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(Fachbereiche): Betriebswirtschaft - Funktional Wirtschaftsgeographie

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Titel Lokaler Einzelhandel und integriertes Shopping-Center - Konkurrenz oder Symbiose? 
Untertitel Eine Untersuchung am Beispiel der Veränderung lokaler Einzelhandelsstrukturen in Bautzen 
AutorIn Martin Franke 
Seiten 184 Seiten 
Hochschule Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main Deutschland 
Art der Arbeit Diplomarbeit 
Abgabe 2006 
Preis 58,00 EUR (inkl. MwSt.)
 
Bestellnummer 90009954 
Sprache Deutsch 
Medien Papier / CD 
Inhaltsangabe
Einleitung:

Die Situation des Einzelhandels in den deutschen Innenstädten ist äußerst komplex. Um gegen die Handelskonkurrenz auf der "grünen Wiese" bestehen zu können, versuchen ostdeutsche Kommunen häufig wieder ein neues Gesicht in Form einer "neuen Mitte" zu finden. Westdeutsche Kommunen hingegen, deren Innenstädte seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach rein ökonomischen Gesichtspunkten entwickelt wurden, suchen vielmehr einen Weg aus der monofunktionalen Nutzung ihrer Innenstädte, und somit häufig auch aus einer gewissen Profillosigkeit, herauszukommen.

So unterschiedlich die Probleme von ost- und westdeutschen Kommunen auch sein mögen, zwei verbindende Elemente finden sich sowohl im Osten als auch im Westen der Republik:

- Der Einzelhandel, welcher je nach der wirtschaftlich geographischen Bedeutung der Stadt mehr oder weniger ausgeprägt ist.

- Gleichzeitig mit einhergehend, die Krise im deutschen Einzelhandel.

Doch trotz der Flaute und aller Krisenstimmung im Einzelhandel gibt es ein paar Akteure im Marktgeschehen, die jeder Krise trotzen und die sich besonders den Weg in die Innenstädte suchen - die Investoren des Handels- und Freizeitbereichs. Erst genannte Investoren betreten als Entwickler von Shopping-Centern die kommunalen Bühnen und versprechen den städtischen Akteuren, "Heilsbringer" für die kommunale Krise und den lokalen Einzelhandel zu sein. Das Heil wird ihnen in Form von Shopping-Centern angepriesen, allerdings jetzt, im Gegensatz zu früheren Center-Entwicklungen, fast nur noch an innerstädtischen, also zumeist integrierten Standorten (vgl. Kap. 3.1.3).

So auch geschehen in der ostsächsischen Stadt Bautzen/Budysin, welche den Untersuchungsraum dieser Arbeit darstellt: Dort eröffnete im September 2000 an einem höchst integrierten Standort, am Schnittpunkt zweier traditioneller Einzelhandelsstandorte, ein Shopping-Center des Branchenprimus ECE seine Pforten. Wie schon bei anderen Center-Eröffnungen, bewegten und bewegen sich auch in Bautzen die Meinungen der Akteure zwischen starkem Misstrauen und größtem Zutrauen hinsichtlich des neuen "Heilsbringers" - und dies sowohl während des Planungsprozesses, bei der Einweihung als auch noch mehr als fünf Jahre nach Eröffnung des Shopping-Centers (vgl. Kap. 7.1).

Gang der Untersuchung:

Nach mehr als fünf Jahren gilt es nun, in Bautzen Bestand aufzunehmen. Welche Befürchtungen der Akteure hinsichtlich des Shopping-Centers haben sich bewahrheitet, welche haben sich als unberechtigt erwiesen?

Diese vorliegende Bestandaufnahme fragt nach den Handlungsfolgen, die sich für zwei Akteure im Einzelhandel, Einzelhändler und Konsumenten, ergaben. Inwieweit kam es zu Veränderungen der lokalen Einzelhandelsstrukturen- in qualitativer als auch in quantitativer Sicht?

Vorrangiges Ziel dieser Arbeit ist es, die Handlungen auf der Anbieterseite im Bautzener Einzelhandel zu analysieren und hieraus für die Einzelhändler Empfehlungen abzuleiten. Dies ist besonders notwendig, da gerade in Bautzen noch der lokal gewachsene mittelständische Handel präsent ist. Dieser wurde noch nicht vollständig durch eine filialisierte Einzelhandelslandschaft ersetzt. Leider hat sich der häufig alteingesessene ortsansässige Handel wie das Kaninchen vor der Schlange in eine passive, ausharrende Position manövriert: Einerseits bemängelt ein Großteil der ortsansässigen Händler die "Amerikanisierung der Stadt" durch das Shopping-Center, wagt es aber andererseits nicht, Veränderungen in seinem Handelsgeschehen vorzunehmen.

Stattdessen werden eventuelle Veränderungen abgewartet. Wenn diese Veränderungen zu Gunsten der Inhaber geführten Geschäfte sind, werden sie für gut befunden. Sind diese jedoch, und sei es auch nur vermeintlich, zu Lasten der Händler, so geht ein Murren durch deren Reihen.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Besitzer der alteingesessenen Geschäfte aus ihrer Passivität herauszuführen und ihnen aufzuzeigen, dass nur ein aktives Gestalten sie vor der vermeintlich übermächtigen Schlange, die hier die Gestalt eines Shopping-Centers hat, retten kann (vgl. Kap. V). Agieren statt Reagieren muss die Botschaft sein.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis iv
Abbildungsverzeichnis v
Tabellenverzeichnis vi
Danksagung vii
I. EINLEITUNG 1
1. Problemskizzierung 1
2. Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit 2
II. EINZELHANDEL UND KONSUMENT: THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN 4
3. Grundlegende Entwicklung 4
3.1 Handel im Wandel 4
3.1.1 Vom Versorgungs- zum Erlebniseinkauf 4
3.1.2 Wandel der Betriebsformen 16
3.1.2.1 Das Shopping-Center als besondere Betriebsform 28
3.1.2.2 Entwicklung der Shopping-Center in Deutschland 32
3.1.3 Standortsystematik im Einzelhandel 34
4. Methodische Grundlagen 39
4.1 Handeln, Handlung, "Geographie-Machen": Benno WERLENS raumorientierte handlungstheoretische Sozialgeographie 39
4.2 Anwendung des theoretischen Rahmens auf die Untersuchung: Konsequenzen aus den theoretischen Überlegungen 49
4.3 Empirische Verfahren 53
III. DAS FALLBEISPIEL: DER EINZELHANDEL IN BAUTZEN 56
5. Der Untersuchungsraum: Die Stadt Bautzen 56
5.1 Lage der Stadt, administrative Gliederung, Besonderheiten 56
5.2 Bevölkerung 57
5.3 Arbeitsmarkt 58
5.4 Raumordnerische Gliederung 59
5.5 Erreichbarkeit 60
5.6 Abstellflächen für den motorisierten Individualverkehr 61
6. Phasen der Bautzener Stadtentwicklung 62
6.1 Erste Siedlungen bis zur Industrialisierung 62
6.2 Von der Industrialisierung bis zum Zweiten Weltkrieg 64
6.3 Jüngere Projekte der Stadtplanung und -entwicklung 65
6.3.1 Planen und Bauen unter dem Vorzeichen des Sozialismus 65
6.3.2 Sanieren und Erhalten seit der Wiedervereinigung 67
7. Einkaufen in der Bautzener Innenstadt 72
7.1 Erlebniseinkauf am Kornmarkt: Das Kornmarkt-Center und seine Planungsgeschichte 72
7.1.1 Das Kornmarkt-Center im Jahr 2005 80
7.1.2 Das Kornmarkt-Center innerhalb der Einzelhandelslagen 81
7.1.3 Motorisierter Individualverkehr und Kornmarkt-Center 82
7.1.4 Architektonisch - städtebauliche Integration 84
7.2 Bedeutung der Bautzener Innenstadt als Versorgungszentrum 86
7.3 Akteure im Bautzener Einzelhandel 88
IV. ANALYSE DES BAUTZENER EINZELHANDELS 91
8. Konflikte der Akteure im Einzelhandel 91
8.1 Nutzungskartierungen der Bautzener Innenstadt 93
8.1.1 Systematik der Kartierung 94
8.1.2 Die Situation des Einzelhandels im Spätsommer 2005 95
8.1.2.1 Branchen und Leerstände im Bereich der Altstadt 98
8.1.2.2 Branchen und Leerstände im Bereich der Neustadt 100
8.1.3 Veränderungen im Einzelhandel 103
8.2 Befragung der Akteure 108
8.2.1 Fünf Jahre nach Eröffnung des Kornmarkt-Centers: Die Situation der Einzelhändler in der Innenstadt im Jahr 2006 108
8.2.1.1 Systematik der Befragung 108
8.2.1.2 Ergebnisse der Befragung 111
8.2.2 Vier Jahre nach Eröffnung des Kornmarkt-Centers: Die Situation der Konsumenten in der Innenstadt im Jahr 2004 123
8.2.2.1 Ergebnisse der Befragung 124
8.3 Zusammenfassende Betrachtung der empirischen Teilergebnisse 125
V. AUSBLICK: CHANCEN FÜR EINEN LEBENDIGEN EINZELHANDEL IN BAUTZEN 129
VI. LITERATURVERZEICHNIS 141
VII. ANHANG 149
9. Karten und Anlagen 150-178
Textprobe:

Kapitel 5: Die Stadt Bautzen ist das wirtschaftlich-kulturelle Zentrum der Oberlausitz und liegt am Oberlauf der Spree im östlichen Teil des Freistaates Sachsen. Bautzen, zugleich Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises, ist ebenfalls das politische und geistig-kulturelle Zentrum der Sorben in Deutschland. Besonders deutlich wird dies durch zahlreiche sorbische Einrichtungen, wie z.B. dem Deutsch-Sorbischen Volkstheater, dem sorbischen Nationalensemble und mehreren sorbischen Schulen.

Die Sorben sind Angehörige des kleinsten slawischen Volkes und siedeln bereits seit dem 6. Jahrhundert in der Lausitz. Heute leben hier ca. 60.000 Sorben. Durch die Landesverfassung des Freistaates Sachsen genießt das sorbische Volk einen besonderen Schutz. So heißt es in Artikel 6 der Sächsischen Landesverfassung: "Die im Land lebenden Sorben sind gleichberechtigter Teil des Staatsvolkes. Das Land gewährleistet und schützt das Recht auf Bewahrung ihrer Identität sowie auf Pflege und Entwicklung ihrer angestammten Sprache, Kultur und Überlieferung. Augenfälligstes Zeichen dieser Identitätsbewahrung in Bautzen ist die Zweisprachigkeit der gesamten Stadt. So sind beispielsweise alle Beschilderungen auf Deutsch und Sorbisch ausgewiesen.

Heute leben im Bautzener Stadtgebiet von 66,63 Quadratkilomatern 42.199 Personen. Dies entspricht einer Einwohnerdichte von 633 Einwohnern je Quadratkilometer. Zum Vergleich: im Landkreis Bautzen sind es 157 Einwohner je Quadratkilometer. Das Geschlechterverhältnis von 48% männlichen zu 52% weiblichen Personen ist in der Stadt nahezu ausgeglichen. Der größte Teil der Bevölkerung, ca. 26%, wohnt in der Großwohnsiedlung "Gesundbrunnen" (vgl. Kap. 6.3.1), ungefähr 17% haben ihren Wohnsitz in dem Stadtteil "Stadtmitte" und immerhin noch ca. 12% leben in der "Altstadt" (vgl. Kap. 6.3.2). Seit der deutschen Wiedervereinigung erfuhr Bautzen, wie die meisten Gemeinden in den neuen Bundesländern, eine negative Bevölkerungsentwicklung.

Die beständige Abnahme der Einwohnerzahlen in Bautzen, die zwischenzeitlichen Zunahmen sind auf Eingemeindungen zurückzuführen, hat zwei Gründe. Ein Grund ist die Migrationsbewegung der Bevölkerung. Sehr viele Personen, insbesondere bis 1998, sind in die alten Bundesländer oder in das nähere Umland gezogen. Zurzeit scheint dieser Trend gestoppt oder zumindest gebremst zu sein. Im Jahr 2004 registrierte die Stadtverwaltung 2.130 Zuzüge174 und 2.165 Fortzüge

 
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