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Zusammenfassung:
Im Jahr 2004 wächst die EU um weitere 10 Länder in Mittel- und Osteuropa und 39 Mio. ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Auf die Republiken Tschechien und Slowakei entfallen davon 6,7 Mio. ha, die von 150.000 landwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet werden. Nach dem Beitritt der EU werden beide Länder auf den Agrarmärkten der EU verstärkt als Anbieter aber auch mit ihren 15,7 Mio. Konsumenten als Nachfrager agieren.
Eine Besonderheit unter den Mittel- und Osteuropäischen Ländern (MOEL) ist ebenfalls die politische und wirtschaftliche Entwicklung dieser beiden Staaten, die bis 1993 noch die Tschechoslowakei bildeten. Nach der Trennung etablierte die Tschechische Republik eine gut funktionierende Demokratie mit Bemühungen sich international zu behaupten. Die Slowakische Republik hingegen schlug unter der Regierung von Vladimír Meciar eine Richtung ein, welche die Demokratie unterdrückte und sich somit international in eine Isolierung bewegte. Erst seit der Abwahl 1998 und der durch Mikulás Dzurinda neu gebildeten Regierung, ist auch die Slowakische Republik gewillt Reformen anzunehmen und sich international zu etablieren.
Die Arbeit gliedert sich in zwei große Abschnitte. Der erste der beiden umfasst die Kapitel 2 bis 6 und richtet sich insbesondere an Interessenten aus der Agrarpolitik bzw. Agrargeschichte. Der zweite kleinere Abschnitt befasst sich intensiver mit den Märkten für Weizen, Gerste, Raps, Zuckerrüben und Kartoffeln und der Zusammenfassung.
Die historische und allgemein wirtschaftliche Situation beider Länder beginnt mit einem historischen Rückblick auf die Tschechoslowakei sowie auf die Herausbildung Tschechiens und der Slowakei. Vor diesem Hintergrund werden im dritten Kapitel für beide Republiken demographische und wirtschaftliche Kennzahlen aufgeführt.
Das vierte Kapitel befasst sich spezifisch mit der Entwicklung der Landwirtschaft. Für beide Länder werden dabei getrennt die Punkte Klima und Boden, Betriebsstrukturen, landwirtschaftliches Einkommen, Produktionsmitteleinsatz, Landtechnik und Pflanzen- und Tierproduktion eingegangen.
Im fünften Kapitel wird die Situation im Hinblick auf den EU-Beitritt, basierend auf Berichten der EU-Kommission, untersucht. Danach erfolgt eine Einschätzung der landwirtschaftlichen Förderung in den beiden Ländern und in der EU, sowie eine Gegenüberstellung am Ende des Kapitels. Am Ende des fünften Kapitels wird auf die geplante Einführung der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und der schrittweisen Liberalisierung des Agrarhandels eingegangen.
Der Lebensmittelsektor wird im sechsten Kapitel abgehandelt. Die Kriterien sind die Entwicklung der Lebensmittelnachfrage, der Stand der Lebensmittelindustrie und wichtige Aspekte des Agraraußenhandels beider Untersuchungsländer.
Die Märkte für die wichtigsten Agrargüter Weizen, Gerste, Raps, Zuckerrüben und Kartoffeln werden einzeln im siebten Kapitel analysiert. Zuerst werden Angebots- und Nachfrageentwicklung aufgezeichnet, worauf eine Analyse der Preisentwicklung in beiden Ländern im Vergleich zu EU- und Weltmarktpreisen folgt. Produktionskostenvergleiche werden zwischen den beiden Staaten und Deutschland durchgeführt. Im nächsten Unterpunkt wird die Wettbewerbsfähigkeit anhand von Ertragsentwicklung im Vergleich zur EU und den restlichen MOEL beschrieben. Zum Abschluss wird für jede Kultur ein Ausblick für den gemeinsamen europäischen Markt gegeben.
Wertung der ZMP Berlin:
Mit Blickpunkt auf die EU-Osterweiterung geht der Autor auf die Entwicklung des landwirtschaftlichen Sektors ein und zeigt Probleme bei der Übernahme der GAP auf. Anhand spezifischer Produktmärkte arbeitet er die Stellung der jeweiligen Republiken im Vergleich zu den EU-Staaten heraus und zeigt zukünftige Entwicklungs-, Handels- und Investitionsmöglichkeiten. Mit Hilfe umfangreicher tabellarischer und grafischer Darstellungen hat der Autor seine Aussagen untermauert. Dabei, wie in der Arbeit insgesamt, griff er auf umfangreiche Primärquellen aus den betreffenden Ländern zurück. Das Literaturverzeichnis kann eine gute Quelle/Ausgangspunkt für eigene weitergehende Untersuchungen darstellen.
Inhaltsverzeichnis:
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