|
Einleitung:
Kaum ein städtebauliches Entwicklungsprojekt wird in Hamburg und in der gesamten Bundesrepublik so umfangreich und kontrovers diskutiert wie die Planung der HafenCity.
Die Freie Hansestadt Hamburg steht vor einem weiteren tiefen Einschnitt in seiner Stadtentwicklungsgeschichte. Mit der Überbauung von 155 Hektar nicht mehr benötigter Hafenfläche nimmt sie das größte innerstädtische Bauprojekt seit mehr als 100 Jahren in Angriff. Die geplante HafenCity, die in ihrer Ausdehnung unmittelbar an die Speicherstadt grenzt, wird die Fläche der Hamburger Kernstadt verdoppeln - eine Größenordnung, die das funktionale Gleichgewicht der gesamten Stadt berührt.
Wurde die hanseatische Stadtentwicklung in der Vergangenheit von ihrer natürlichen Ausdehnung an der Peripherie geprägt, wird dieses Wachstum nun in die Innenstadt zurückgelenkt. Hier liegt die Herausforderung für Stadtplaner und Architekten, die Inszenierung einer Idealstadt des 21. Jahrhunderts, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit in einem Quartier auf das Engste verknüpft, zu einem attraktiven und funktionierendem Gesamtbild vereint und aus der alten Stadt herauswachsen läßt.
Das Gelände der HafenCity verfügt mit seiner unmittelbaren Nachbarschaft zur Speicherstadt, dem Hafen und der Hamburger City nicht nur über einen imposanten Rahmen, sondern auch über eine Historie, wie sie "hamburgischer" kaum sein könnte, denn die Geschichte berichtet, daß auf dem Areal des Grasbrook, der zukünftigen HafenCity, bereits am 20. Oktober 1401 der Seeräuber Klaus Störtebeker und seine Bande hingerichtet wurden. Wieder einmal also soll an diesem Ort Hamburger Geschichte geschrieben werden.
Der organisatorische Rahmenplan ist gegeben. Durch einen erfolgten Architektenwettbewerb und die Erstellung eines Masterplans für die HafenCity ist das städtebauliche Leitbild in Grundzügen definiert, welches in den kommenden 20 bis 30 Jahren realisiert werden soll. Schlagworte wie "Retter der Urbanität", "Die Rückkehr der Stadt an die Elbe" (Ortwin Runde, Regierender Bürgermeister der Stadt Hamburg) oder die Rede von Visionen und Innovation im Städtebau haben in der Szene Hochkonjunktur.
Aus der Fragestellung, ob das Konzept zur Entwicklung zur HafenCity die städtebaulichen und die standortspezifischen Bedürfnisse der Stadt erfüllt, ist das Thema dieser Arbeit gewachsen. Neben den planerischen und entwicklungspolitischen Aspekten werden im Anschluß die ökonomischen und immobilienwirtschaftlichen Aspekte untersucht. Hierzu zählen auch die Vermarktungsstrategien, das Standortmarketing und die zeitliche Realisierung, wobei jederzeit die städtebaulichen Interessen im Gegensatz zu ökonomischen Zwängen kritisch begutachtet werden müssen. Vergleichbare Stadtentwicklungskonzepte in Hamburg, London, Rotterdam, Stuttgart oder Berlin werden als Abbild eines Spiegels herangezogen, um Parallelen und Abweichungen, aber auch Fehleinschätzungen der Vergangenheit aufzuzeigen.
Folgende Fragen wurden in der vorliegenden Arbeit behandelt:
Unter welchen städtebaulichen und ökonomischen Einflußfaktoren steht die Planung eines neuen Stadtviertels?
Ist ein Projekt dieser Größenordnung theoretisch planbar, und wo bleibt an dieser Stelle das gewachsene Ambiente, bezüglich Historie, Stadtkultur und Stadtgesellschaft, einer Stadt?
Welche Formen der Stadtentwicklung erscheinen für das 21. Jahrhundert angemessen?
Trifft die geplante Mischnutzung den Bedarf der jeweiligen Interessensgruppen?
Wo liegen die Chancen und Potentiale der HafenCity im Hamburger Kontext?
Ist der Masterplan inhaltlich und als planungsrechtliches Instrument als ausreichende Grundlage der Stadtplanung anzusehen?
Was sind die Grundvoraussetzungen, die ein Projekt auf städtebaulicher Basis benötigt (Verkehr, Infrastruktur, baurechtliche Grundlagen, wirtschaftliche Förderungen), um eine erfolgversprechende Eigendynamik zu bekommen?
Inwieweit beeinflussen soziale und gesellschaftliche Faktoren die Stadtentwicklung versus ökonomischer Absichten und Zwänge?
Welche neuen Siedlungsformen und Nutzungsstrukturen ergeben sich aus der Tertiärisierung der Wirtschaft in Hamburg?
Verändern sogenannte "Megatrends" den Bedarf und die allgemeinen Entwicklungstendenzen von Immobilien?
Inwieweit trifft das Projekt der HafenCity den Immobilienbedarf der Hansestadt?
Welcher Vermarktungsstrategien bedarf es beim Projekt der HafenCity Hamburg?
Inhaltsverzeichnis:
|
| 0. |
Vorwort |
12
|
| 1. |
Historische Entwicklung der Stadt Hamburg - Metropole in der Elbe |
17
|
| 1.1 |
Die Stadt Hamburg als geschichtlicher Ort von der Gründung zur Gegenwart |
17
|
| 1.2 |
Stadtentwicklung und Architektur in der Hansestadt |
21
|
| 1.2.1 |
Bauen am Wasser |
27
|
| 1.2.2 |
Bedeutung des Hafens für die Stadt Hamburg |
28
|
| 1.2.3 |
Besonderheiten durch begrenzte Fläche des Stadtstaates Hamburg |
30
|
| 2. |
Grundlagen des Städtebaus für den Standort Hamburg |
33
|
| 2.1 |
Die Charta von Athen als städtebauliche Grundlage |
33
|
| 2.2 |
Entwicklung Hamburgs von der Stadt zur Großstadt und zur Metropole - Begriffsdefinitionen |
34
|
| 2.3 |
Großstädtische Agglomerationen, Verstädterung und Urbanisierung exemplarisch belegt am Beispiel der Freien und Hansestadt Hamburg |
37
|
| 2.3.1 |
Gesellschaft |
39
|
| 2.3.2 |
Wirtschaft |
42
|
| 2.3.3 |
Infrastruktur |
44
|
| 2.3.4 |
Umwelt |
46
|
| 2.4 |
Baurechtliche Grundlagen und Planungsinstrumente |
47
|
| 3. |
Die Entwicklung der Stadt Hamburg als Wirtschafts- und Wohnstandort |
49
|
| 3.1 |
Die Entwicklung Hamburgs als Wirtschaftsstandort mit seinen Branchenschwerpunkten |
49
|
| 3.2 |
Der Wirtschaftsstandort Hamburg heute, aktuelle Daten |
53
|
| 3.3 |
"Media-Boom-Town", die Multimediadienstleistungen in Hamburg |
56
|
| 3.3.1 |
Die Stadt Hamburg als zukünftiger New Media Standort |
60
|
| 3.3.2 |
Standortfaktoren für die Ansiedlung von New Media Dienstleistungen in der HafenCity |
61
|
| 3.4 |
Die Bedeutung Hamburgs im internationalen Wettbewerb |
62
|
| 3.5 |
Die Entwicklung Hamburgs als Wohnstandort |
64
|
| 3.6 |
Demographische Entwicklung in der Metropolregion Hamburg - Natürliche und räumliche Bevölkerungsentwicklung 1970-1999 |
67
|
| 3.6.1 |
Geburten, Sterbefälle und die Altersstruktur |
69
|
| 3.6.2 |
Bevölkerungsentwicklung im Vergleich zu anderen deutschen Regionen |
70
|
| 3.6.3 |
Pendlerverflechtungen in der Metropolregion Hamburg |
71
|
| 3.7 |
Prognose für die zukünftige Bevölkerungsentwicklung Hamburgs bis 2015 |
73
|
| 3.8 |
Hamburg verliert seine Kinder - Folgen der Alterspyramide |
76
|
| 4. |
HafenCity, die neue Stadt in Hamburgs Mitte |
79
|
| 4.1 |
Das Plangebiet |
79
|
| 4.2 |
Der Masterplan im Kontext zum Stadtentwicklungskonzept |
80
|
| 4.3 |
Der städtebauliche Entwurf |
83
|
| 4.3.1 |
Verkehrserschließung und Infrastrukturplanung |
85
|
| 4.3.2 |
Öffentlicher Raum, Grün- und Freiflächen |
86
|
| 4.3.3 |
Hochwasserschutz |
88
|
| 4.3.4 |
Ökologie und Nachhaltigkeit als Planungsaspekt |
88
|
| 4.4 |
Standortpotential und Image des Planungsgebietes |
93
|
| 4.5 |
Zeitlicher Ablauf und Etappenplan zur Realisierung der HafenCity |
97
|
| 4.6 |
Funktionsmischung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit als ein zukunftsfähiges Modell? |
99
|
| 4.6.1 |
Parallelen zu Hamburger Entwicklungsprojekten der Vergangenheit - Lernen von der City Nord und City Süd |
102
|
| 4.6.2 |
City Projekte - Potsdamer Platz Berlin, Stuttgart 21, Kop van Zuid Rotterdam, Docklands London |
105
|
| 5. |
Einwohner, Stadtgesellschaft und Wirtschaft - Interessen der zukünftigen Nutzer der HafenCity |
110
|
| 5.1 |
Freie Hansestadt Hamburg als Planungsträger der HafenCity - Politische und wirtschaftliche Interessen |
110
|
| 5.2 |
Handlungsspielraum der öffentlichen Hand zur städtebaulichen Mischnutzung |
111
|
| 5.3 |
Spannungsfeld zwischen Ökonomie, kultureller und soziologischer Qualität - Verknüpfung der HafenCity mit Altenwerder |
113
|
| 5.4 |
Qualitätsanspruch und Nutzungsstruktur |
116
|
| 5.5 |
Attraktivierung der Innenstadt |
119
|
| 5.6 |
Städtebauliche Mischkultur und Vielfalt der Gebäudestruktur |
121
|
| 5.6.1 |
Ein Ort zum Leben? |
124
|
| 5.6.2 |
Perspektiven einer kindergerechten Stadtplanung |
125
|
| 5.6.3 |
Exponierte Lage in Hamburgs Mitte - Ein neues Dienstleistungszentrum entsteht |
128
|
| 5.7 |
Freizeit im 21. Jahrhundert - Wie muß das Konzept der HafenCity für Freizeit und Tourismus gestaltet werden? |
129
|
| 6. |
Hamburger Entwicklungsperspektiven für das 21. Jahrhundert |
134
|
| 6.1 |
"Megatrends" - Der Weg ins neue Jahrtausend |
134
|
| 6.2 |
Zukünftige Entwicklungstendenzen der Wirtschaftsstruktur in der Metropolregion |
139
|
| 6.3 |
Veränderung des Flächenbedarfs pro beschäftigtem Arbeitnehmer |
141
|
| 6.4 |
Zukünftige Trends und Visionen bei Immobilien im neuen Jahrtausend in Deutschland |
145
|
| 6.4.1 |
Wohnimmobilien |
146
|
| 6.4.2 |
Büroimmobilien |
150
|
| 6.4.3 |
Einzelhandels- und Freizeitimmobilien |
152
|
| 7. |
Markt- und Bedarfsanalyse für den Immobilienmarkt am Standort Hamburg |
154
|
| 7.1 |
Allgemeine Marktsituation des Hamburger Immobilienmarktes |
154
|
| 7.2 |
Die allgemeine Immobilienkonjunktur und die Immobilienuhr der Stadt Hamburg |
157
|
| 7.3 |
Nachfrageanalyse |
159
|
| 7.3.1 |
Wohnungsnachfrage in Hamburg |
159
|
| 7.3.2 |
Büroflächennachfrage in Hamburg |
162
|
| 7.3.3 |
Prognose für die Nachfrage an Immobilien in der HafenCity |
165
|
| 7.4 |
Büroflächenleerstand und Leerstandsrate in Hamburg |
167
|
| 7.5 |
Preisanalyse des Immobilienmarktes am Standort Hamburg |
168
|
| 7.5.1 |
Wohnimmobilien |
169
|
| 7.5.2 |
Büroimmobilien |
172
|
| 7.5.3 |
Preisprognose für das Planungsgebiet der HafenCity |
176
|
| 7.6 |
Vergleichbare Projekte innerhalb der Hansestadt zur HafenCity |
177
|
| 7.6.1 |
City Nord |
177
|
| 7.6.2 |
City Süd |
180
|
| 7.7 |
Konkurrierende Projekte in der Stadt Hamburg zur HafenCity |
183
|
| 8. |
Stadtmarketing und City-Management als Erfolgsparameter für das Projekt der HafenCity |
186
|
| 8.1 |
Marketing für das Projekt HafenCity |
186
|
| 8.2 |
Stadtmarketing |
188
|
| 8.2.1 |
City-Management |
192
|
| 8.2.2 |
City-Identity |
193
|
| 8.3 |
Zielgruppen und Märkte der HafenCity |
195
|
| 9. |
Schlußbetrachtung und kritische Würdigung des Projekts HafenCity |
198
|
| 10. |
Literaturverzeichnis |
203
|
| 11. |
Abkürzungsverzeichnis |
212
|
| 12. |
Anhang |
214 |