FDP Spitzenkandidat 2021 Lindner
Christian Lindner ist Spitzenkandidat 2021 für die FDP. | Foto: FDP
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06. Sep 2021

Anke Capellmann

Aktuelles

FDP-Spitzenkandidat 2021: Christian Lindner


Inhalt

Über die Person Christian Lindner

Christian Lindner ist seit Dezember 2013 Bundesvorsitzender der FDP. Für die Bundestagswahl 2021 ist er Spitzenkandidat der FDP. Er wurde am 7. Januar 1979 in Wuppertal geboren. Aufgewachsen ist er in Wermelskirchen. Er ist seit 2018 in einer Beziehung mit der RTL-Reporterin Franca Lehfeldt und hat keine Kinder. 

Lindner studierte Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Während seines Studiums war er Reserveoffizier bei der Luftwaffe. 2008 wurde er Verbindungsoffizier zum Landeskommando NRW in Düsseldorf und ist Major der Reserve. Von 1997 bis 2004 war Lindner Inhaber einer Werbeagentur sowie Mitgründer eines Internet-Unternehmens.

2011 heiratete Lindner die Journalistin Dagmar Rosenfeld. 2020 ließen sich Lindner und Rosenfeld scheiden. Er sagt von sich, er sei teilweise katholisch und teilweise konfessionslos.

Politischer Werdegang

Christian Lindner ist seit 1995 Mitglied der FDP (Freien Demokraten). Fünf Jahre später wurde er als Abgeordneter erstmals in den Landtag von NRW gewählt. 2009 bis 2012 war er Mitglied des Deutschen Bundestags und auch Generalsekretär der Bundes-FDP (2009 bis 2011). 

Von 2012 bis 2017 gehörte er dann wieder dem Landtag in NRW an, bevor er 2017 als Spitzenkandidat der FDP wieder in den Deutschen Bundestag einzog. Dort wurde er auch Vorsitzender der FDP-Fraktion.

Lindner hatte einige Funktionen bei den Freien Demokraten inne:

  • 2000: Sprecher für Generationen, Familie und Integration
  • seit 2002: Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Rheinisch-Bergischer Kreis
  • 2004-2012: Stellv. Vorsitzender des FDP-Bezirksverbandes Köln
  • 2005: Sprecher für die Bereiche Innovation, Wissenschaft und Technologie

Als Christian Lindner bereits für die Bundestagswahl 2017 Spitzenkandidat war, konnte die FDP ihr Ergebnis gegenüber 2013 auf 10,7 Prozent verdoppeln. Nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Koalition aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen erklärte Lindner die Verhandlungen für gescheitert. Er sagte: "Es ist besser, nicht zu regieren, als schlecht zu regieren."

Auf dem Bundesparteitag 2021 wurde Lindner erneut zum Bundesvorsitzenden der FDP gewählt und gleichzeitig zum Spitzenkandidaten der Freien Demokraten für die Bundestagswahl.

Weitere Mitgliedschaften des FDP-Spitzenkandidaten sind:

  • Mitglied der Deutschen Atlantischen Gesellschaft
  • Mitglied der NRW-Stiftung
  • Mitglied des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr
  • Seit 2007: Mitglied des Fördervereins des Kinderhospizes Regenbogenland in Düsseldorf
  • Seit 2009: Botschafter des Kinderhospizes Regenbogenland in Düsseldorf

Spitzenkandidat FDP 2021 Lindner Digitalisierung


Aktuelle Umfragen

Verschiedene Umfrageinstitute fragen regelmäßig ab, welche Partei die Bürger /-innen wählen würden, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Im ARD-Deutschlandtrend im Juni, einer Umfrage von Infratest dimap, erzielte die FDP ihr bestes Ergebnis in diesem Jahr. Allerdings belegte die FDP mit ihren 12 Prozent nur den vierten Platz, den sie sich mit der AfD teilen musste, die ebenfalls 12 Prozent erhielt. Davor lag die CDU/CSU mit 28 Prozent ganz vorne. Danach folgte die Bündnis 90/Die Grünen mit 20 Prozent und die SPD mit 14 Prozent (Die Linke: 7 Prozent, Sonstige: 7 Prozent).

Einen Monat später kam die FDP dann nur auf 11 Prozent. Im August waren es im ARD-Deutschlandtrend wieder 12 Prozent. Die Union kam auch 27 Prozent, die Grünen auf 19 Prozent und die SPD nur noch auf 18 Prozent. Damit schaffte es die FDP bei Infratest dimap für den ARD-Sonntagstrend im Jahr 2021 nie unter die ersten drei Parteien, die am meisten Stimmen bekommen hätten. Teilweise lag sie eine Zeit lang sogar hinter der AfD.

Eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov vom 3. September zeigt allerdings, dass Christian Lindner trotzdem beliebt ist. 27 Prozent der Wahlberechtigten würden aktuell den SPD-Spitzenkandidaten Olaf Scholz zum Kanzler wählen, wenn sie den/die Bundeskanzler /-in direkt wählen könnten. Dahinter folgt direkt Christian Lindner mit 12 Prozent. Damit ist er beliebter als Annalena Baerbock von den Grünen (9 Prozent) und Armin Laschet von der CDU/CSU (8 Prozent). 

Politische Position

Wofür steht der Spitzenkandidat der FDP im Einzelnen? Wir haben uns seine Positionen zu unterschiedlichen politischen Themen angesehen, die für die Bundestagswahl 2021 wichtig sind.

Klimapolitik

Lindner will den Ausbau der Windenergie in Deutschland bremsen, sollte sie nicht genug genutzt werden können. Außerdem fordert er eine Ausweitung des CO2-Zertifikate-Handels. Lindner spricht sich auch gegen Elektromobilität aus, weil Strom in Deutschland zu einem großen Anteil aus Braunkohle erzeugt werde. Außerdem ist er gegen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Die Bewegung Fridays for Future kritisierte Lindner mit den Worten: "Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis."

Finanzpolitik

Lindner schließt Steuererhöhungen komplett aus, sollte er an der neuen Regierung nach der Wahl beteiligt sein. Außerdem fordert er ein Umsteuern der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Der Solidaritätszuschlag soll beispielsweise wegfallen und die Bürokratie muss abgebaut werden. 

Flüchtlingspolitik

Lindner kritisiert die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel. Er fordert einen Untersuchungsausschuss im Bundestag bezüglich der Flüchtlingspolitik 2015. Dieser Sommer dürfe sich nicht wiederholen. Außerdem fordert Lindner, dass legale Fluchtwege nach Europa geschaffen werden. Die Seenotrettung gehöre in staatliche Hand. Migranten, die auf dem Mittelmeer gerettet werden, will Lindner zurück nach Afrika statt Europa bringen. Damit will er langfristig verhindern, dass Menschen die lebensgefährlichen Überfahrten auf sich nehmen.  

Bildungspolitik

Lindner fordert den Digitalpakt 2.0 für digitalen Turbo im Bildungssystem. Digitale Endgeräte müssten so selbstverständlich sein wie Hefte und Bücher. Außerdem fordert Lindner, dass das jetzige Bundesbildungsministerium zu einem Bundesministerium für Bildungsinnovationen, Unterrichtsqualität und Forschung weiterentwickelt wird.

Außenpolitik

Durch die aktuelle Lage in Afghanistan fordert Christian Lindner eine gemeinsame europäische Afghanistan-Politik. Er fordert einen EU-Sondergipfel, auf dem sich die Regierung für eine ausreichende Versorgung der afghanischen Bevölkerung sowie von Flüchtlingen in den afghanischen Nachbarstaaten einsetzen muss. Lindner sagt, dass dafür die Mittel für humanitäre Organisationen erhöht werden müssen. 

Prognosen

Dass Christian Lindner neuer Kanzler wird, ist relativ unwahrscheinlich, da die FDP wohl nicht genug Stimmen bekommen wird. 

Lindner selbst prognostizierte seit Wochen, dass Armin Laschet von der Union mit großer Wahrscheinlichkeit der nächste Kanzler wird. Laschets schlechte Umfragewerte und der Höhenflug des SPD-Kandidaten Olaf Scholz sprechen aktuell aber eher dagegen. 

Spitzenkandidaten anderer Parteien 

Neben der Vorstellung von Christian Lindner haben wir auch die anderen Spitzenkandidaten /-innen für dich porträtiert und zeigen dir, wofür sie einstehen.

Wahlprogramme der anderen Parteien

In unserer Parteien-Check-Reihe zur Bundestagswahl ergänzen wir nach und nach die Wahlprogramme der Parteien. Hier kannst du dich durch die verschiedenen Programme klicken:

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