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Einleitung:
Diese Arbeit soll den Handlungsrahmen einer Gemeinde im Bereich der Altenpolitik darstellen und aufzeigen, in welchem Umfang die Kommunalverwaltung Einfluss nehmen kann auf die bedarfsgerechte Ausgestaltung des Pflegeangebotes. Zuvor muss jedoch geklärt werden, was im einzelnen unter "Bedarfsgerechtigkeit" zu verstehen ist. Hierbei sind folgende Aspekte zu beachten:
Altenpolitik beschränkte sich in der Vergangenheit im wesentlichen auf die Bereitstellung eines quantitativ ausreichenden Pflegeangebotes im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich. Aufgrund der gesellschaftlichen Wandlungsprozesse ist dies jedoch nicht mehr ausreichend. Dieses Politikfeld muss demzufolge um weitere Handlungsfelder erweitert werden. In der Literatur gewinnen sog. »Lebenslagekonzepte" an Bedeutung. Hiernach ist die Berücksichtigung relevanter Lebenslagen Älterer Voraussetzung für die Schaffung von Rahmenbedingungen zur Ermöglichung eines problemlosen Alterns. Unter "Lebenslagen" versteht man wichtige Aspekte des Daseins, vor allem also die Bereiche Wohnen, Soziale Integration, materielle Sicherung sowie Gesundheit und Pflege. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass Defizite in einzelnen Lebenslagen zu nicht bedarfsgerechter Inanspruchnahme pflegerischer Hilfen führen können.
Gang der Untersuchung:
Kapitel 2 geht auf die neuen Herausforderungen an Altenpolitik ein und beschreibt wesentliche Aspekte der demographischen Entwicklung, der gesellschaftlichen Wandlungsprozesse sowie der durch die Einführung der Pflegeversicherung geänderten Aufgabenverteilung beim Ausbau des pflegerischen Angebotes. Die wachsende Bedeutung von Altenpolitik soll auf diese Weise verdeutlicht werden.
Vor diesem Hintergrund sollen in Kapitel 3 allgemeine Ziele formuliert werden, die die Grundsätze zukünftiger Altenpolitik darstellen. Sie leiten sich ab aus der Schilderung bestehender Defizite in einzelnen Lebenslagen. Um die Wechselbeziehungen zwischen Defiziten in einzelnen- Lebenslagen und der Inanspruchnahme pflegerischer Leistungen aufzeigen zu können, ist die voneinander getrennte Behandlung sämtlicher Lebenslagen von Bedeutung. Den Abschluss dieses Kapitels bildet ein nach Lebenslagen differenzierter Zielkatalog.
In Kapitel. 4 werden die Ziele der Altenpolitik in Nordrhein-Westfalen dargestellt. Sie lassen sich ableiten aus dem Landesaltenplan, aus rechtlichen Bestimmungen und Förderrichtlinien sowie aus Veröffentlichungen der Landesregierung. Die im ersten Abschnitt aufgestellten Grundsätze finden sich hier wie der. Während es sich hierbei ausschließlich um qualitative Aussagen handelte, wird an dieser Stelle auch auf quantitative Vorgaben und Zielvorstellungen der Landesregierung eingegangen, die den Kreis Steinfurt und somit Rheine direkt betreffen. Diese Vorgaben werden vorgestellt sowie kritisch hinterfragt.
Gleichzeitig erfolgt die Darstellung relevanter Akteure im Bereich der Altenpolitik auf Bundes- und Landesebene sowie des jeweils zur Verfügung stehenden Instrumentariums. Hieraus lassen sich Rückschlüsse auf Teilbereiche kommunaler Politik ableiten, in denen man über nennenswerte Steuerungsmöglichkeiten verfügt.
Nachdem nun Handlungsspielräume kommunaler Altenpolitik herausgearbeitet worden sind, werden diese in Kapitel 5 mit Hilfe der Darstellung des zur Verfügung stehenden Instrumentariums konkretisiert. Folgende Aspekte sind hierbei zu berücksichtigen:
Im Bereich der Altenpolitik agieren Akteure auf unterschiedlichen Ebenen wie der Bundes-, der Landes- und der Kreisebene. Trotz voneinander abgegrenzter Aufgabenbereiche kommt es zu Überschneidungen, die eine Kooperation von Akteuren auf unterschiedlichen Ebenen notwendig erscheinen lassen.
Das Erreichen der den relevanten Lebenslagen zugeordneten Ziele setzt Maßnahmen in den unterschiedlichsten Politikfeldern voraus. Selbst auf kommunaler Ebene ist daher die Anzahl der beteiligten Akteure relativ hoch.
Besonderes Augenmerk ist somit auf Entscheidungen zu legen, die nur in Abstimmung mit Dritten gefällt werden können.
Kapitel 6 geht auf die Fallstudie "Rheine" ein und untersucht, ob die Kommunalverwaltung ihren Handlungsspielraum vollständig ausschöpft. Diesem Zweck dient eine Gegenüberstellung der von der Gemeinde bisher ergriffenen Maßnahmen sowie der in diesem Rahmen eingesetzten Instrumente und dem zuvor abgesteckten kommunalen Handlungsspielraum.
Zu diesem Zweck muss jedoch zunächst untersucht werden, ob aus regionsspezifischen Gründen, bspw. wegen der ländlichen Struktur des Kreises Steinfurt, die aufgezeigten Ziele modifiziert werden müssen. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Analyse der Ausprägungen relevanter Lebenslagen vor Ort. Expertengespräche mit Vertretern der Kommunalverwaltung sowie mit Trägern pflegerischer Einrichtungen ermöglichen einen Einblick in politische Entscheidungsstrukturen.
Inhaltsverzeichnis:
|
| 1. |
Einleitung |
1
|
| 2. |
Neue Herausforderungen an die Altenpolitik |
5
|
| 2.1 |
Demographische Entwicklung |
5
|
| 2.1.1 |
Steigender Bevölkerungsanteil Älterer |
5
|
| 2.1.2 |
Hochaltrigkeit |
6
|
| 2.1.3 |
Feminisierung |
7
|
| 2.2 |
Gesellschaftliche Wandlungsprozesse |
8
|
| 2.2.1 |
Singularisierung |
8
|
| 2.2.2 |
Ausprägung unterschiedlicher Lebensstile |
9
|
| 2.3 |
Auswirkungen der Pflegeversicherung |
11
|
| 2.3.1 |
Sicherstellung der pflegerischen Versorgung |
11
|
| 2.3.2 |
Einflußmöglichkeiten der Politik |
13
|
| 2.4 |
Zusammenfassung |
14
|
| 3. |
Ziele einer bedarfsgerechten Altenpolitik |
16
|
| 3.1 |
Das Lebenslagekonzept als Grundlage erweiterter Altenpolitik |
16
|
| 3.2 |
Wohnen |
17
|
| 3.2.1 |
Wohnen und Altern - Der Hilfebedarf Älterer |
18
|
| 3.2.2 |
Eigentumsverhältnisse |
21
|
| 3.2.3 |
Ausstattung der Wohnung |
21
|
| 3.2.4 |
Wirksamkeit von Hilfen zur Verbesserung der Wohnsituation |
22
|
| 3.2.5 |
Fazit |
24
|
| 3.3 |
Materielle Sicherung |
25
|
| 3.3.1 |
Renten und Pensionen |
25
|
| 3.3.2 |
Zusatzleistungen |
26
|
| 3.3.3 |
Einkommen aus Vermögen |
27
|
| 3.3.4 |
Exkurs - Wohneigentumsquote und Mietbelastung |
27
|
| 3.3.5 |
Sozialleistungen |
28
|
| 3.3.6 |
Fazit |
29
|
| 3.4 |
Gesundheit und Pflege |
31
|
| 3.4.1 |
Ziele der gesetzlichen Pflegeversicherung |
31
|
| 3.4.2 |
Pflegebedarf und Pflegeform |
32
|
| 3.4.3 |
Defizite in der ambulanten Pflege |
34
|
| 3.4.4 |
Teilstationäre Pflege |
36
|
| 3.4.5 |
Stationäre Pflege |
37
|
| 3.4.6 |
Organisatorische Mängel |
38
|
| 3.4.7 |
Fazit |
40
|
| 3.5 |
Zielkatalog |
41
|
| 4. |
Akteure in der Altenpolitik und ihre Ziele |
43
|
| 4.1 |
Die Bundesebene |
44
|
| 4.1.1 |
Wohnen |
44
|
| 4.1.2 |
Materielle Sicherung |
44
|
| 4.1.3 |
Gesundheit und Pflege |
45
|
| 4.1.4 |
Fazit |
46
|
| 4.2 |
Die Landesebene |
47
|
| 4.2.1 |
Wohnen |
47
|
| 4.2.1.1 |
Ausbau vorpflegerischer Dienste |
48
|
| 4.2.1.2 |
Wohnraumanpassung und - Modernisierung |
48
|
| 4.2.1.3 |
Neubau altengerechter Wohnungen |
49
|
| 4.2.1.4 |
Entwicklung neuer Wohnformen |
50
|
| 4.2.1.5 |
Wohnberatung |
50
|
| 4.2.1.6 |
Fazit |
51
|
| 4.2.2 |
Materielle Sicherung |
52
|
| 4.2.3 |
Gesundheit und Pflege |
53
|
| 4.2.3.1 |
Qualität pflegerischer Infrastruktur |
54
|
| 4.2.3.2 |
Qualitätssicherung |
55
|
| 4.2.3.3 |
Quantität pflegerischer Infrastruktur |
55
|
| 4.2.3.4 |
Einflußmöglichkeiten der Politik |
58
|
| 4.2.3.5 |
Vernetzung |
59
|
| 4.2.3.6 |
Fazit |
61
|
| 4.3 |
Zusammenfassung |
62
|
| 5. |
Planung durch Koordination auf kommunaler Ebene |
65
|
| 5.1 |
Voraussetzungen für die Schaffung eines Verbundsystems |
65
|
| 5 1.1 |
Aufbau altenpolitischer Kompetenz |
66
|
| 5.1.2 |
Klarheit über Ziele und Einflußmöglichkeiten |
67
|
| 5.1.3 |
Erfolgskontrolle |
68
|
| 5.2 |
Koordination auf Grundlage des PflegeVG |
69
|
| 5.3 |
Verbesserung der Wohnverhältnisse |
71
|
| 5.3.1 |
Bestands - und Bedarfsermittlung |
71
|
| 5.3.2 |
Neubau altengerechter Wohnungen |
72
|
| 5.3.2.1 |
Die Schaffung von Baurechten |
72
|
| 5.3.2.2 |
Umsetzung und finanzielle Förderung |
74
|
| 5.3.3 |
Wohnraumanpassung |
75
|
| 5.3.4 |
Wohnraummodernisierung |
75
|
| 5.3.5 |
Entwicklung neuer Wohnformen |
75
|
| 5.3.6 |
Grenzen finanzieller Förderung von Altenwohnungen |
76
|
| 5.4 |
Ausbau vorpflegerischer Hilfen |
77
|
| 5.5 |
Ausbau pflegerischer Angebote |
78
|
| 5.6 |
Beeinflussung der Vergabe von Fördermitteln |
78
|
| 5.6.1 |
Einsatz von Eigenmitteln |
79
|
| 5.7 |
Beratung und Hilfestellungen |
79
|
| 5.7.1 |
Wohnberatung |
80
|
| 5.7.2 |
Wohnraumvermittlung |
- 80
|
| 5.7.3 |
Hilfen beim Umzug |
81
|
| 5.7.4 |
Beratung über vorpflegerische und pflegerische Angebote |
81
|
| 5.8 |
Zusammenfassung |
82
|
| 6. |
Planung durch Koordination auf kommunaler Ebene in Rheine |
84
|
| 6.1 |
Bedarfsgerechtigkeit in Rheine |
84
|
| 6.1.1 |
Demographische Entwicklung |
85
|
| 6.1.2 |
Bedeutung der Familienstrukturen |
87
|
| 6.1.3 |
Wohneigentum |
88
|
| 6.1.4 |
Fazit |
88
|
| 6.2 |
Verbesserung der Wohnverhältnisse |
89
|
| 6.2.1 |
Bestands - und Bedarfsermittlung |
89
|
| 6.2.2 |
Neubau altengerechter Wohnungen |
90
|
| 6.2.3 |
Wohnraumanpassung und -Modernisierung |
92
|
| 6.2.4 |
Entwicklung neuer Wohnformen |
93
|
| 6.2.5 |
Fazit |
94
|
| 6.3 |
Weiterentwicklung des pflegerischen Angebotes |
94
|
| 6.3.1 |
Bestand und Bedarf |
94
|
| 6.3.2 |
Die Beeinflussung der Vergabe von Fördermitteln |
97
|
| 6.3.3 |
Der Einsatz von Eigenmitteln |
98
|
| 6.3.4 |
Kooperation und Koordination |
98
|
| 6.3.4.1 |
Die Voraussetzungen |
99
|
| 6.3.4.2 |
Verhältnis zur Pflegekonferenz |
100
|
| 6.3.4.3 |
Zukünftige und aktuelle Maßnahmen |
100
|
| 6.3.5 |
Fazit |
101
|
| 6.4 |
Etablierung vorpflegerischer Hilfen |
101
|
| 6.5 |
Beratung und Hilfestellungen |
102
|
| 6.5.1 |
Wohnberatung |
102
|
| 6.5.2 |
Wohnraumvermittlung |
103
|
| 6.5.3 |
Hilfen beim Umzug |
103
|
| 6.5.4 |
Beratung über pflegerische und vorpflegerische Angebote |
104
|
| 7. |
Zusammenfassung |
105
|
|
Literaturverzeichnis |
106 |