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Problemstellung:
Das Bauwesen ist seit den frühen 90er Jahren in einer grundlegenden und unverkennbaren Trendwende. Ausgehend von dem in den letzten Jahren sensibilisierten Bewußtsein der Gesellschaft in Sachen Umweltschutz, hat sich auch im Bauwesen die Einsicht durchgesetzt, Ressourcen zu schonen. Sowohl mit den Grundstücken, als auch mit der vorhandenen Bausubstanz wird sparsamer umgegangen. Den Beweis liefert die statistisch bewiesene Zunahme der Instandsetzungs- und Umbauvorhaben im Vergleich zu Neubautätigkeiten. Parallel dazu steigen die Anforderungen an das Dienstleistungsmanagement, welches für eine optimale Anlagennutzung und Gebäudebewirtschaftung notwendig ist.
Diese Trendwende wird jedoch nicht nur durch ein gesteigertes Umweltbewußtsein hervorgerufen. Wirtschaftliche Interessen sind letztendlich die Triebfeder, die den größten Einfluß auf eine Wandlung in einem Industriezweig ausüben. Auslöser für eine intensivere Auseinandersetzung mit der Anlagenbewirtschaftung war die tiefe Rezession, die die Wirtschaft in Deutschland und den meisten europäischen Länder vor einigen Jahren durchschritt. Auch wenn sich eine leichte Entspannung erkennen läßt, hat sich die deutsche Wirtschaft noch nicht völlig erholt. Die Bauindustrie, die vor einigen Jahren noch die Konjunktur stützte, befindet sich nun in dieser Talsohle, die der Maschinenbau bereits hinter sich gelassen hat.
Solche Krisen waren und sind immer ein Auslöser, über Wirtschaftsstandorte, Lohn- / Arbeitskosten, Strukturen, u.a. öffentlich nachzudenken. Während über sinkende Wettbewerbsfähigkeit, Kostenspiralen, zu hohe Steuern, Arbeitszeiten, Löhne und Auflagen heftig diskutiert wird und eine Verlagerung der Produktion durch Unternehmen in Billiglohnländer erfolgt, spielt einer der wesentlichsten Kostenfaktoren, die Anlagenbewirtschaftung, meist eine untergeordnete Rolle. Angesprochen auf ihr Anlagevermögen, wissen viele Unternehmensführer nicht einmal welchen Umfang dieses hat. Die Unternehmen leisten sich Sachanlagen wie z.B. Gebäude, die sie nicht auslasten, die schlecht bedient und instandgehalten werden, deren Betriebskosten nicht bekannt und keiner betriebswirtschaftlichen Kontrolle obliegen. Während die Unternehmensführer in den USA dieses Problem früher erkannt haben und den Aufgaben der Erhöhung der Effektivität in der Anlagenwirtschaft daher größte Aufmerksamkeit zukommen lassen, befaßt man sich in Europa erst seit einiger Zeit mit diesem Thema. Die Erstellung, Bewirtschaftung und Verwaltung von Anlagen, wird in Europa zunehmend mit Facility Management in Verbindung gebracht. Mit verwandten Begriffen wie Gebäudemanagement, Objektmanagement und Immobilienmanagement steht Facility Management daher heute als Ausdruck des Wandels in der Anlagenbewirtschaftung und wird noch einen beachtlichen Teil zur Trendwende im Bauwesen beisteuern.
Zusammenfassung:
Die Intention dieser Diplomarbeit ist zum einen die theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema Facility Management, wie auch die Synergien, die sich für das Facility Management durch die Zusammenarbeit mit dem Projektmanagement bei der Erstellung und dem Betrieb von Gebäuden ergeben. Die Leistungsfelder des Facility Management und Projektmanagement sollen dargelegt werden, sowie die Potentiale der Effizienzsteigerung in der Bewirtschaftung von Anlagen unter dem Gesichtspunkt der computergestützten Arbeit. Facility Management soll als Organisations- und Führungssystem transparent gemacht werden.
Nach einer Klärung des Begriffs Facility Management wird der Unterschied zwischen strategischem und operativen Facility Management herausgearbeitet, sowie die Leistungsfelder und die Rolle beider Managementgebiete während des Gebäudelebenszyklus geklärt. Die Verbesserung der Nutzungsflexibilität, der Arbeitsproduktivität und Kapitalrentabilität werden als Vorteile behandelt. Anschließend werden die möglichen Alternativen der organisatorischen Eingliederung, sowie die Erörterung der wichtigsten Aufgaben des strategischen Facility Management dargestellt. Die Leistungen des Facility Management werden den einzelnen Projektphasen zugeordnet und somit die enge Verbindung mit dem Projektmanagement hergestellt. Abschließend werden die verschiedenen Fachgebiete des operativen Facility Management ausgeführt.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verknüpfung des strategischen Facility Management mit dem Projektmanagement, da dieses aus Sicht des Autors eine besonders wichtige Rolle bei der Implementierung des Facility Management übernehmen kann. Die Pflichten und Aufgaben des Projektmanagement in Verbindung mit Facility Management wurden jedoch bisher in der Literatur kaum behandelt. Es werden weder differenzierte Aussagen zum Begriff Facility Management getroffen, noch werden klare Definitionen des Funktionsinhaltes wiedergegeben. Die Elemente und Aufgaben werden nicht eindeutig beschrieben, und vor allem die entscheidende Dynamik des Managementprozesses findet unzureichende Beachtung. Den traditionellen Ansätzen des Facility Management liegt kein einheitliches Konzept zugrunde, so daß auf dem Markt unterschiedliche Lösungsansätze gefunden werden können. Anstelle von Klarheit herrscht ein babylonisches Sprachengewirr bezüglich des Begriffsinhaltes, da nicht immer dieselbe Dienstleistung oder dieselbe Aufgabe unter Facility Management verstanden wird. Nachdem jedoch Schätzungen von einem Marktvolumen von ca. 60 Milliarden DM pro Jahr an Gesamtaufwendungen (inhouse und outsourced) für das Facility Management ausgehen, ist in Zukunft in diesem Markt mit erheblichen Wettbewerb zu rechnen.
Diese Arbeit bezieht sich im wesentlichen auf große Hochbaukomplexe, die eine Grundlage für wirtschaftliche Produktivität darstellen. Die dabei erarbeiteten Feststellungen und Aussagen treffen, jeweils abgewandelt und erweitert in ihren eigenen Aufgaben und Nutzungen, genauso auch für andere Bauwerke wie Krankenhäuser, Messen, Flughäfen, Bahnhöfe, Kraftwerke, Werften oder Außenanlagen wie Straßen, Bahnanlagen, Versorgungsnetze, etc. zu.
Inhaltsverzeichnis:
|
| 0. |
VORWORT |
1
|
| 1. |
EINFÜHRUNG IN DAS FACILITY MANAGEMENT |
3
|
| 1.1 |
AUSGANGSLAGE |
3
|
| 1.2 |
HISTORISCHE ENTWICKLUNG |
4
|
| 2. |
DER FACILITY MANAGEMENT BEGRIFF |
7
|
| 2.1 |
ÜBERSETZUNG AUS DEM ENGLISCHEN |
7
|
| 2.2 |
AMERIKANISCHES VERSTÄNDNIS VON FACILITY MANAGEMENT |
8
|
| 2.3 |
DEUTSCHES VERSTÄNDNIS VON FACILITY MANAGEMENT |
14
|
| 2.3.1 |
SPANNUNGSFELD INVESTOR / BAUHERR / BETREIBER / NUTZER |
16
|
| 2.3.2 |
AKTUELLE SITUATION DER BAUWIRTSCHAFT |
19
|
| 2.3.3 |
AUFFASSUNGEN DER MARKTTEILNEHMER |
22
|
| 2.3.3.1 |
IMMOBILIENVERWALTER UND REINIGUNGSFIRMEN |
22
|
| 2.3.3.2 |
ANLAGENPLANER /-BAUER UND EDV-UNTERNEHMEN |
24
|
| 2.3.3.3 |
ARCHITEKTEN UND PROJEKTMANAGER |
24
|
| 2.3.3.4 |
DEFINITIONSVERSUCHE DER DEUTSCHEN LITERATUR |
27
|
| 2.3.4 |
ENTWICKLUNG ZUM UMFASSENDEN FACILITY MANAGEMENT |
28
|
| 2.4 |
KERNAUFGABEN DES FACILITY MANAGEMENT-PROZEß |
31
|
| 2.5 |
VERGLEICH VON FACILITY MANAGEMENT ZWISCHEN DEN EUROPÄISCHEN LÄNDERN |
32
|
| 2.6 |
ABGRENZUNG VON FACILITY MANAGEMENT ZU VERWANDTEN BEGRIFFEN |
33
|
| 3. |
GANZHEITLICHE PLANUNGSVERANTWORTUNG ALS VORAUSSETZUNG FÜR UMFASSENDES FACILITY MANAGEMENT |
35
|
| 3.1 |
DAS PRINZIP DER GANZHEITLICHEN PLANUNGSVERANTWORTUNG |
35
|
| 3.2 |
INSTANZEN DER GANZHEITLICHEN PLANUNGSVERANTWORTUNG |
37
|
| 3.3 |
FACILITY MANAGEMENT WÄHREND DES GEBÄUDELEBENSZYKLUS |
42
|
| 4. |
OPERATIVES UND STRATEGISCHES FACILITY MANAGEMENT |
45
|
| 4.1 |
UNTERSCHEIDUNG DER STRATEGISCHEN UND OPERATIVEN PLANUNG |
45
|
| 4.2 |
STRATEGISCHE UND OPERATIVE PLANUNG IN DER AUSFÜHRUNG |
46
|
| 5. |
SYNERGIEN DURCH PROJEKTMANAGEMENT |
51
|
| 5.1 |
DEFINITION VON PROJEKTMANAGEMENT |
51
|
| 5.2 |
EINFÜHRUNG IN DAS PROJEKTMANAGEMENT |
52
|
| 5.3 |
KOORDINATION DER PROJEKTAUFGABEN UND -BETEILIGTEN |
56
|
| 5.4 |
PROJEKTPHASEN UND HOAI-PHASEN |
56
|
| 6. |
ORGANISATORISCHE EINGLIEDERUNG DES FACILITY MANAGEMENT |
59
|
| 6.1 |
DAS KONZEPT DES INTERNEN FACILITY MANAGEMENT UNTERNEHMEN |
59
|
| 6.2 |
FACILITY MANAGEMENT DURCH EXTERNEN BERATER |
65
|
| 7. |
AUFGABEN DES PROJEKT- UND FACILITY MANAGEMENT AUFGRUND GANZHEITLICHER PLANUNGSVERANTWORTUNG |
67
|
| 7.1 |
BEDEUTUNG DER PROJEKTENTWICKLUNG UND PLANUNGSPHASE |
68
|
| 7.2 |
ANFORDERUNGEN IN DER DEFINITIONS- UND IDEENPHASE |
69
|
| 7.3 |
ANFORDERUNGEN VON DER PLANUNGSPHASE BIS ZUR INBETRIEBNAHME |
72
|
| 7.3.1 |
PLANUNGSPHASE |
73
|
| 7.3.1.1 |
VORPLANUNG |
73
|
| 7.3.1.2 |
ENTWURFS- UND GENEHMIGUNGSPLANUNG |
75
|
| 7.3.1.3 |
AUSFÜHRUNGSPLANUNG |
76
|
| 7.3.2 |
REALISIERUNGSPHASE |
77
|
| 7.3.2.1 |
VORBEREITUNG DER VERGABE |
77
|
| 7.3.2.2 |
MITWIRKUNG BEI DER VERGABE |
78
|
| 7.3.2.3 |
OBJEKTÜBERWACHUNG |
79
|
| 7.3.3 |
INBETRIEBNAHMEPHASE |
80
|
| 7.3.3.1 |
OBJEKTBETREUUNG UND DOKUMENTATION |
80
|
| 7.4 |
UMFASSENDE AUFGABEN DES PROJEKT- UND FACILITY MANAGEMENT BIS ZUR INBETRIEBNAHME |
80
|
| 7.5 |
ANFORDERUNGEN IN DER NUTZUNGS- / BETRIEBSPHASE |
83
|
| 7.5.1 |
UNTERSCHIEDE STRATEGISCHER UND OPERATIVER AUFGABEN |
83
|
| 7.5.2 |
GRUNDLEGENDE AUFGABEN |
85
|
| 7.6 |
AUFGABEN IN UMBAU- UND ABBRUCHPHASE |
87
|
| 7.7 |
MANAGEMENTAUFGABEN UNABHÄNGIG VON DEN PROJEKTPHASEN |
87
|
| 7.7.1 |
SICHERUNG VON EXPERTENWISSEN |
87
|
| 7.7.2 |
ZUSAMMENFASSUNG DER KERNAUFGABEN IN EINER HAND |
89
|
| 7.7.3 |
KOORDINATIONSFUNKTION |
89
|
| 7.7.4 |
DATENVERWALTUNG |
90
|
| 7.7.5 |
AUSWERTUNG UND NUTZUNG DER DATEN |
91
|
| 7.7.6 |
CODESTRUKTUR FÜR OBJEKTBEZEICHNUNGEN |
92
|
| 7.7.7 |
SCHNITTSTELLENMANAGEMENT |
95
|
| 7.7.7.1 |
SCHNITTSTELLEN ZWISCHEN PROJEKTBETEILIGTEN |
95
|
| 7.7.7.2 |
ÜBERGÄNGE DER PROJEKTPHASEN |
96
|
| 7.8 |
ZUSAMMENFASSUNG DER MANAGEMENTAUFGABEN |
99
|
| 8. |
FACHGEBIETE DES OPERATIVEN FACILITY MANAGEMENT |
100
|
| 8.1 |
TECHNISCHES GEBÄUDEMANAGEMENT |
100
|
| 8.2 |
ALLGEMEINE DIENSTE (SERVICEMANAGEMENT) |
102
|
| 8.3 |
KAUFMÄNNISCHES GEBÄUDEMANAGEMENT |
102
|
| 8.4 |
ALLGEMEINE DIENSTE / KOMMUNIKATION |
102
|
| 8.5 |
NUTZUNGSMANAGEMENT |
103
|
| 8.6 |
VERMARKTUNG |
104
|
| 9. |
FACILITY MANAGEMENT IN DER PRAXIS |
105
|
| 9.1 |
THEORETISCHER RAHMEN |
105
|
| 9.2 |
STRATEGISCHE PLANUNG UND FACILITY MANAGEMENT-SYSTEME |
105
|
| 9.3 |
HÄUFIGE GENERIERUNG VON FACILITY MANAGEMENT |
106
|
| 9.4 |
DER HAUSMEISTER EIN MAUSMEISTER ? |
110
|
| 9.5 |
WER BENÖTIGT FACILITY MANAGEMENT ? |
112
|
| 9.6 |
HONORIERUNG UND VERTRAG |
113
|
| 10. |
FACILITY MANAGEMENT-SYSTEME |
116
|
| 10.1 |
FRÜHZEITIGE DOKUMENTATION DER GEBÄUDEDATEN ALS VORAUSSETZUNG |
116
|
| 10.1.1 |
BEDARFSPLANUNG |
117
|
| 10.1.1.1 |
FUNKTIONS- UND RAUMPROGRAMM |
117
|
| 10.1.1.2 |
NUTZERBEDARFSPROGRAMM |
118
|
| 10.1.2 |
RAUMBUCH |
118
|
| 10.1.2.1 |
ANFORDERUNGSRAUMBUCH |
118
|
| 10.1.2.2 |
PLANUNGSRAUMBUCH |
118
|
| 10.1.2.3 |
BESTANDSRAUMBUCH |
119
|
| 10.1.3 |
PROJEKTHANDBUCH |
120
|
| 10.2 |
EINFLUß DES FACILITY MANAGEMENT AUF PLANUNGSABLÄUFE |
122
|
| 10.3 |
DAS COMPUTER AIDED FACILITY MANAGEMENT SYSTEM |
124
|
| 10.4 |
OBJEKTORIENTIERTE DATENBANK |
131
|
| 10.5 |
EINFACHE INFORMATIONSDATENBANK |
132
|
| 10.6 |
STRUKTURELLE UND ORGANISATORISCHE VERÄNDERUNGEN DES UNTERNEHMENS |
133
|
| 10.7 |
DATENSAMMLUNG FÜR DAS FACILITY MANAGEMENT-SYSTEM |
134
|
| 10.8 |
AUSWAHLKRITERIEN FÜR EIN FACILITY MANAGEMENT-SYSTEM |
137
|
| 10.9 |
VORSTELLUNG DES FACILITY MANAGEMENT-SYSTEMS KOPERNIKUS |
137
|
| 10.10 |
DAS INTELLIGENT BUILDING |
139
|
| 11. |
ERFOLGSFAKTOREN DES FACILITY MANAGEMENT |
141
|
| 11.1 |
WANDEL IN DER BEDEUTUNG VON LIEGENSCHAFTEN |
141
|
| 11.2 |
LEAN MANAGEMENT |
142
|
| 11.3 |
FLEXIBILITÄT DER UNTERNEHMEN |
143
|
| 11.4 |
EINSPARUNGSPOTENTIALE |
144
|
| 11.5 |
OUTSOURCING |
146
|
| 11.6 |
TRANSPARENZ |
147
|
| 11.7 |
ARBEITSUMGEBUNG |
147
|
| 11.8 |
AUSWERTUNGSMÖGLICHKEITEN |
147
|
| 11.9 |
NUTZUNGSKOSTEN |
148
|
| 11.10 |
ÜBERGEORDNETE VORTEILE |
150
|
| 11.11 |
PRAXISBEISPIEL |
151
|
| 12. |
RESÜMEE |
154
|
|
QUELLENANGABEN |
155 |