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(Fachbereiche): Sozialwissenschaften Soziologie Sozialer Wandel

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Titel Freizeitaktivitäten und -angebote als Komponenten der Belebung von Innenstädten 
Untertitel Ansprüche und Erwartungen an Innenstädte dargestellt am Beispiel der Innenstadt Pforzheim 
AutorIn Michael Metzler 
Seiten 181 Seiten 
Hochschule Universität Stuttgart Deutschland 
Art der Arbeit Magisterarbeit 
Abgabe 2002 
Preis 68,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 70007798 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

Der Freizeitsektor hat in den letzten Jahrzehnten seine residuale Stellung gegenüber der Arbeit verloren und ist für viele Menschen zu einem zentralen Lebensbereich geworden. Als Folge dieser Entwicklung haben sich Freizeitnachfrage und Freizeitangebot deutlich verändert, wie auch das Niveau, mit dem Räume der Freizeitverbringung bewertet und in Anspruch genommen werden.

Freizeit ist ein wichtiger weicher Standortfaktor und gewinnt bei Standort- und Wohnortentscheidungen von Unternehmen und Menschen an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund hat sich der kommunale Freizeitwert in der Stadtentwicklungspolitik inhaltlich verändert und eine image- und marketingorientierte Komponente bekommen. Er wurde zu einem wichtigen Indikator für die Lebensqualität und die Attraktivität eines Raumes. In dieser Studie wird am Beispiel der Innenstadt von Pforzheim analysiert, ob und in welchem Maße Freizeitaktivitäten und -angebote zur Belebung von Innenstädten beitragen können.

Die Veränderungen in den Freizeitverhaltensweisen haben entscheidende Berührungspunkte mit der Herausbildung neuer Wertorientierungen in der Gesellschaft. Werte steuern indirekt die Bedürfnisse, Formen und Inhalte der Freizeitgestaltung und können daher als Erklärungsgrößen für die Veränderungen im Freizeit- und Konsumbereich herangezogen werden. Die in den letzten Jahrzehnten zu beobachtenden Entwicklungen im Wertesystem weisen in Richtung Selbstentfaltung, Genuss, Individualismus und führen zu einer Vielzahl von individuellen Wertekombinationen.

Dieser Wertepluralismus führte in Zusammenhang mit wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen zu einer Pluralisierung der Lebensstile. Traditionelle Segmentierungsmodelle wie Schichten oder Klassen, und die zugrundeliegenden Variablen wie Beruf, Einkommen, Alter und Haushaltsform, reichen nicht mehr aus, um die Etablierung moderner Lebensstile differenziert erklären zu können. Komplexere Erklärungsansätze werden erforderlich, die auch subjektive Faktoren wie Freizeit- und Konsumverhaltensweisen berücksichtigen.

Im konzeptionellen Teil dieser Arbeit werden die Veränderungen in der Freizeitnachfrage und im Freizeitangebot anhand einiger Einflussfaktoren und Indikatoren charakterisiert.

Gang der Untersuchung:

Die empirische Analyse besteht aus zwei Teilen. In der Bürgerbefragung wurden 184 Passanten (0,16 Prozent der Einwohnerschaft Pforzheims) erfasst. Die Stichprobe entspricht in etwa der alters- und haushaltsstrukturellen Zusammensetzung der Stadt Pforzheim. In Gesprächen mit lokalen Entscheidungsträgern wurden weiterführende Erkenntnisse und Informationen gewonnen. Angesprochen wurde ein möglichst breites Spektrum von Akteursgruppen aus den Bereichen Stadtverwaltung, Einzelhandel, Gastronomie, Stadt- und City Marketing, Ehrenamt, Freizeit und Kultur.

Die Innenstadt von Pforzheim wird als bedeutender Freizeitstandort wahrgenommen. Sie ist der wichtigste Standort für außerhäusliche Freizeitaktivitäten. Deutlich mehr als die Hälfte aller Gänge in die Innenstadt erfolgen in der Freizeit.

Dennoch sieht sich die Innenstadt einigen Problemen gegenüber, die ihren Freizeit- und Erlebniswert deutlich mindern. Einige Freizeitangebotsbereiche werden vorwiegend an dezentralen Standorten nachgefragt. Defizite liegen in bestimmten Angebotssegmenten des Einzelhandels und der (Außen-) Gastronomie. Auf bestimmte Altersgruppen und Lebensstile ausgerichtete Angebote sind nur in Ansätzen zu erkennen. Händler und Gastronomen partizipieren zu wenig an Veranstaltungen und scheuen neue, erlebnisorientierte Vermarktungsstrategien.

Wichtiger Handlungsbedarf liegt in Pforzheim im Bereich der Erlebnisattraktivität. Obwohl sich die vermutete Freizeit- und Erlebnisorientierung in Pforzheim prinzipiell nachweisen lässt, bietet die Innenstadt zu wenige Ansatzpunkte für einen Erlebnisaufenthalt. Eine intensivere Nutzung der naturräumlichen Potenziale, insbesondere der Lage an den Enz- und Nagoldufern, ist zu empfehlen. Ebenso eine Aufwertung der öffentlichen Plätze. Die geplante Umgestaltung des Marktplatzes ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Große Chancen zur Stärkung des Standorts Innenstadt bieten der Neubau der Stadtbibliothek am Marktplatz sowie das Einzelhandels- und Dienstleistungszentrum "Bohnenberger Schlössle", das in den nächsten Jahren in zentraler Lage realisiert werden soll. Das Projektvorhaben kann sich zu einem enorm wichtigen Frequenzbringer entwickeln und die Kaufkraftabschöpfung inner- und außerhalb des Stadtgebietes deutlich erhöhen. Empfehlungen für die bisher ungeklärte Ausgestaltung des Angebotsmixes, die von wegweisender Bedeutung für die zu-künftige Entwicklung des Einzelhandelsstandortes Innenstadt ist, werden in dieser Arbeit gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise 4
2. KONZEPTIONELLER TEIL DER ARBEIT 5
2.1 Abgrenzung der Begriffe Freizeit und Freizeitaktivität 5
2.2 Freizeittheoretische Erklärungsansätze 8
2.2.1 Determinationskonzepte und arbeitspolare Ansätze 8
2.2.2 Freizeit als Aspekt der Lebensqualität 8
2.2.3 Der Wertewandel als Erklärung für die Veränderungen im Freizeitbereich 9
2.2.4 Lebens- und Freizeitstile 10
2.3 Einflussfaktoren auf Freizeitaktivitäten und Freizeitangebote 13
2.3.1 Einflussfaktoren der Freizeitnachfrage 13
2.3.1.1 Veränderungen in der Arbeitswelt 13
2.3.1.2 Entwicklung von Einkommen und Freizeitausgaben 14
2.3.1.3 Veränderungen im Bildungswesen 16
2.3.1.4 Entwicklungen in der Bevölkerungs- und Altersstruktur 17
2.3.1.5 Veränderungen in den Haushalts- und Familienstrukturen 19
2.3.1.6 Entwicklung der Motorisierung und der Freizeitmobilität 20
2.3.1.7 Freizeitorientierung 21
2.3.1.8 Erlebnisorientierung 22
2.3.2 Veränderungen und Trends im Freizeitangebot 25
2.3.2.1 Entwicklungen im privatwirtschaftlichen Freizeitangebot 25
2.3.2.2 Entwicklungen im kommunalen Freizeitangebot 26
2.3.2.3 Freizeit als Komponente des kommunalen Marketings 31
2.4 Freizeitstandorte 33
2.4.1 Veränderungen der Freizeitstandorte 33
2.4.2 Die Innenstadt als Freizeit- und Erlebnisraum 34
2.4.2.1 Freizeitangebote und -einrichtungen von Innenstädten 34
2.4.2.2 Erlebnisattraktivität von Innenstädten 37
2.5 Zwischenfazit und Untersuchungshypothesen 41
3. MAKROANALYSE - DER UNTERSUCHUNGSRAUM 42
3.1 Die Stadt Pforzheim 42
3.1.1 Lage im Raum 42
3.1.2 Strukturdaten zur Stadt Pforzheim 44
3.2 Das Untersuchungsgebiet Innenstadt Pforzheim 48
3.2.1 Räumliche Abgrenzung des Untersuchungsgebiets 48
3.2.2 Gebietsbeschreibung 48
3.2.3 Freizeitangebote in der Pforzheimer Innenstadt 49
3.2.4 Kurzbeschreibung ausgewählter Freizeiteinrichtungen 51
3.2.5 Der Einzelhandel in der Pforzheimer Innenstadt 55
4. MIKROANALYSE - ERGEBNISSE DER EMPIR. UNTERSUCHUNG 57
4.1 Datengrundlage, methodische Vorgehensweise, Ablauf 57
4.1.1 Bürgerumfrage 57
4.1.1.1 Ablauf und Methodik 57
4.1.1.2 Repräsentativität 58
4.1.1.3 Auswertung 59
4.1.2 Gespräche mit Akteursgruppen der Innenstadt 59
4.2 Bürgerumfrage Pforzheim 61
4.2.1 Stellenwert der Innenstadt als Freizeitstandort 61
4.2.2 Bedürfnisse der Pforzheimer an die Innenstadt als Freizeitstandort 70
4.2.3 Ansprüche an die Erlebnisattraktivität der Innenstadt 81
4.3 Befragung verschiedener Akteursgruppen der Innenstadt Pforzheim 91
4.3.1 Bedeutung des Erlebniseinkaufes in der Innenstadt 91
4.3.2 Freizeit in der Pforzheimer Stadtentwicklung 93
5. ZUSAMMENFASSUNG UND BEWERTUNG 97
5.1 Bewertung der Untersuchung 97
5.2 Empfehlungen und Verbesserungspotenziale 100
6. LITERATUR 104
ANHANG Fragebogen der empirischen Untersuchung im Wortlaut 117
 
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