Studium Abbruch
Für die meisten gilt: Nach dem Studium ist vor der Ausbildung | Foto: unsplash.com/Allef Vinicius

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04.01.2016

Studienwahl

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02. Jun 2017

Nina Weidlich

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Kein Bock mehr: Fast jeder Dritte schmeißt das Studium

Gründe für den Studienabbruch

Die Studie, für die in den letzten drei Jahren mehr als 6000 Studienabbrecher befragt wurden, zeigt: Insgesamt schmeißen 29 Prozent der Studenten frühzeitig hin. Während die Abbruchquote an den Unis von 33 auf 32 Prozent gesunken ist, hat sich die Zahl der Studienabbrecher an den FHs in den letzten Jahren von 23 auf 27 Prozent erhöht.

Als häufigste Ursache für die vorzeitige Exmatrikulation nannten die Studis unerfüllbare Leistungsanforderungen (30 Prozent). Danach folgten Motivationsprobleme (17 Prozent) und der Wunsch nach mehr Praxis-Erfahrung (15 Prozent).

Weitere Faktoren wie persönliche Probleme oder die finanzielle Situation der Studenten rückten als Gründe für den Abbruch eher in den Hintergrund. Interessant: Unzufriedenheit mit den Studienbedingungen gaben nur 5 Prozent der Befragten als Grund dafür an, das Studium frühzeitig beendet zu haben.

Nach vier Semestern ist Schluss

Im Schnitt schmeißen die Studenten ihr Studium nach 4,7 Semestern hin, Studiengänge des Staatsexamens noch mit eingerechnet. Betrachtet man nur die Bachelorstudiengänge, ist durchschnittlich bereits nach 3,8 Fachsemestern Schluss.

Der Druck auf die Studienanfänger ist besonders durch die verkürzte Dauer des Bachelorstudiums gestiegen: Wer bereits als Ersti mit Organisation, Aufarbeitung des Stoffs und Klausuren überfordert ist, gerät schnell in einen Strudel – die Flucht aus dem Studium ist oft die Folge.

Am häufigsten betroffen: Mathe und Naturwissenschaften

An der Uni brechen am häufigsten Studenten der Mathematik und Naturwissenschaften ihr Studium ab (39 Prozent), danach folgen die Ingenieurswissenschaften mit 32 Prozent.

Sprach- und Kulturwissenshaften teilen sich den dritten Platz mit den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (30 Prozent).

Die wenigsten Studienabbrecher gibt´s bei den Künstlern: Das Studium der Kunswissenschaften beenden nur 23 Prozent der Studenten vor dem Abschluss.

Wie geht es nach dem Abbruch weiter?

Immerhin: Nachdem sie Uni oder FH verlassen haben, fangen 43 Prozent eine Berufsausbildung an, 31 Prozent starten direkt in den Job. Außerdem sind Studienabbrecher im Beruf tendenziell zufriedener als Uni-Absolventen: 78 Prozent der Abbrecher gaben an, mit den Arbeitsbedingungen (sehr) zufrieden zu sein, bei den Absolventen sind es nur 67 Prozent.

Trotzdem: Die Ergebnisse zeigen, dass viele Studenten sich noch nicht darüber im Klaren sind, was sie eigentlich beruflich machen wollen und was sie im Studium erwartet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert deshalb zahlreiche Programme, um die Berufsorientierung bereits während der Schule weiter auszubauen. Für alle, die bereits im Studium sind und über einen Abbruch nachdenken, kann die Studienberatung der Uni eine lohnenswerte Anlaufstelle sein.

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