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(Fachbereiche): Architektur / Raumplanung Städteplanung

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Titel Aufgaben und Probleme der nachhaltigen Verkehrsentwicklungsplanung in chinesischen Metropolen 
Untertitel Am Beispiel Pekings 
AutorIn Torsten Brenner 
Seiten 202 Seiten 
Hochschule Technische Universität Berlin Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2004 
Preis 74,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 6009019 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

"China ist ein schlafender Drache, lasst ihn schlafen, denn wenn er sich erhebt, erzittert die Welt." (Napoléon Bonaparte) Nach 30-jähriger Planwirtschaft, welche nach der Gründung der Volksrepublik China die wirtschaftliche Vitalität des Landes erheblich behinderte, wurde nach dem Tod Mao Zedongs eine umfassende Reformierung des Wirtschaftssystems unter dem Banner einer "Sozialistischen Marktwirtschaft" in China eingeleitet. Der schrittweise Übergang zu einer immer stärkeren marktwirtschaftlichen Orientierung und die Öffnung des Landes für ausländische Investitionen hat erhebliche wirtschaftliche Wachstumskräfte im Land freigesetzt.

Die Volksrepublik China hat sich inzwischen zur weltweit sechstgrößten Volkwirtschaft und zur fünftgrößten Exportnation entwickelt. Mit der weltweit zweitgrößten Devisenreserve von über 316 Mrd. US-Dollar ist China zu einer ernstzunehmenden Größe in der Weltwirtschaft und Weltpolitik geworden. Ausländische Investoren haben allein im Jahr 2003 fast 500 Mrd. US-Dollar in der Volksrepublik China investiert. Im Jahr 2003 verzeichnete die Volksrepublik China ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 9,1% gegenüber dem Vorjahr. Für 2004 ist trotz der Rückschläge durch die Vogelgrippe SARS ein weiteres Wachstum von 9,5% prognostiziert. Mit einem Bruttosozial-produkt von 1,16 Billionen USDollar liegt sie damit weltweit auf dem 6. Rang zwischen Frankreich und Italien.

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen ist der mittlerweile erwachte Drache, mit einem Pro-Kopf-Einkommen von knapp über 1000 US-Dollar pro Jahr, weiterhin auch das weltweit größte Entwicklungsland. Im Stadt-Land-Vergleich ist nach wie vor ein gravierendes Einkommensgefälle zu verzeichnen. In China leben 1,29 Milliarden Menschen auf einer Fläche von rund 9,6 Mio. Quadratkilometern. Dies entspricht etwa 20% der Erdbevölkerung. Das derzeitige Bevölkerungswachstum liegt bei 0,6%, was einem jährlichen Bevölkerungszuwachs von 7,2 Mio. Menschen entspricht.

Kennzeichnend für die Volksrepublik China ist auch eine sehr ungleiche Verteilung der Bevölkerungsdichten. Kaum besiedelte, ländliche und strukturell unterentwickelte Regionen im westlichen Hinterland stehen einem küstennahen Streifen von Ballungsgebieten mit modernen Großstädten als wirtschaftliche Zentren des Landes gegenüber. Hier leben 39% der Gesamtbevölkerung lebt auf weniger als 6% der Landesfläche. Die Bevölkerungsdichte in den Agglomerationsräumen beträgt durchschnittlich 700, in den Innenstadtbereichen Pekings bis zu 11.500, Einwohnern pro Quadratkilometer während im gesamten Landesdurchschnitt 135 Personen pro Quadratkilometer gezählt werden. In den monofunktionalen und dichtest besiedelten, städtischen Wohngebieten Shanghais und Pekings, werden Spitzenwerte von 60.000 bis 90.000 Einwohner pro Quadratkilometer erreicht.

Heute, nach einer rasanten Wachstumsphase, verfügt China über die vier Megastädte Chongquin, Shanghai, Peking und Tianjin, 17 Städte zwischen 4 bis 9 Mio. Einwohner, sowie über 141 Städte zwischen einer bis 4 Mio. Einwohnern. Insbesondere die alten küstennahen Agglomerationen erlangten im Zuge der wirtschaftlichen Modernisierung und der Öffnung des Landes neue Bedeutung und erfuhren ein enormes Wachstum.

Die durch die städtische Bevölkerungsentwicklung hervorgerufenen vielfältigen Probleme haben die chinesische Administration veranlasst, nach einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Leitbild für die urbane Entwicklung Ausschau zu halten. Dies war umso mehr nötig, da bis 2020 die Mehrheit der chinesischen Bevölkerung in Städten leben soll. Von der chinesischen Regierung wird die Verstädterung als wirksame Methode eingeschätzt, die Probleme der Arbeitslosigkeit und der erheblichen Einkommensunterschiede zwischen Stadt- und Landbevölkerung zu lösen.

Die Urbanisierung als Prozess der Ansiedlung größerer Teile der Bevölkerung in den Städten und der Bau einer darauf abgestimmten Infrastruktur steht als strategisches Entwicklungsziel weit oben auf der Agenda der chinesischen Regierung. Das zurzeit geltende Entwicklungsleitbild stellt das Paradigma der "Metropolitan Interlocking Region" dar, dem das Ziel zugrunde liegt, ein relativ stabiles System von Marktorten, Klein- und Mittelstädten in einer metropolitanen Großregion zu bilden, das auf engen Austausch- und Pendlerbeziehungen beruht und massive Land-Stadt-Wanderungen zumindest innerhalb der Region vermeiden soll.

Die stürmische wirtschaftliche Entwicklung in der Volksrepublik China hat naturgemäß das Gesicht vieler großer chinesischer Städte radikal verändert. Den raschesten Wandel haben dabei sicherlich die Städte Shanghai, Peking und Guangzhou durchlaufen.

Auch wenn der Grad der Motorisierung in chinesischen Großstädten noch weit unter dem westlicher Metropolen liegt, führen die enormen Nutzungsdichten innerhalb der Städte zu einem Verkehrsaufkommen, das schon heute höher liegt als das in vielen Großstädten westlicher Industrienationen. Obwohl es in ganz China weniger Pkw gibt als im Großraum Los Angeles, gehört Peking zu den weltweit am stärksten durch Luftschadstoffe verschmutzten Städte. Neben der hohen Fahrzeugdichte gehören die schlecht ausgerüsteten Fahrzeuge und die Qualität der Kraftstoffe zu den Ursachen dieser Verschmutzungen.

Es ist Ziel der städtischen Regierung, bis zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking, die Messwerte für Schwefeldioxid, Stickstoffoxid und Kohlenmonoxid auf die Standards der Weltgesundheitsorganisation WHO zu senken. Im Verkehrssektor sollen nicht nur schärfere Abgasnormen nach der Euronorm III durchgesetzt werden, sondern auch der heute erheblich funktional beeinträchtigte Verkehrsfluss soll verbessert werden und der Anteil des öffentlichen Verkehrs am täglichen Verkehrsgeschehen wesentlich vergrößert werden. Denn trotz eines massiven Ausbaus der Straßennetze in den vergangenen Jahren führt die oft chronische Überlastung der Verkehrsinfrastruktur zu erheblichen Mobilitätseinschränkungen, die allein durch die weitere Optimierung des Verkehrsnetzes nicht bewältigt werden können.

Die Dringlichkeit einer nachhaltigen, integrierten und nicht nur auf den Pkw-Verkehr ausgerichteten Verkehrsentwicklungsplanung wird umso deutlicher, wenn man sich vor Augen führt, dass allein in Peking mehr als 1.000 private Personenkraftwagen täglich neu zugelassen werden und die chinesische Regierung eine weitere Urbanisierung anstrebt.

In dieser Diplomarbeit soll auf die Probleme und Anforderungen an eine nachhaltige und zukunftsfähige Verkehrsentwicklungsplanung für chinesische Großstädte eingegangen werden und diese beispielhaft anhand des Zhongguancun Science & Technology Parks im Haidian-District der chinesischen Hauptstadt Peking analysiert werden.

Das Zentralgebiet des Zhongguancun Science & Technology Parks besitzt eine der höchsten Flächennutzungsdichten in ganz China und konzentriert auf einer Fläche von 75 km² mit rund 200.000 zugelassenen Fahrzeugen rund 15% des Kraftfahrzeugbestandes der Stadt Peking. Das Beispielgebiet ist daher in gewisser Weise prototypisch für die Entwicklungen, die sich zukünftig in anderen chinesischen Verdichtungsregionen fortsetzen werden.

Im Verlauf dieser Arbeit werden, nach einer Einführung in die Stadt- und Verkehrsentwicklung der Stadt Peking und des Beispielgebietes, die aktuelle verkehrliche Situation und die Planungen und Handlungskonzepte lokaler Akteure im Beispielraum des Haidian-Districts untersucht. Es werden Defizite analysiert, Handlungserfordernisse aufgezeigt und diese vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Planungsphilosophien chinesischer und westlicher Planer bewertet. Abschließend werden Ansätze für eine nachhaltige und stadtgerechte Verkehrsentwicklung in Peking aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung und Zielsetzung der Arbeit 5
2. Die Stadt Peking und ihre verkehrlichen Probleme 12
3. Merkmale der bisherigen Stadt- und Verkehrsentwicklung Pekings 16
3.1 Stadtentwicklung 16
3.1.1 Die traditionelle chinesische Stadt 17
3.1.2 Entwicklungen im 20. Jahrhundert 22
3.1.3 Entwicklungen in Folge der wirtschaftlichen Liberalisierung 27
3.2 Mobilität und Verkehr 33
3.2.1 Motorisierung, Mobilität und Verkehrsaufkommen 33
3.2.2 Verkehrsangebote und Verkehrsinfrastruktur 40
3.3 Vergleiche mit Großstädten westlicher Industrieländer 46
3.4 Folgerungen 50
4. Zustandsbeschreibung am Beispiel des Zhongguancun Science & Technology Parks, Haidian District, Peking 52
4.1 Hinweis 52
4.2 Bedeutung, Lage und Merkmale des Beispielraums und Einordnung in das Gesamtverkehrssystem Pekings 52
4.3 Struktur und Flächennutzung 61
4.4 Zustandsbeschreibung der Verkehrsinfrastruktur und des Verkehrsablaufes 65
4.4.1 Straßennetzstruktur und Gestaltung 65
4.4.2 Anlagen des ruhenden Verkehrs 73
4.4.3 Öffentliches Verkehrsangebot und Abwicklung des öffentlichen Personenverkehrs 77
4.4.4 Verkehrsaufkommen und Verkehrsablauf des straßengebundenen Verkehrs 87
4.4.5 Organisation und Steuerung des straßengebundenen Verkehrs 100
4.5 Auswirkungen auf Kapazität und Auslastung der Verkehrssysteme 103
4.6 Auswirkungen auf die Verkehrsmittelwahl und das Verkehrsverhalten 105
5. Prognosen zukünftiger Entwicklungen 107
5.1 Tendenzen zukünftiger Stadt- und Bevölkerungsentwicklung Pekings 107
5.2 Prognosen für die verkehrliche Entwicklung Pekings 113
5.3 Risiken der künftigen Entwicklungen 120
6. Handlungskonzepte lokaler Akteure 123
6.1 Administrative Strukturen und Zuständigkeiten 123
6.2 Ziele, Leitbilder und Konzepte der Stadt- und Verkehrsplanung 127
6.2.1 Grundsätzliches Planungsverständnis 127
6.2.2 Übergeordnete Ziele und Leitbilder 129
6.2.3 Konzeptionelle Umsetzung und reale Planungspraxis 133
6.3 Verdeutlichung am Beispiel des Zhongguancun Science & Technology Parks, Haidian District, Peking 135
6.3.1 Entwicklungsziele 135
6.3.2 Masterplan 136
6.3.3 Fachpläne und Teilkonzepte 141
6.3.4 Wirkungsprognosen und Zielerreichung 149
7. Bewertung und Handlungserfordernisse 153
7.1 Vorbemerkung 153
7.2 Problemwahrnehmung und Planungsverständnis 154
7.3 Administrative Defizite und interdisziplinäres Planen 156
7.4 Wirkungsbasierende Planungsmethoden 157
7.5 Verdeutlichung am Beispiel des Zhongguancun Science & Technology Parks, Haidian District, Peking 158
7.5.1 Festlegung von Planungsrichtwerten und Wirkungszielen 158
7.5.2 Abstimmung der Verkehrsplanung mit der Stadt-entwicklungs- und der Flächennutzungsplanung 161
7.5.3 Erfordernisse bei der Entwicklung und Entwurfsgestaltung des Straßennetzes 162
7.5.4 Weiterentwicklung und Betrieb des öffentlichen Verkehrssystems 164
7.5.5 Maßnahmen im Bereich des ruhenden Verkehrs 167
7.5.6 Erfordernisse bezüglich der Verkehrssteuerung, des Verkehrsmanagements, der Bereitstellung von Verkehrsinformationen und der Beeinflussung der Verkehrsnachfrage 169
7.5.7 Erforderliche Veränderungen im Verkehrsverhalten, Verkehrsüberwachung 175
8. Zusammenfassende Folgerungen und Empfehlungen 176
I. Abbildungsverzeichnis 178
II. Tabellenverzeichnis 180
III. Abkürzungsverzeichnis 181
IV. Literaturverzeichnis und Linkverzeichnis 182
V. Stichwortverzeichnis 194
 
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