CHE Studienkredit-Test 2018
Der Test zeigt, weniger Studierende nehmen einen Kredit auf. | Foto: JJFarquitectos/Getty Images
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12. Jul 2018

Julian Baltruschat

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CHE-Studienkredit-Test 2018: Anzahl der Studienkredite sinkt weiter

Bei zu wenig Förderung kann ein Studienkredit helfen

Wenn das Geld nicht reicht, das Studenten als Unterstützung vom Staat oder der Familie erhalten, greifen sie häufig zu Studienkrediten. Im letzten Jahr gab es, laut der Befragung durch das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) im Juni 2018, insgesamt 280.000 aktive Studienverträge. Bei diesen wird zwischen Krediten in der Rückzahlungs- oder Auszahlungsphase unterschieden. Zwei Drittel dieser Kredite befinden sich bereits in der Rückzahlung. Laut der Studie des CHE, nutzen derzeit 3,5 Prozent aller Studierenden einen Studierendkredit, die aus Bildungsfonds oder Studienkrediten finanziert werden. Die Gesamtsumme der Auszahlungen beläuft sich auf über 600 Millionen Euro, das sind über 50 Millionen Euro im Monat, die an Studierende ausgezahlt werden.

Weniger Studierende leihen sich Geld

Trotz des Anstiegs der Angebote für Studienkredite, geht die Anzahl der abgeschlossenen Kredite stetig zurück. Zwischen 2014 und 2017, fiel die Zahl der abgeschlossenen Studienkredite von 59.000 auf 41.000, ein Verlust von über 30 Prozent. Das betrifft vor allem die beiden Marktführer in diesem Bereich, den KfW-Studienkredit und den Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes. Denn über 92 Prozent aller Studienkredite werden über die beiden staatlichen Anbieter angeboten.

Keine Sonderregelungen für Schwangerschaft oder Elternzeit

In den vorherigen Studien, wurde stets nur auf die Gesamtanzahl der angeforderten Kredite geachtet – nicht auf das Geschlechterverhältnis. In diesem Jahr präsentierte die CHE erstmals geschlechterspezifische Daten. Der Frauenanteil lag bei 47 Prozent. Doch auch wenn fast jeder zweite Kreditnehmer eine Frau ist, gelten für sie keine Sonderregelungen im Falle von Schwangerschaft oder Elternzeit. Ein Detail, das für die Studienkreditexperten nicht akzeptabel ist. Sie fordern, dass es für entsprechende Situation dann vertraglich geregelte Sonderklauseln gibt, die die Frauen in diesen Situationen dementsprechend weniger belasten.

Peer-to-peer Angebote werden nicht beachtet

Wie schon im letzten Jahr werden Kredite, die von Privatpersonen über Webportale vergeben wurden, nicht in der Studie erwähnt. Diese seien laut der CHE-Experten keine akzeptable Lösung. Auch wenn die Abwicklung häufig schnell verläuft, sind die hohen Zinsen und die nicht flexiblen Raten häufig nicht auf die Bedürfnisse von Studierenden zugeschnitten, auch wenn die Webportale stets damit werben.


CHE Studienkredit Test 2018 InfosÜber den Studienkredit-Test 2018:

Der CHE-Studienkredit-Test fand 2018 bereits zum dreizehnten Mal statt. Für die Durchführung und Analyse der Daten war das Centrum für Hochschulentwicklung in Kooperation mit dem Handelsblatt verantwortlich. Der Test hat die Vor-und Nachteile von insgesamt 46 verschiedenen Studienkreditangeboten bewertet. Diese wurden in fünf Kriterien-Blöcke gegliedert:

  • Zugang: Wie hoch sind die Vergabehürden?
  • Kapazität: Bietet der Kredit eine verlässliche Finanzierung für Lebensunterhalt und ggf. Studiengebühren?
  • Kosten: Wie hoch sind die Zinssätze?
  • Risikobegrenzung: Wird einer Überschuldung der Studierenden vorgebeugt?
  • Flexibilität: Können die Studierenden auf sich verändernde Lebens- und Studienumstände reagieren?

Hier geht es zu den vollständigen Ergebnissen des CHE-Studienkredit-Tests 2018.

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