europäischer studierendenausweis
Der Europäische Studierendenausweis soll Aufwand und Kosten sparen. | Foto: Janjf, Iriusman/Pixabay
Autorenbild

24. Mai 2018

Marvin Kesper

News

Gemeinsames Lernen: EU kündigt Europäischen Studierendenausweis an

Europäischer Studierendenausweis spart Zeit und Geld

Auch für Studierende stehen in Zukunft einige große Veränderungen an. So ist die Einführung eines Europäischen Studierendenausweises geplant. Dieser soll die Lernmobilität fördern, indem der Verwaltungsaufwand und die Kosten für Studierende und Hochschulen gesenkt werden. Das bedeutet weniger Papierkram für Studierende, die an einer ausländischen Hochschule innerhalb Europas lernen oder forschen wollen. Beispielsweise können so in Zukunft einfacher Bücher in ganz Europa ausgeliehen werden. Die Hochschulen können über den Europäischen Studierendenausweis ganz einfach die Leistungsnachweise des jeweiligen Studierenden einsehen. So spart man sich den mühsamen Gang zum Prüfungsamt oder das Ausdrucken und Verschicken der Leistungsnachweise über das Prüfungsportal der Hochschule. Die europäische Kommission in Brüssel plant die Einführung des Europäischen Studierendenausweises bis spätestens 2021.

Internationaler Austausch durch "Europäische Hochschulen"

Der gemeinsame Ausweis ist aber nur eine Neuerung zur Stärkung des europäischen Bildungssektors. In Zukunft sollen sich Hochschulen in Europa in einem gemeinsamen Netzwerk organisieren. Dadurch werden die Universitäten länderübergreifend noch besser und enger zusammenarbeiten. Als "Europäische Hochschulen" entwickeln sie gemeinsame Strategien, um die Forschung voranzutreiben und Studierenden und Lehrkräften Auslandsaufenthalte zu erleichtern. Beabsichtigt ist außerdem, dass Studierende so leichter Fremdsprachen erlernen können. Gerade das stößt bei vielen Studierenden und jungen Menschen auf Interesse: Laut einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage gaben 77 Prozent der Befragten an, dass sie eine Fremdsprache erlernen wollen und 84 Prozent, dass sie gerne ihre schon vorhandenen Kenntnisse vertiefen möchten. Ein Netzwerk europäischer Hochschulen, in dem sich Studierende verschiedenster Länder austauschen können, könnte genau dies also fördern. Die Europäische Kommission plant für die Jahre 2019 und 2020 Pilotprojekte zu den "Europäischen Hochschulen". Ab 2021 sollen diese dann in ganz Europa verbreitet werden.

Förderung des politischen Engagements

Neben den Veränderungen in der Hochschulwelt, kündigt die Europäische Kommission außerdem Maßnahmen in Jugend- und Kulturpolitik an, mit denen junge Leute in Europa mehr Gehör bekommen sollen, um so politisches Engagement zu fördern. "Diese Maßnahmen werden den Weg für die Schaffung des europäischen Bildungsraums ebnen, die europäische Identität stärken und insbesondere junge Menschen befähigen.", erklärte Tibor Navracsis, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport.

Artikel-Bewertung:

3 von 5 Sternen bei 96 Bewertungen.

Deine Meinung: