Frauenquote Studentinnen
Wie denkst du über die Frauenquote? | Foto: Thinkstock/ismagilov
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01. Jul 2015

Caroline Leibfritz

News

Weibliche Studenten gegen Frauenquote

Frauenquote? Nein, danke!

Die Frauenquote tritt 2016 in Kraft

Fakt ist: Frauen in Spitzenpositionen sind immer noch die Ausnahme. Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) lag ihr Anteil 2014 in den Vorständen der 200 größten deutschen Unternehmen bei gerade mal rund fünf Prozent.

Deshalb hat der Bundestag im März die Einführung der Frauenquote beschlossen. Ab 2016 müssen 30 Prozent der Aufsichtsratsposten von börsennotierten Großunternehmen in weiblicher Hand sein. Ansonsten muss die Stelle unbesetzt bleiben.

Quote? Nein, danke!

  • Tamara Cirillo (23) studiert Technologiemanagement an der Uni Stuttgart. Um die passende Fachrichtung für sich zu finden, hat sie schon als Schülerin an einem MINT-Projekt teilgenommen. Heute gibt sie als "MINTorin" ihr Wissen weiter. Sie will später auf jeden Fall in einer Führungsposition arbeiten, am liebsten in der Automobilindustrie. Über die Frauenquote denkt sie nicht sehr positiv: "Ich finde es unfair, wenn dadurch eine schlechter qualifizierte Frau eingestellt werden muss, obwohl sich womöglich viel besser qualifizierte Männer beworben haben."
     
  • Die 26-jährige Hatice Hamdemir, die Angewandte Oberflächen- und Materialwissenschaften in Esslingen und Aalen studiert, hat am Pre-Master-Programm eines großen Unternehmens teilgenommen. Auch sie glaubt an ihre berufliche Zukunft, ist aber nicht gerade begeistert von der Quote. "Es ist traurig, in der heutigen Zeit einem Unternehmen einen bestimmten Frauenanteil vorzuschreiben. Ich persönlich empfinde das als eine Beleidigung für Frauen."
     
  • Auch Germanistik-Studentin Karolin Haile (22) aus Tübingen und Rechtswissenschafts-Studentin Laura Volk (21) aus Heidelberg sind kritisch. "Ich denke, dass das größtenteils keine gute Idee war", meint Karolin. "Das Resultat dieses Beschlusses wird sein, dass Frauen – ob sie nun geeignet sind oder nicht – eine Position in Aufsichtsräten erhalten." Laura hält die Frauenquote für eine "gesetzlich statuierte Ungleichbehandlung" und einen "massiven Eingriff in die Vertragsfreiheit der Unternehmen". Ihrer Meinung nach sollte in einer Leistungsgesellschaft wie der unseren die Leistung und nicht das Geschlecht zählen.

Quote? Grundsätzlich richtig, aber...

Annica Funke (28) und Anja Wieland (28) sind beide schon fertig mit ihrem Masterstudium und beim Thema Frauen und Karriere etwas anderer Meinung.

  • Annica hat Erwachsenenbildung an der PH Ludwigsburg studiert und ist Mutter einer dreijährigen Tochter. Sie findet es grundsätzlich richtig, den Frauenanteil in den Unternehmen zu erhöhen. "Da ich gerade in der Bewerbungsphase bin, stelle ich mir als Frau oft die Frage, ob ich eine Absage wegen meines Kindes oder einer möglichen bevorstehenden Schwangerschaft bekomme", erklärt sie. "Für diesen Fall wäre eine Frauenquote sicher hilfreich."
     
  • Anja ist nach ihrem Abschluss in BWL und Freizeit-, Kultur- und Sportmanagement in Künzelsau und Geislingen in den Online-Versandhandel ihrer Familie eingestiegen. Mittelfristig will sie aber eine Führungsposition im Personalmanagement in einem großen Konzern übernehmen. Sie glaubt, dass die Frauenquote schon bald kein Thema mehr sein wird. "Denn große Firmen, die Wert auf ein zukunftsorientiertes Management legen", sagt Anja, "haben bereits erkannt, dass Frauen durc handere Denkansätze ein Team von Männern bereichern."

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