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Einleitung:
Thema der Arbeit sind Konzeptionen von Kunstmuseen, die neben Kunst auch Natur integrieren. Dabei setze ich mich mit Architektur- und Raumkonzeptionen, Organisation und Marketing auseinander. Innerhalb dieses Arbeitsgebietes sollen Architektur- und Raumkonzeptionen den Schwerpunkt bilden. Diese werden unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet, deren Untersuchung auf die zentrale Fragestellung hinführen soll. Im Rahmen dieser Fragestellung soll geklärt werden, ob und inwieweit die ausgewählten Kunstmuseen als Gesamtkunstwerke betrachtet werden können und welche der Gesamtkunstwerke ausmachenden Kriterien sich bei den ausgewählten Beispielen erkennen lassen.
Museen sind einerseits öffentlich und folgen dem aufklärerischen Postulat Bildung für alle, sie sind Foren für Diskussionen und Treffpunkte von Menschen und Meinungen. Sie sind lebendige Zentren, denn Kunst ist immer auch ein gesellschaftlicher Ausdruck. Gegenwärtig geht die Museumsentwicklung hin zu markt- und erlebnisorientierten Einrichtungen. Dem steht das Museum als Stätte von Ruhe und Konzentration gegenüber.
Beide Seiten werden im Rahmen dieser Arbeit dargestellt und auch bewertet. Ich konzentriere mich - dieser Ambivalenz bewusst - auf den Bereich des Museums als Stätte von Ruhe und Konzentration, da diese m.E. vor dem Hintergrund einer zunehmend lauter werdenden Gesellschaft in der Museumsdiskussion vernachlässigt wird. Daher geht es im Rahmen der Fragestellung auch darum, welche Kriterien dazu beitragen können, um diese Charakteristika zu ermöglichen.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit gliedert sich in sechs Kapitel. Nach der Einleitung als Kapitel 1 folgt Abschnitt 2. Dieser behandelt die Grundlagen des Museums, im einzelnen die Geschichte des Museums und des Museumsbaus sowie die Definition, die Aufgaben und das Wesen des Museums. In Kapitel 3 geht es um die theoretischen Grundlagen der zentralen Fragestellung, um Konzepte von Gesamtkunstwerken und um die Synthese der Künste im Rahmen des Kunstmuseums. In Kapitel 4 wird das Verhältnis zwischen Museumsarchitektur als Voraussetzung für den Museumsraum und den Kunstwerken sowie das Verhältnis zwischen Museumsarchitektur und der umgebenden Natur im Theoretischen betrachtet. Kriterien werden erarbeitet, anhand derer festzumachen ist, ob und auf welche Art die ausgewählten Museen als Gesamtkunstwerke betrachtet werden können. Darauf aufbauend folgen in Kapitel 5 Exkurse zu Themen aus Kapitel 4, wozu das Museum als Ereignisraum, neue Medien im Museum, Marketing und das graphische Erscheinungsbild von Museen gehören.
In Punkt 6 folgt anhand der theoretisch erarbeiteten Erkenntnisse die Untersuchung der Beispiele im Hinblick auf die zentrale Fragestellung nach der bzw. den Gesamtkunstwerkskonzeption(en). Anhand von drei ausgewählten Museumsbauten werden die Untersuchungen veranschaulicht und deren Ergebnisse angewendet. Es handelt sich bei zwei Beispielen um Museumsbauten mit integrierter natürlicher Umgebung, so dass mit der Natur als Museumsbereich eine weiterer Bestandteil zu Kunst und Museumsarchitektur und damit auch zur Gesamtkunstwerkskonzeption hinzukommt. In diesen Kunstmuseen werden Natur und Kunst als Bereiche ähnlicher Qualität miteinander konfrontiert, so dass eine Koexistenz von Kunst und Natur entsteht. Diese Koexistenz ist m.E. für oben genannten Charakteristika prägnanter und führt eher zu einer Einheit als Kunst und urbane Umgebung bei Museen im Stadtraum.
Bei den Beispielen handelt es sich - abgesehen von kurzen Erwähnungen passender Museumsbauten in den vorherigen Kapiteln - um folgende Museen: als erstes Beispiel wird das dänische Kunstmuseum Louisiana nördlich von Kopenhagen betrachtet, daraufhin das deutsche Kunstmuseum Insel Hombroich in Nordrhein-Westfalen bei Düsseldorf und das dänische Kunstmuseum Arken südlich von Kopenhagen. An diesen Beispielen wird die theoretische Fragestellung veranschaulicht. Die beiden ersten genannten Museen, Louisiana und Hombroich sind Bauten, wo die drei Elemente Architektur, Kunst und Natur harmonisieren, die Architektur der Museen integriert Natur und Kunst. Der dritte Museumsbau befindet sich zwar auch in natürlicher Umgebung, die Natur ist jedoch nicht in den Museumsbereich integriert. Punkt 7 schließt die Arbeit mit einer Auswertung und Zusammenfassung ab.
Als Quellenmaterial für die Untersuchungen dienen Portraits einzelner Museumsbauten, in erster Linie der ausgewählten Beispiele. Des weiteren publizierte Diskussionsbeiträge zu Fragen des Kunstmuseums und Museumswesens von Museumsfachleuten, Kunsthistorikern, Künstlern u.a. Ausgewertet werden zudem Aufsätze, Berichte und Interviews zu aktuellen Museumsfragen aus deutschen und dänischen Presseveröffentlichungen, wie Tageszeitungen und Zeitschriften. Literatur zu den untersuchten theoretischen Themen, sowohl Primär- und Sekundärliteratur wie auch Fach- und Sachliteratur zum Museum und Museumswesen dienen als weitere Quellen. Zu erwähnen sind hier im besonderen die Dänische Museologische Bibliothek im Nationalmuseum von Kopenhagen und die Bibliothek des Instituts für Museumskunde in Berlin-Dahlem.
Inhaltsverzeichnis:
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