Diplomarbeitenbörse

(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Wirtschaftsgeographie

BESTELLEN
Titel Gesamtwirtschaftliche Auswirkungen der Förderung und des Ausbaus erneuerbarer Energien auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland - eine ökonomische Analyse 
Untertitel  
AutorIn Jan Althausen 
Seiten 111 Seiten 
Hochschule FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management Essen Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2011 
Preis 48,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 90017822 
Sprache Deutsch 
Medien  
Inhaltsangabe
Inhaltsangabe:

Konventionelle Energieträger wie Kohle, Erdgas, Erdöl und Kernenergie tragen traditionell die Hauptlast der Energieversorgung in Deutschland. Erneuerbare Energien wie Windenergie, Wasserkraft, solare Strahlungsenergie oder Biomasse setzten sich dagegen bisher unter normalen Umständen am Energiemarkt nicht durch, da ihre Erzeugungskosten zumeist höher sind als die von konventionellen Energieträgern. Im Zuge des ökologischen Bewusstseins und der weltweit knapper werdenden fossilen Brennstoffe haben Industrieländer, darunter auch Deutschland, unter anderem beschlossen, Fördersysteme für die Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien zu installieren mit der Aussicht auf eine unerschöpfliche und umweltfreundliche Energieversorgung.

In Deutschland ist das zentrale Fördersystem das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), welches am 1. April 2000 das Stromeinspeisegesetz (StrEG) von 1991 ersetzt hat und in den Jahren 2004 und 2009 inhaltlich überarbeitet wurde. Das EEG fördert sowohl die Strom- als auch Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern, wobei in dieser Arbeit der Fokus auf der Förderung im Bereich Stromerzeugung liegt. Bei dem EEG handelt es sich demnach um ein Fördermodell in Form einer Abnahmegarantie mit fixer Mindestprämienvergütung für eingespeisten Strom aus erneuerbaren Energien. Diese Vergütungen sind Anlagenbetreibern und Investoren über einen definierten Zeitraum garantiert und sorgen somit für Planungssicherheit. Bei der Vergütungshöhe wird lediglich nach der eingesetzten Technik, der installierten Leistung, dem Standort der Anlage und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme unterschieden. Die Stromerzeugung aus EEG-Anlagen erfolgt somit nicht nachfrage- bzw. preisgesteuert, da die Stromvermarktungsvergütung für Anlagenbetreiber immer gleich ist. Die gezahlte Vergütung wird über die sogenannte EEG-Umlage vom Letztverbraucher des Produktes Strom finanziert. Ziel des Gesetzes ist ein verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung in Deutschland als zentraler Bestandteil des Klimaschutzes und der Einhaltung der Vorgabe der Europäischen Union (EU) zur Reduzierung der Kohlendioxid (CO2)-Emissionen.

Durch Einführung des EEG hat sich der Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung in Deutschland in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Das damals gesetzte Ziel, den Anteil an der gesamten Bruttostromerzeugung bis 2010 auf 12,5% zu erhöhen, wurde bereits 2007 erreicht. So hat die Bundesregierung im Rahmen ihres aktuellen integrierten Energiekonzepts das ursprüngliche Ziel für das Jahr 2020 von 20% auf nun mindestens 30%-Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung revidiert.

Dieser enorme Anstieg bringt neben positiven ökologischen Effekten hinsichtlich einer Reduzierung der CO2-Emissionen, auch weitere gesamtwirtschaftliche Nutzeneffekte mit sich. So wird durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien die Importabhängigkeit von fossilen Rohstoffen gesenkt und es entstehen neue Beschäftigungsfelder, die inländische Wertschöpfung und Arbeitsplatzschaffung bewirken. Diesen Erfolgen stehen jedoch auch Kosteneffekte gegenüber, die die Volkswirtschaft belasten. Durch den deutlichen Anstieg der EEG-Umlage in den letzten Jahren erhöhten sich die Belastungen für die Letztverbraucher. Im internationalen Wettbewerb stehende energieintensive Unternehmen sehen in dem aktuellen Fördersystem auf Grund steigender Stromkosten einen Wettbewerbsnachteil. Zudem stellt der enorme Ausbau die Energiewirtschaft zunehmend vor eine technische Herausforderung, da das Angebot erneuerbarer Energien zu einem großen Teil aus Technologien wie Wind- oder solarer Strahlungsenergie besteht, deren Stromerzeugung durch meteorologische Faktoren beeinflusst wird. Die daraus resultierende volatile Stromerzeugung kann das Gleichgewicht des gesamten Stromnetzes beeinflussen, da eine Synchronität von Angebot und Nachfrage nicht zu jeder Zeit gegeben ist. Des Weiteren wird die regional unterschiedliche Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien zunehmend durch Engpässe in den Stromnetzen begrenzt, was einen deutlichen Ausbau und Umbau des Stromnetzes erfordert.

Seit Einführung des EEG wird sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene über die gesamtwirtschaftliche Effizienz des aktuellen Fördersystems und über notwendige Anpassungen und Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert. Vor diesem Hintergrund ist das Ziel dieser Arbeit, eine wirtschaftswissenschaftlich fundierte Analyse der gesamtwirtschaftlichen Kosten- und Nutzenwirkungen der Förderung erneuerbarer Energien, die sich auf Basis des EEG und des daraus resultierenden Zuwachses an EEG-Anlagen ergeben haben, zu erarbeiten. Hierbei wird auf Ergebnissen bereits vorliegender Gutachten aufgebaut. Das Ergebnis soll zeigen, inwieweit die deutsche Förderpolitik mit dem aktuellen Einspeisevergütungssystem eine volkswirtschaftlich kosteneffiziente Lösung zur Etablierung der erneuerbaren Energien im Stromportfolio Deutschlands ist.

Um sich ein entsprechendes Urteil bilden zu können, bedarf es zunächst einer Darstellung der Grundlagen und Rahmenbedingungen der deutschen Stromwirtschaft. Dabei wird auf die historische Entwicklung, die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette, die zur Verfügung stehenden Stromerzeugungsformen und die Preisbildung im Strommarkt eingegangen. Im nächsten Kapitel wird die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien charakterisiert. Dabei werden zuerst auf energie- und klimapolitische Strategien und Zielsetzungen dargestellt, welche die Grundlage für die Gestaltung des EEG sind. Im Anschluss wird die Funktionsweise des gesetzlichen Förderinstrumentes EEG erläutert. Dabei werden sowohl die erste Auflage des Gesetzes aus dem Jahr 2000 als auch die nachfolgenden Novellierungen der Jahre 2004 und 2009 inhaltlich betrachtet. Danach wird in Kapitel 3 ein Überblick über technische Rahmenbedingungen, Einsatzmöglichkeiten und die heutige Marktstellung regenerativer Stromerzeugungsformen gegeben.

Nachdem eine umfassende Wissensbasis zu erneuerbaren Energien und deren gesetzlicher Förderung in Deutschland vorgetragen wurde, werden schwerpunktmäßig die gesamtökonomischen Effekte der Förderung unter Anwendung einer Kosten-Nutzen-Analyse (auch Cost-Benefit-Analysis genannt) objektiv bewertet. Um eine derartige Analyse durchführen zu können, bedarf es dabei zunächst einer theoretischen Grundlage zur Vorgehensweise und zu Problemlösungsansätzen. Im Anschluss erfolgt die Analyse der Kosten- und Nutzeneffekte. Kostenseitig wird dabei spezieller Fokus auf die Mehrkosten gegenüber der Stromerzeugung aus nicht-erneuerbaren Energien, Kosten für Regel- und Ausgleichsenergie auf Grund volatiler Stromeinspeisung durch Wind- und solarer Strahlungsenergie, Transaktionskosten und Ausbau- und Umbaukosten des Stromnetzes gelegt. Dem soll dann der volkswirtschaftliche Nutzen gegenübergestellt werden. Hier werden unter anderem die Minderung der externen Kosten aus nicht-erneuerbaren Energieformen, die verringerte Importabhängigkeit und beschäftigungs- und umsatzwirksame Faktoren untersucht. Im Anschluss an die Analyse soll eine Gesamtabwägung der Kosten und Nutzenwirkungen erfolgen mit dem Ergebnis, ob das aktuelle Förderinstrument für erneuerbare Energien in ökonomischer Hinsicht ein gesamtwirtschaftlich sinnvolles Instrument darstellt. Mit einer Schlussbetrachtung und einem Ausblick wird die vorliegende Arbeit komplettiert.

 
BESTELLEN

 

powered by:
Diplom.de

UNICUM Newsletter

Hier die UNICUM Newsletter bestellen ! (Link)