E-Learning-Studie 2018
Digitale Angebote gehören bei vielen Studierenden zum Lernen dazu. | Foto: Kreatikar/Pixabay
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05. Jul 2018

Marvin Kesper

News

E-Learning Studie: Sind Bücher an Hochschulen bald Geschichte?

E-Learning ist sehr beliebt

Die Vorlesungsfolien mal eben als E-Paper über die Hochschul-Website downloaden oder den Vorlesungsstoff mit einem YouTube-Video weiter vertiefen. Eine neue E-Learning-Studie zeigt, immer mehr Studierende an deutschen Hochschulen nutzen E-Learning-Angebote. Knapp 85 Prozent der 210 befragten Studierenden haben bereits Erfahrungen mit E-Learning-Angeboten gemacht. Der größte Teil nutzt diese Angebote ausschließlich für Vorlesungen, während 38 Prozent der Befragten E-Learning sowohl für die Hochschule, als auch privat nutzen. Nur ein kleiner Teil der Befragten hat noch keine Erfahrungen mit elektronischen Lernangeboten gesammelt und nur jeder Zehnte lernt lieber mit einem gedruckten Buch anstatt mit elektronischen Lernangeboten.

Übungsaufgaben und Online-Tests für Zuhause

Aufpassen und gleichzeitig mitschreiben. Oft kann es passieren, dass man einige Vorlesungsinhalte dann gar nicht mitbekommt. Hier kommen wieder die E-Learning-Angebote zum Einsatz: Knapp 80 Prozent der befragten Studierenden nutzen E-Learning-Angebote für die Nachbereitung der Vorlesung und um das Erlernte zu vertiefen. Doch auch während der Vorlesung greifen 63 Prozent der Befragten auf Smartphone, Laptop oder Tablet, als begleitendes Hilfsmittel zurück. Zur Vorbereitung und als Ersatz einer Präsenzveranstaltung nutzt nur knapp die Hälfte E-Learning-Angebote. An Hochschulen sind vor allem Übungsaufgaben und Fallbeispiele, Online-Tests und die Vorlesungsaufzeichnungen in elektronischer Form beliebt.

E-Learning bietet Vorteile in der Lernfreiheit

Doch welche Vorteile bringt E-Learning, außer, dass man nicht alles mitschreiben und ständig in die Bibliothek rennen muss, noch mit sich? 88 Prozent der Befragten schätzen an den elektronischen Lernmethoden vor allem, dass sie lernen können wann und wo sie wollen. Wer in der Vorlesung mit der Geschwindigkeit des Professors oder der Professorin nicht mitkommt, kann sein eigenes Lerntempo wählen, indem er sich die Vorlesungsinhalte digital aufs Smartphone oder den PC lädt. Das gefällt 75 Prozent der Studierenden, die an der Umfrage teilgenommen haben. Durch interaktive Inhalte und praktische Anwendungen wird durch E-Learning der Lernstoff leichter verständlich gemacht und hilft dabei die Theorie zu vertiefen, sagen knapp 67 Prozent der Teilnehmer.


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E-Learning-Studie: Noch zu wenig digitale Angebote an deutschen Hochschulen

Obwohl ein so hoher Anteil der Befragten bereits E-Learning-Angebote an ihren Hochschulen nutzt, wünschen sich die Meisten, dass die elektronische Lernmethode an der Hochschule häufiger zum Einsatz kommt. Doch warum wird E-Learning nicht öfter eingesetzt? Die Befragten sehen zu 71 Prozent vor allem die fehlende Bereitschaft der Dozenten, mit E-Learning zu arbeiten, als Hauptgrund dafür. Das könnte daraus resultieren, dass die Dozenten sich im e-Learning-Umfeld nicht gut auskennen und es an mangelnden Kenntnissen scheitert. Das sagen nämlich 67 Prozent der 210 Umfragen-Teilnehmer. Die technische Ausstattung der Hochschule und schwerfällige Verwaltungsprozesse sind hingegen für die wenigsten ein Grund, dass E-Learning an der Hochschule nicht häufiger Teil der Vorlesungen ist. 

E-Learning vs. Vorlesungen

Vorlesungsunterlagen online abrufbar, Videos und Übungsaufgaben direkt zu Hause runterladen. Wozu braucht man dann eigentlich noch eine Vorlesung, bei der man wirklich erscheinen muss? Ersetzt das E-Learning die klassische Vorlesung?  Die Meinung der befragten Studierenden ist dazu eher zweigeteilt. Während 58 Prozent sich gar nicht vorstellen können, dass das E-Learning die Vorlesung ersetzt, denken 42 Prozent, das E-Learning in Zukunft den Platz von Vorlesungen einnehmen wird.

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