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27. Jun 2013

Svenja Friedrichs

Archiv

Bildungsherkunft für ein Studium immer noch entscheidend

-ARCHIV-

Nur 23 von 100 Nicht-Akademiker-Kindern studieren

Akademiker-Kinder in deutlicher Überzahl

Der Unterschied zwischen Studenten aus Akademiker und Nicht-Akademiker Familien ist zahlenmäßig immer noch stark ausgeprägt. 77 von 100 Akademiker-Kinder studieren, bei den Kindern aus Familien ohne akademischen Hintergrund sind es nur 23 von 100. DSW-Präsident Dr. Dieter Timmermann findet diese Zahlen "erschreckend": "Die Bildungsbiografie eines Menschen hängt in Deutschland noch immer entscheidend von der Bildungsherkunft der Familie ab."

Diese "soziale Selektivität" hält sich bereits seit Jahren und bleibt unverändert. Gerechtigkeit und Chancengleichheit ist beim Hochschulzugang nicht zu erkennen. Die Zahl der Studenten mit "niedriger" Bildungsherkunft wird immer geringer, dem entgegengesetzt steigt die der Studenten aus Akademiker-Haushalten an.  Auch die Bildungspolitik hat für dieses Problem bisher keine Lösung gefunden. "Die hochschulpolitischen Schlüsselbegriffe unserer Zeit sind Exzellenz, Elite, Autonomie. Von sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit ist kaum die Rede. Auch wir wollen Exzellenz, aber Exzellenz in Forschung und Lehre, in der Spitze und in der Breite sowie Exzellenz in der sozialen Infrastruktur, das Ganze aber auf dem Fundament von sozialer Gerechtigkeit und Chancengleichheit", erklärt Timmermann.


20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks

Alle drei Jahre werden die Studierenden in Deutschland im Rahmen der Sozialerhebungen des Deutschen Studentenwerks zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage befragt. Finanziert wird die repräsentative Studie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, wissenschaftlich durchgeführt vom HIS-Institut für Hochschulforschung. An der jüngsten, 20. Sozialerhebung nahmen im Sommer 2012 15.128 Studierende von 227 Hochschulen teil.

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