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(Fachbereiche): Architektur / Raumplanung Landschaftsarchitektur

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Titel Reflexion und Wandel - drei Areale - eine nachhaltige Gebietsentwicklung 
Untertitel Entwurfskonzepte zur Neuordnung und Revitalisierung innerstädtischer Brachfläche in der Esslinger Weststadt 
AutorIn Gunther Stoll 
Seiten 162 Seiten 
Hochschule Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (ehemals FH Nürtingen) Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2006 
Preis 68,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 6009814 
Sprache Deutsch 
Medien CD 
Inhaltsangabe
Zusammenfassung:

Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Gebietsentwicklung der Weststadt, einem Stadtteil von Esslingen am Neckar, sowie den Themen Neuordnung und Revitalisierung und dem Ortsbezug im Städtebau. Ausgangspunkt des Entwicklungsprozesses für die Weststadt sind die Begriffe "Reflexion" und "Wandel". Neuordnung impliziert auch immer die konkrete Auseinandersetzung mit dem Gewesenen.

In einem eigenem Ansatz wurde aufgezeigt wie durch "Reflexion" - der Auseinandersetzung mit dem Ortsbezug - in einem ganzheitlichen Prozess auf die Anforderungen einer Neuordnung, in einem geschichtsträchtigen Quartier, eingebettet in landschaftlich reizvoller Umgebung, so reagiert werden kann, dass ein "Wandel" entstehen kann, der unter Berücksichtigung städtebaulicher Zielvorstellungen, zu einer Gebietsentwicklung führen kann, die die "Identität" eines Ortes bewahrt oder wieder entdeckt. Des Weiteren ist die Arbeit ein Appell an die Ortsbindung im Städtebau, gegen eine Planung aus rein wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten. Die Arbeit spricht dagegen das Konzept als vorgefertigtes Leitbild mitzubringen und für die Entwicklung einer Leitidee aus den Gegebenheiten des Ortes zu entwickeln. Es ist denkbar, dass sich der in dieser Arbeit gezeigte theoretische wie praktische Ansatz, hinsichtlich seiner interdisziplinären Herangehensweise auch auf andere Standorte übertragen lässt.

In der Esslinger "Weststadt", dessen Stadterweiterung im 19. Jahrhundert als erstes zusammenhängendes Industriegebiet der Stadt Esslingen entstand, ist heute durch den Entschluss Sanierung statt Abriss zu betreiben neues Leben in ein altindustrielles und geschichtsträchtiges Quartier eingekehrt und der Stadt ein Stück Identität erhalten geblieben. Geprägt von homogenen Blockstrukturen, dem Wasserlauf des Roßneckars sowie der südlichen Tallage am Fuße der Esslinger Weinberge einerseits, befinden sich in direkter Nachbarschaft die Brachflächen der Deutschen Bahn und industrielle Gemengelage mit diffuser Bausubstanz und hohem Entwicklungspotential. Das in direkter Nähe zur Innenstadt gelegene Plangebiet, das zudem im Einzugsgebiet der attraktiven, prosperierenden Region Stuttgart liegt, wird in Zukunft verstärktes bodenpolitisches Interesse und somit planerischen Handlungsbedarf auslösen.

Im Zuge dieser Entwicklung steht eine Neuorientierung bzw. -strukturierung des Gebiets an. Als Hauptziel sollte hierbei die Schaffung einer identitätsstiftenden übergeordneten Struktur verfolgt werden, die den sozialen und ökologischen Potentialen größtmöglichste Bedeutung zukommen lässt. Letztendlich muss sich die zukünftige Entwicklung verstärkt an den Zielen der Nachhaltig- und Ganzheitlichkeit orientieren. In diesem Kontext spielt auch der Ortsbezug, eine Rolle. Die Beschäftigung mit den Beziehungen der Weststadt zu seinem Ort zeigte, das den geschichtlichen und landschaftlichen Bezügen eine stärkere Bedeutung zukommen muss, um die Einzigartigkeit des Ortes, sprich seine "Identität" bewahren zu können. In diesem Zusammenhang denke ich vor allem an die industrielle Geschichte der Esslinger Weststadt, den Bezug zum Naturraum der Esslinger Weinberge, den Neckar sowie der Kanallandschaft entlang des Roßneckars.

Mit den entwickelten Entwurfsvarianten werden unterschiedliche "Zukünfte" für die Weststadt vorgestellt und eine Fülle von Ideen und Anregungen für eine zukünftige Planung gegeben. Die Varianten liefern die Basis für spannungsvolle kontroverse Diskussionen und öffnen den Blick für komplexe Aspekte der Stadtplanung, die alle Handlungsbereiche menschlicher Lebensbereiche umfasst. Der ganzheitlich entwickelte eigene Methoden-Mix bildet den "grünen Faden" durch die Arbeit. Basierend auf diesen Überlegungen wird für die Stadt Esslingen a.N. der Einstieg in einen kooperativen Planungsprozess angedacht. Im Sinne einer vorausschauenden Planung sollen die Empfehlungen der Stadt helfen, den Einstieg in den kooperativen Dialog mit Anwohnern, Bürgern, Architekten und Planern im Bereich der Stadtentwicklung zu finden.

Einleitung:

Esslingen kann wegen seiner beengten Lage im Tal und seiner kleinen Gemarkungsfläche kaum neuen Bauflächen ausweisen. Die Pflege und Entwicklung geeigneter vorhandener Wohn- und Arbeitsstätten wurde daher für die Stadt eine wichtige Aufgabe.

Nachdem mit der Erneuerung der historischen Innenstadt und der Konsolidierung der einzelnen Stadtteile die vorrangigen Aufgaben der letzten zwanzig Jahre von der Stadt durchgeführt und zu einem respektablen Stand gebracht worden sind, sucht die Stadt Esslingen am Neckar seit einigen Jahren Lösungsansätze für die komplexen städtebaulichen Probleme in der Esslinger Weststadt.

Erste Ansätze zur Erneuerung der "altindustriellen" Weststadt gab es schon in den 70er Jahren. In den 90er Jahren wurden viele ehemalige Betriebsgebäude beseitigt und an ihrer Stelle z.B. Wohnungen für Senioren errichtet worden. Der Ersatz von Arbeitsstätten durch Wohnungsneubau stellte sich aber langfristig nicht als sinnvolles Konzept zur Erneuerung der Weststadt dar. Untersuchungen zur Neuordnung des Omnibusbahnhofs, zum Bahnhofsplatz und zur Überbauung des Güterbahnhofes zeigten die strukturellen Schwierigkeiten des Stadtteils und verdeutlichten zugleich die Potentiale, die hier vorhanden sind.

Ende 1996 wurde das Sanierungsgebiet Weststadt durch den Gemeinderat beschlossen. Im ersten Industriegebiet Esslingens sollte durch eine behutsame Sanierung der Bestand an Wohnen und Arbeiten gesichert, erweitert und attraktiver gemacht werden. Darüber hinaus bot sich die Chance durch frei werdende Flächen auf dem Güterbahnhofareal die Weststadt zu erweitern und vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Viele Ziele und Maßnahmen dieser wichtigen Aufgabe sind heute bereits erreicht und abgeschlossen worden. Im Laufe der Zeit kamen neben Umstrukturierungsmaßnahmen im Bestand jedoch neue Aufgaben hinzu. Flächen, die Aufgrund ihrer bisherigen Nutzung nicht im Mittelpunkt der Untersuchungen und Maßnahmen standen rückten nun in den Vordergrund der städtischen Planungen.

Als vergangenes Jahr bekannt wurde, dass das Esslinger Traditionsunternehmen Hengstenberg, dessen Standort direkt an das Güterbahnhofsareal grenzt und lediglich im Osten vom Kanallauf des Roßneckars getrennt wird, über eine Verlagerung beziehungsweise Neustrukturierung des Standortes nachdenkt, suchte das Stadtplanungsamt Esslingen im Sinne einer vorausschauenden Planung bereits im Vorfeld Ideen und Ansätze für eine ganzheitliche Gebietsentwicklung von drei Arealen innerhalb der Weststadt. Bei vielen Überlegungen, die der Gemeinderat und die Verwaltung zurzeit anstellen, spielt die Esslinger Weststadt eine gewichtige Rolle. Auf Anfrage nach einer innerstädtischen Fläche, für die auf längerfristige Sicht eine Neuordnung ansteht, bot mir das Stadtplanungsamt Esslingen die Ausarbeitung der Aufgabe "Entwicklung von Entwurfskonzepten für die innerstädtischen Brachflächen in der Esslinger Weststadt", welche die Flächen der Areale Güterbahnhof, Hengstenberg und Schlachthof umfasst, als Thema für eine Diplomarbeit an.

Ziel der Arbeit soll es sein im Sinne einer vorausschauenden Planung, für die Stadt Esslingen am Neckar tragfähige Konzepte, Leitbilder und Varianten zu entwickeln. Aus der Weststadt soll ein lebendiges, attraktives Stadtquartier werden, dass Esslingen in seiner Rolle als zweitgrößte Stadt in der Region Stuttgart noch reizvoller macht. Es geht jedoch nicht mehr darum, mit neuen Kinos oder Cafes- und Einkaufsmöglichkeiten das Freizeitangebot zu erweitern. Mit den Einkaufsmöglichkeiten und dem gastronomischen Angebot im "Dick" sowie dem Dienstleistungsschwerpunkt Schelztorzentrum wurden zuletzt neue Arbeitsplätze geschaffen. Dies soll auch bei der weiteren Entwicklung der Weststadt Vorrang haben: Neue, zukunftsträchtige Betriebe sollen hier ihre Heimat finden.

Damit auch das Wohnen an Reiz gewinnt und wieder zu einem Schwerpunkt in der Weststadt werden kann ist zudem der Bedarf an Erholungs- und Freiflächen zu decken sowie der Wunsch der Bewohner nach "mehr Grün" und einer besseren sozialen Infrastruktur. Als Neuordnungsstrategie soll der Entwurf die bereits vorhandenen positiven Entwicklungsstrategien für die Weststadt aufgreifen. Bei der inhaltlichen und formalen Gestaltung wurde mir freie Hand gelassen. Aus den Ergebnissen dieser Arbeit erhofft sich die Stadt Esslingen neue Impulse für die zielgerichtete Gebietsentwicklung in der Weststadt.

Gang der Untersuchung:

Die Reflexion meiner im Studienverlauf angeeigneten Arbeitsweise führte zu einem individuellen Methoden-Mix. Dieser führt von der klassischen Bestandsaufnahme (Analyse und Zielentwicklung), der eher klassischen planerischen Herangehensweise, über die Interpretation des von Tomás Valena bevorzugten dialektischen Entwurfsprozesses hinaus zur Entwicklung eines eigenen Ansatzes. Weiterhin beinhaltet dieses Kapitel kurze Ausführungen zu den Begriffen "Reflexion und Wandel", Gedanken über den Berufsethos des Stadtplaners, den Ortsbezug in der Architektur und Städtebau, sowie dessen Begründung.

Mit dem Begriff "Ortsbezug" werden die nicht sichtbaren Eigenschaften eines Ortes, z.B. seine atmosphärischen Qualitäten, sein Charakter oder seine Stimmung verbunden. Ist dieser Ort uns positiv in Erinnerung, so ist dies meistens der Fall wenn der Ort belebt wurde, das heißt ein persönlicher Erinnerungswert entstanden ist. Aus soziologischer und psychologischer Sicht ist längst bewiesen, dass ein "positiver Ort" Wohlgefühle vermittelt und für das persönliche Individuum inspirierend wirken kann, während ein ungünstiger Ort lähmt oder sogar krank machen kann.

Den Ausführungen Tomás Valena zufolge kann ein Ort ärmer oder reicher an Vorgaben sein. Letzteres trifft auf die Esslinger Weststadt zu. Sie besitzt eine Vielzahl atmosphärischer Qualitäten. Jedoch liegen diese zur Zeit größtenteils im Verborgenen oder sie wendet sich ihnen ab. Deshalb sind feinere Sensoren nötig, um ihre "Botschaft" wahr zu nehmen. Dies begründet auch meine Herangehensweise: Die ausführliche Bestandsaufnahme als Sammlung objektiver Fakten und als Erfahrung örtlich individueller Eigenarten, die einen wesentlichen Arbeitschritt im Gesamtkontext der planerischen Überlegungen und der Entwurfskonzeption innerhalb dieser Arbeit darstellen. Auch folgt meine methodische Arbeitsweise im Wesentlichen dem von Valena favorisierten dialektischen Entwurfsprozess, der folgende Schritte aufweist:

Grundsätzliches Bejahen des Vorhandenen, Erkennen des Wesentlichen, als intuitives Erfahren (subjektiv) oder analysierendes Erfassen (objektiv). Auf das auf dieser Erkenntnis aufbauende Interpretieren des Erfassten folgt schließlich das Antworten im Sinne von Handeln. Was bedeuten soll - die mögliche Vielzahl von Interpretationen oder Varianten auf eine einzige zu beschränken. Ein legitimes Mittel liegt im Setzen neuer, starker Zeichen und Impulse.

Die Interpretation dieses Entwurfsprozesses wurde zur Herleitung des eigenen methodischen Ansatzes eingesetzt und um die Arbeitsschritte "Überlagern", "Ordnen" und "Vertiefen" ergänzt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
1.1 Vorwort 3
1.2 Anlass 4
1.3 Aufgabe&Ziel 4
2. Theoretischer Teil: Methoden Mix 5
2.1 Dialektischer Entwurfsprozess: Über den Ortsbezug in der Architektur 5
2.2 Begründung des Ortsbezugs 6
2.3 Eigener Ansatz 7
3. "Bejahen" - Bestandsaufnahme 11
3.1 Bestandsaufnahme im Makrobereich der Stadt Esslingen am Neckar 11
3.1.1 Geographische Lage 11
3.1.2 Die Region Stuttgart 11
3.1.3 Zentralörtliche Funktion 12
3.1.4 Strukturdaten 13
3.1.5 Verkehrliche Anbindung 22
3.1.6 Übergeordnete Planungen 23
3.1.7 Rückblick auf 60 Jahre Stadtentwicklung 25
3.1.8 Aktuelle und städtebauliche Entwicklungen 27
3.2 Bestandsaufnahme im Mikrobereich der Esslinger Weststadt 30
3.2.1 Lage 30
3.2.2 Gebietsstruktur 30
3.2.3 Übergeordnete Planungen 32
3.2.4 Kommunale Planungen und Gutachten 33
3.2.5 Historische Entwicklung 34
3.2.6 Aktuelle und zukünftige Planungen 36
3.3 Bestandsaufnahme im Mikrobereich des Plangebiets 38
3.3.1 Räumliche Einbindung 38
3.3.2 Gebaute Umwelt und Freiflächen 44
3.3.3 Teilgebiete 54
4. "Erkennen" - Analyse der Bestandsaufnahme 60
4.1 Planungsebene: Objektives Erkennen 60
4.1.1 Konfliktanalyse 60
4.1.2 Potentialanalyse 62
4.1.3 städtebauliche Zielvorstellungen 64
4.2 Entwurfsebene: Subjektives Erkennen 65
4.2.1 Vorgaben des Ortes als Rahmen für die Revitalisierung 65
4.2.2 Folgerung: Wegeverknüpfungen von Bezugspunkten als Leitidee 67
5. "Überlagern und Ordnen" 68
5.1 "Überlagern" - Die städtebaulichen Leitbilder für die Neuordnung 68
5.1.1 Die Leitbilder - auch eine "Imagefrage" 68
5.1.2 Die Leitbilder der Neuordnung 69
5.1.3 Grüne Verbindungen 70
5.1.4 Sequenzen 71
5.2 "Ordnen" - Das Neuordnungskonzept 75
5.2.1 Funktion des Stadtteils im Stadtgebiet 75
5.2.2 Erschließung und ruhender Verkehr 76
5.2.3 Nutzungen 77
5.2.4 Bebauungsstruktur und Stadtgestalt 78
5.2.5 Freiraum und Grünordnung 78
5.2.6 Strukturplan 79
6. "Interpretieren" - Variantenentwicklung 80
6.1 Verkehrskonzepte 80
6.1.1 Variante I - "Schlachthausstraße" 80
6.1.2 Variante II - "Lärm zu Lärm" 82
6.2 Entwurfskonzepte 85
6.2.1 Variante Ia - "Grüne Zimmer" 85
6.2.2 Variante Ib - "Grüne Zimmer" 86
6.2.3 Variante II - "Wohnen mit der Landschaft" 87
6.2.4 Variante III - "Stadt am Fluss" 88
6.2.5 Variante IV - "Rückrat" 88
7. "Antworten" - Bewertung und Empfehlung" 97
7.1 Verkehrskonzepte 97
7.1.1 Bewertungen 97
7.1.2 Empfehlung 97
7.2 Entwurfskonzepte 98
7.2.1 Bewertung 98
7.2.2 Empfehlung 98
8. "Vertiefen" - Ausarbeitung und kommunale Fachplanungen" 99
8.1 Realisierung 99
8.2 Visualisierung 99
9. Zusammenfassung der Gesamtarbeit 107
10. Appendix: 108
Quellenverzeichnis 108
Abbildungsverzeichnis 114
Tabellenverzeichnis 115
Ehrenwörtliche Erklärung 116
Danksagung 117
 
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