedauerlicherweise sind eine Reihe von Quellen in Form von Planungsunterlagen aus der Vorkriegszeit kurz nach Kriegsende durch die Amerikaner vernichtet worden.

Für die Erstellung dieser Arbeit wurden, so weit es möglich war, Originalquellen in Form von veröffentlichten Denkschriften und Aufsätzen verwendet. Quellenzitate, die in Sekundärliteratur verwendet wurden, konnten nicht auf ihre Vollständigkeit überprüft werden. Durth und Gutschow haben im Anhang ihrer Werke eine Reihe von vollständigen Abschriften zentraler Quellen angefügt.

Die Quellenlage über die exakten Verläufe der Wege im Mittelalter und der frühen Neuzeit sind nach Angabe von Schwarzwälder noch nicht vollständig erforscht.

 
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