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(Fachbereiche): Geowissenschaften Wirtschaftsgeographie

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Titel Plätze und Platzgestaltung aus verkehrskultureller Sicht 
Untertitel Eine Analyse der Innenstadt Uelzens unter besonderer Berücksichtigung der Fußgängerbelange 
AutorIn Bettina Pauline Bombeck 
Seiten 210 Seiten 
Hochschule Leuphana Universität Lüneburg Deutschland 
Art der Arbeit Magisterarbeit 
Abgabe 2007 
Preis 58,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 23018070 
Sprache Deutsch 
Medien  
Inhaltsangabe
Einleitung:

Ein wesentlicher Bestandteil der Innenstädte ist der öffentliche Raum, respektive die städtischen Plätze, die über ein Fußwegenetz miteinander verbunden sind. Städtische Plätze unterlagen in den vergangenen Jahrhunderten einem stetigen Wandel, bis in den letzten Jahrzehnten viele Plätze v. a. durch das Automobil dominiert und damit für den Fußgänger weniger nutzbar wurden. Die Aufenthaltsflächen der Fußgänger wurden zu Gunsten des motorisierten Individualverkehrs (MIV) minimiert. In städtischen Strukturen haben Plätze und ihre Gestaltung eine besondere Bedeutung. Sie sind heute nicht mehr nur Verkehrsträger, sondern v. a. wieder Aufenthaltsort und Bewegungsraum für Bewohner, Besucher und Beschäftigte. Häufig jedoch fehlt es den Plätzen an Lebendigkeit (i. S. unterschiedlichster Aktivitäten und Nutzungen) und Alltagstauglichkeit. Hieraus resultiert eine grundsätzliche Forderung: Plätze - und letztendlich der gesamte öffentliche Raum - müssen einen hohen Anspruch an die Aufenthalts- und Nutzungsqualität erfüllen. Sie dürfen nicht der Verwahrlosung überlassen werden oder maßlos als Verkehrs- und Parkraum (für den MIV) dienen. Fußgänger (und andere Verkehrsteilnehmer) sollten gegenüber dem MIV als gleichberechtigt betrachtet werden. Es sollte eine ausgewogene Koexistenz dieser Verkehrsteilnehmer im städtischen Lebensraum angestrebt und erreicht werden.

Die Untersuchungen in dieser Magisterarbeit beruhen auf der Überzeugung, dass die Stadtgestalt und insbesondere die Platzgestaltung gerade auch in Zeiten leerer kommunaler Kassen nicht nachlässig behandelt werden sollten. Das menschliche Bedürfnis nach einer lebenswerten Umwelt und nach Gestaltung sollte nicht unterschätzt werden. Die vorhandene, für den Fußgänger derzeit z. T. nur ungenügend nutzbare Qualität des Stadtlebens wird vielerorts noch nicht voll ausgeschöpft. Gründe darin liegen z. B. in Vernachlässigung von Plätzen, deren mangelnde Einbindung in das Fußwegenetz sowie fehlende Gestaltung und Dominierung durch den fahrenden und ruhenden Verkehr.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist die These, dass auch - oder insbesondere - eine Mittelstadt wie Uelzen ein großes Potenzial durch ihren Platzbestand und durch die Möglichkeiten der Platzgestaltung innehat. Dieses Potenzial gilt es zu erkennen und zu nutzen. Es umfasst z. B. stadtplanerische, historische, ökonomische, ökologische, den Lebensraum und die Aufenthaltsqualität betreffende, funktionelle oder ästhetische Gesichtspunkte, die vielschichtig miteinander verknüpft sind.

Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit:

In dieser Arbeit wird mit den städtischen Plätzen in der Beispielstadt Uelzen ein entscheidender Teil des öffentlichen Raums thematisiert. Platzräume sind ein Schwerpunkt in der Stadtgestaltung, der sich wesentlich an menschlichen Lebensraumbedürfnissen orientiert. Ziel dieser Arbeit ist es, folgende Fragestellungen zu beleuchten und zu beantworten: Welche Kategorien lassen sich für Plätze bilden und welchen Sinn und Nutzen haben Plätze? Welchen Bestand von Plätzen weist Uelzen auf? Wie sind die Abstände der Plätze zueinander, d. h. welche Lage, Anordnung und Häufigkeit haben sie im Untersuchungsgebiet? Welche Bedeutung haben sie für die Bevölkerung, das Fußwegenetz und den Tourismus? Welche Plätze werden aus welchen Gründen von den Bewohnern und Besuchern der Stadt Uelzen benutzt, bevorzugt oder abgelehnt? Wie wird der zentrale Verkehrsknotenpunkt der Alt- und der Innenstadt, der so genannte 'Verkehrsturm', von Fußgängern frequentiert, d. h. welche Fußgängerströme zeichnen sich am alten Rathaus im Kreuzungsbereich von Lüneburger Straße, Bahnhofstraße, Veerßer Straße und Gudesstraße ab? Welche Gestaltungs- und Verbesserungsmöglichkeiten ausgewählter Plätze gibt es?

Bei der Auswahl der Maßnahmen bzw. Vorschläge der Weiterentwicklung oder Umgestaltung einiger Plätze wird berücksichtigt, dass diese mit einem möglichst geringen baulichen und finanziellen Aufwand realisierbar sind, v. a. dort, wo im Zuge der Stadtsanierung im Sanierungsgebiet 'Innenstadt - Hammersteinplatz' (1986-1994) erst Umbaumaßnahmen umgesetzt wurden.

In Bezeichnungen wie 'Fußgänger' innerhalb dieser Magisterarbeit sollen Personen beiderlei Geschlechts repräsentiert sein. Die Wahl der maskulinen Form soll sprachlich vereinfachend, nicht jedoch diskriminierend wirken.

Eingrenzung des Themas und des Untersuchungsgebietes:

Uelzen dient als konkretes Beispiel und Stellvertreter für vergleichbare Mittel- und Kleinstädte. Der direkte Vergleich mit anderen Städten wird in dieser Arbeit vermieden, um das Arbeitsvorhaben nicht zu komplizieren und einen überschaubaren Rahmen zu gewährleisten. Diese Arbeit soll einen Ansatz oder ein Modell zu einer möglichen Untersuchung hinsichtlich des Platzbestandes, des (ggf. ungenutzten) Potenzials darin sowie der Gestaltungsmöglichkeiten (anhand ausgewählter Plätze) in vergleichbaren Städten liefen.

Das Untersuchungsgebiet (vgl. Karte 'Untersuchungsgebiet und Platzbestand in Uelzen' im Anhang) betrifft die über die Altstadt hinausgehende Uelzener Innenstadt, die vom so genannten Innenstadtring oder Bedienungsring (s. Kap. 3) umschlossen wird, und ihre anschließenden Bereiche, die durch folgende Straßenzüge eingegrenzt werden:

Nördlich durch Johnsburg und Lüneburger Straße, westlich durch die Bahngleise mit dem angrenzenden Albrecht-Thaer-Platz und mit dem Friedensreich-Hundertwasser-Platz, südlich durch Dieterichsstraße, Veerßer Straße, Greyerstraße und Hochgraefestraße und östlich durch Hambrocker Straße, Hammersteinplatz, Ripdorfer Straße und Johnsburg. Des Weiteren finden z. T. der außerhalb des Untersuchungsgebietes liegende, historisch relevante Sternplatz (s. Kap. 3), sowie die Ziegelhofstraße und der Baumschulenweg Berücksichtigung, weil sie in den Umfrageergebnissen Erwähnung finden (s. Kap. 6).

Berücksichtigt werden folglich die Plätze, die sich im Untersuchungsgebiet befinden, nicht jedoch diejenigen der Gewerbe- und Industriegebiete, der Neubaugebiete der Nachkriegszeit oder der angrenzenden Vororte. Untersucht werden Plätze, potenzielle/ausbaufähige Plätze und auch Parkplätze. Parkplätze sind Plätze mit dominierender Verkehrsfunktion für den ruhenden Verkehr. Sie sind jedoch auch Start und Ziel der Autobesitzer, können von Fußgängern überquert werden und sind somit in das Fußwegenetz eingebunden. Darüber hinaus werden private oder halböffentliche Plätze berücksichtigt, da sie durchaus als öffentlich wahrgenommen und im Wegenetz genutzt werden. 'Aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer hat etwa der eigentumsrechtliche Status oder die planerische Zweckzuweisung eines Raumes keine Bedeutung, solange und soweit dieser für die Bedürfnisse der Menschen nutzbar ist.' Raumqualität hängt bei Plätzen u. a. mit Gewohnheiten und dem subjektiven Empfinden der Passanten zusammen.

Nicht berücksichtigt werden Friedhöfe, Spiel- und Sportplätze, Kindergärten, Schul- oder Krankenhauskomplexe, da sie bedingt öffentliche Räume sind, die für eine spezielle öffentliche Aufgabe vorgesehen sind und deren Zweck und Gebrauch gesellschaftlich definiert sind. Die Außenräume sind faktisch jeweils zugänglich, doch im Zweifelsfall kann Hausrecht ausgeübt und der Zugang verwehrt werden.

Als Sonderfall wird das Einkaufzentrum 'Uhlenköperpark' berücksichtigt, das von Teilen der Bevölkerung als Platz wahrgenommen und in der Umfrage (s. Kap. 6) genannt wird.

Methodik:

Eine wesentliche Informationsgrundlage bildet die erfolgte Literaturanalyse zum Thema der Arbeit und entsprechend der entwickelten Fragestellungen.

Bei der Untersuchung der Anordnung der Plätze im Untersuchungsgebiet sowie der fußläufigen Reichweite der Plätze zueinander wird eine Methode nach KNOFLACHER angewendet, bei der über eine Karte des Untersuchungsgebietes auf die Plätze zentrierte Kreise gelegt werden um Schnittstellen zu ermitteln und aufzuzeigen, wo diese Schnittstellen u. U. fehlen.

Für die Einschätzung der Kenntnis der Bevölkerung von den Plätzen, sowie ihre Vorlieben, Abneigungen, Nutzungen der Plätze, wurde eine Umfrage per Fragebogen durchgeführt und ausgewertet.

Der Fußgängerverkehr am 'Verkehrsturm' (s. o.) wurde mittels einer Fußgängerstromuntersuchung mit Zählungen erhoben, um zu ermitteln, inwieweit der Bereich von Fußgängern frequentiert und genutzt wird.

Alle Ergebnisse wurden als wesentliche Informationsquellen im weiteren Arbeitsverlauf berücksichtigt und angewendet.

Einordnung in das wissenschaftliche Forschungsfeld:

Das Thema der Magisterarbeit ist interdisziplinär angelegt, im Schwerpunkt jedoch der Stadtgeographie und der Verkehrsgeographie zuzuordnen. Es werden Aspekte der Stadtplanung und -entwicklung, des Städtebaus, des Tourismus, der Ökologie sowie der Nachhaltigkeit angesprochen.

Die Stadtgeographie ist eine Teildisziplin der Anthropogeographie. Ihr Ziel ist die 'raumbezogene Erforschung städtischer Strukturen, Funktionen, Prozesse und Probleme.' Die Verkehrsgeographie (z. B. Untersuchung des Fußgängerverkehrs in Innenstädten) hat sich - wie auch die Angewandte Geographie (z. B. Voruntersuchungen zur Stadtsanierung) oder die Stadtökologie (z. B. Analyse von städtischen Grün- und Freiflächensystemen) - aus der klassischen Stadtgeographie herausgelöst und eine eigenständige Teildisziplin der Geographie ausgebildet. Ein weiterer zu berücksichtigender Gesichtspunkt ist beispielsweise auch die Historische Stadtgeographie.

In der Literatur sind v. a. Arbeiten aus den 1960ern bis 1990ern zu finden, Arbeiten aus der Zeit nach der Jahrtausendwende sind noch relativ wenig vertreten.

Auffällig ist, dass zumeist berühmte historische Plätze oder Plätze in Großstädten betrachtet und bewertet werden. Es liegen keine vergleichbaren Arbeiten zu Klein- und Mittelstädten vor, geschweige denn Gestaltungskonzepte hierfür. Großstädtische Strukturen lassen sich nur schwierig auf Mittelstädte übertragen. Ferner ist der Autorin keine Literatur bekannt, in der eine Stadt hinsichtlich ihres kompletten Bestandes an Plätzen untersucht wurde. Gängiger ist eher der Vergleich von Plätzen in verschiedenen Städten.

Hinsichtlich der Kategorisierung von Plätzen stützt sich die Literatur größtenteils auf wenige Modelle. Verschiedene Autoren berufen sich seit einigen Jahren wieder verstärkt auf SITTE und seine Platzformen/-kategorien.

Ein häufig anzutreffender Aufbau von Arbeiten ist in der Literatur folgender: Grundsätzliches über Plätze erfolgt nur in einem Einführungsteil, dann schließt sich eine bildliche und textliche Beschreibung von prominenten europäischen Plätzen und Platzprojekten an. Platzgestaltung wird meistens lediglich als Aufforderung zur Gestaltung formuliert, doch die Gestaltung an sich bleibt der Kreativität eines jeden Planers überlassen. Die Auflistung von Gestaltungselementen wie Mülleimer oder Lampen und die Darstellung einiger relativ aktueller städtebaulicher Platzprojekte liefern in der Literatur den Bezug zur Praxis und dienen als Anregung für die Kreativen. Seltener setzt sich die Literatur nicht nur mit der Darstellung historischer Plätze und der Wiederentdeckung des öffentlichen Raumes in den 1970er und 1980er Jahren auseinander, sondern thematisiert zusätzlich - über die Grundlagen der modernen Platzgestaltung hinaus - auch die Platzerhaltung und das Platzmanagement sowie einzelne städtische Platzprojekte der letzten Jahre. Eine grundlegende reguläre Anleitung für Platzgestaltung ist schwierig herstellbar, zumal jeder Platz eindeutig individuelle Züge trägt, die berücksichtigt werden müssen. Dies kann ein allgemeines Regelwerk nicht leisten. Dennoch: Praxisnahe Grundlagen fehlen weitgehend in der Literatur.

Dass das Thema Plätze jedoch gegenwärtig als wichtig eingestuft wird, zeigen auch städtische Projekte wie in den letzten Jahren der Wettbewerb 'Stadt macht Platz - NRW macht Plätze' des Ministeriums für Städtebau, Wohnen, Kultur und Sport in Nordrhein-Westfalen. Hierbei wurden Plätze in Städten und Gemeinden des Bundeslandes ausgezeichnet und die Realisierung begleitet.

Aufbau der Arbeit:

Nach der Einführung in Kapitel 1 soll in Kapitel 2 der Begriff 'Platz' definiert werden und eine Kategorisierung für Plätze stattfinden. Kapitel 3 thematisiert die Stadtgeschichte Uelzens. Es ermöglicht, die Plätze in der Bestandsaufnahme in Kapitel 4 zeitlich einzuordnen. Auch die Platzkategorien aus Kapitel 2 sollen in Kapitel 4 angewendet werden, da sie ein wesentliches Kriterium in der Bestandsaufnahme der Plätze in Uelzen sind. Die Bestandsaufnahme ist ein wesentlicher Untersuchungsschritt, denn hier wird ersichtlich, welche und wie viele Plätze es gibt, wie sie strukturiert und gestaltet sind, welche Bedeutung die Plätze für die Stadt und die Nutzer haben und auch, welche Probleme auftauchen oder welche Potenziale möglicherweise ungenutzt sind. Kapitel 5 untersucht die fußläufige Reichweite der ermittelten Plätze zueinander und ihre Anordnung im Untersuchungsgebiet. Dabei wird die Methode nach KNOFLACHER angewendet. In Kapitel 6 werden die Ergebnisse einer durchgeführten Umfrage zum Thema 'Plätze in Uelzen' vorgestellt und bewertet. Es wird darüber hinaus eine Stichprobe aus der Bevölkerung einer Stichprobe aus Mitarbeitern der Stadt Uelzen im Rathaus/Stadtplanungsabteilung gegenüber gestellt.

In Kapitel 7 erfolgt die Darstellung und Auswertung einer Fußgängerstromuntersuchung am so genannten 'Verkehrsturm' (s. o.). Die Ergebnisse fließen ebenso wie die der Umfrage und der Bestandsaufnahme in Kapitel 8 ein. In diesem Kapitel wird das Thema Platzgestaltung bearbeitet. Hier werden anhand ausgewählter Plätze Uelzens Vorschläge für eine mögliche Gestaltung gemacht. Abschließend erfolgt ein Fazit.

 
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