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01.09.2016

mehr Bafög

Mehr BAföG für alle!

Das kannst du dir vom zusätzlichen...

Ab sofort gibt's eine BAföG-Erhöhung, die sich sehen lassen kann: Bis zu 65 Euro zusätzlich bekommen Studenten, die die Maximalförderung beziehen und nicht mehr bei Mami ... mehr »

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18. Sep 2014

Simon Sperl

Archiv

BAföG-Reform: Zu wenig hilft wenig

-ARCHIV-

Gut gemeint heißt nicht gut gemacht

Denn bis die BAföG-Reform in Kraft tritt, wird die Erhöhung vermutlich nicht einmal die Inflation ausgleichen. Zumal es vor allem die Studenten betrifft, deren Eltern nicht für die Finanzierung des Studiums sorgen können. Schon jetzt können viele dieser Studenten ihren Lebensunterhalt mit dem BAföG-Höchstsatz nicht bestreiten, weil beispielsweise nicht genügend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht.

Sinnvoller wäre es von der Politik gewesen, die BAföG-Sätze an die Preissteigerung zu koppeln. Das aber geschah nicht. Ganz im Gegensatz zu den Diäten der Bundestagsabgeordneten. Deren Gehälter sind zukünftig nämlich an die Lohnentwicklung gebunden. Wieso also nicht auch beim BAföG? Allem Anschein nach handeln die Politiker getreu dem Motto: Jeder ist sich selbst der nächste!

Was an einem höheren Zuverdienst schlecht ist...

Da wird es für BAföG-Empfänger auch nur ein kleiner Trost sein, dass sie zukünftig 450 Euro statt 400 Euro hinzuverdienen dürfen, ohne Kürzungen bei der Förderung in Kauf nehmen zu müssen. Denn die Voraussetzung für ein höheres Gehalt stellt eine längere wöchentliche Arbeitszeit dar. Schließlich wird an den Stundensätzen bei Studenten- und Aushilfsjobs nichts verändert. Wer allerdings mehr arbeitet, kann weniger Zeit für das Studium aufbringen.

Wer dann wiederum seine Studienleistungen nicht erbringen kann, bekommt am Ende vielleicht gar kein BAföG mehr. Das wiederum kann bewirken, dass Studenten entweder deutlich länger studieren, weil sie noch mehr arbeiten müssen, oder sogar ihr Studium abbrechen. Beides kann keine Absicht der Politik sein!

Letztendlich kann die Anhebung der BAföG-Sätze also nur ein Anfang sein. Gerade wenn es darum geht, Abiturienten aus eher einkommensschwachen Verhältnissen das Studium zu ermöglichen.


Simon Sperl ist PR-Volontär bei UNICUM.de und hat auch mal BAföG bekommen. Das fand er damals schon zu niedrig und musste nebenbei arbeiten gehen. Am Ende eines langen Studiums hat er mehr gearbeitet als studiert. 

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