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14. Sep 2014

UNICUM Onlineredaktion

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Die Top 20 des Studentenlebens

-ARCHIV-

Ergebnis der Umfrage mit 9.000 Teilnehmern auf UNICUM.de

1. Auf eine Uniparty gehen

"Mittendrin statt nur dabei, das alte DSF-Motto gilt bei Sportlerpartys mehr als irgendwo anders! Und wer nicht mindestens einmal auf dem Tresen gestanden hat, darf eh nicht mitreden."

Robert Koch (31) hat bei 22 Sportlerpartys an der Uni Göttingen den Abend entweder vor, hinter oder auf der Theke verbracht.

2. Sich zu menschenunwürdigen Zeiten in der Bibliothekaufhalten

"Für meine Examensarbeit im Bereich Sportmanagement bin ich extra in Köln an der Spoho-Bib gewesen und hab da samstagabends bis Betriebsschluss in den Regalen gewühlt, weil in jeder Lektüre noch mal mindestens ein Verweis war, was man zu dem Thema ganz dringend lesen sollte!“

Matthias Flohr (30) wurde 2011 mit dem HSV Hamburg Deutscher Handball-Meister und hat im Mai seine letzte Prüfung für Sport und Mathe auf Lehramt.

3. Eine komplette Vorlesungsreihe nicht besuchen und trotzdem die Prüfung schreiben

"Und sie auch noch bestehen!!! Ist mir sogar mal gelungen. Damals in der Matheprüfung bei BWL. Ich war eigentlich so gut wie nie da und hab circa nur einen Tag gelernt. Ich hatte aber einen sehr guten Sitzplatz und die daraus resultierende Gruppenarbeit während der Klausur hat zum Erfolg geführt.“

Jan Köppen (29), TV-Moderator, versuchte sich an Jura und BWL in Gießen. Nun studiert er die aktuellen Charts bei VIVA.

4. Sich auf dem Campus verlaufen

"Unser Campus und vor allem das Uni-Gebäude sind wirklich nicht sehr groß und trotzdem schaffe ich es immer wieder, vor allem die kleineren Zimmer nicht zu finden. So stand ich vor Kurzem fünf Minuten vor der Prüfung am falschen Raum. Aber zum Glück hat man ja Kommilitonen/-innen, die man schnell mal anrufen kann.“

Nicolas Kuri (22), Sänger der Band "A5 Richtung Wir", findet sich seit 2011 mehr oder minder gut an der Uni Erlangen-Nürnberg zurecht.

5. In der Mensa etwas essen, das man nicht genau benennen kann

"Ich hätte lieber nichts in der Mensa gegessen, was man nicht genau benennen kann. Einmal hatte ich einen vegetarischen Bratling. Dieser bestand aus undefinierbarer, grauer Masse mit gelben Punkten. Danach habe ich mich nur noch an das Eis und später sogar nur noch Schokoriegel getraut. In der Mensa vertraut man besser dem Auge als seinem Bauchgefühl."

Celina Freudenthal (24) studiert Innenarchitektur an der FH Hannover. Kämpfe trägt sie nur noch beim Fechten im Hochschulsport aus, nicht mit ihrem Essen.

6. Durch eine Prüfung fallen oder einen Kurs wiederholen

"Durch eine Prüfung zu fallen – insbesondere in den sogenannten Geisteswissenschaften – ist ja so ziemlich das Unmöglichste, das man leisten kann. Gut, ich war einmal viele Jahre mit einer angehenden Ärztin zusammen; in der Medizin ist es zwar auf ganz andere Art und Weise sehr schlimm, aber zumindest kann man dort noch mit Stil durch eine Prüfung fallen. Wer dies in den Geisteswissenschaften tut, dem bleibt im besten Falle nur noch der Ehrgeiz, und der ist ja leider die letzte Zuflucht des Versagers.“

Timon-Karl Kaleyta (31), Frontmann von „Susanne Blech“, hat’s trotz verpatzter Prüfung zu einem Master in Medien- und Kulturwissenschaft gebracht.

7. Ein Referat völlig ohne Vorbereitung halten

"Ich hatte mal einen Referatstermin völlig verschwitzt. Als Schauspielerin fiel es mir zum Glück etwas leichter, so zu tun, als würde ich mich total auskennen und minutenlang über etwas zu reden, über das ich im Prinzip keine Ahnung hatte."

Jana Julie Kilka (24) spielt die Jessica Stiehl in „Verbotene Liebe“. Die Karriere läuft, das Jurastudium in München pausiert momentan.

8. Ein kurioses Angebot des Hochschulsports nutzen

"Die Ankündigung versprach, Philosophie, Musik, Kampf und Tanz zu verbinden. Das hörte sich spannend an. Seitdem begleitet mich der brasilianische Kampf-Tanz Capoeira durch mein ganzes Studium. Das ist der beste Ausgleich zum Hörsaal: Man ist viel in Bewegung. Mit dem jeweiligen Spielpartner geht man einen tänzerischen Dialog ein.“

Dawid Muraski (24) studiert Geowissenschaften in Hannover. Als Erstsemester entdeckte er Capoeira im Flyer des Hochschulsports, jetzt will er sogar Portugiesisch lernen und Brasilien bereisen.

9. Sich an der Uni verlieben

"Leider hat das mit der universitären Partnersuche bei mir selbst nie funktioniert, dafür habe ich aber in meiner studentischen Laufbahn zahlreiche Uni-Liebesgeschichten im Bekanntenkreis miterleben dürfen. Meine Lieblingsstory fand zwischen einer Mitstudentin und unserem Dozenten statt. Sollte ich jedenfalls noch mal ein Zweitstudium in Erwägung ziehen, dann nur, wenn’s zum Abschluss auch eine echte Uni-Lovestory gibt!“

Natascha Sagorski (28) schrieb schon während ihres Politikstudiums über „krasse Abstürze“. Bei „taff“ ist sie nun schnellste Kolumnistin Deutschlands.

10. Einen Uni-Karriere-Infotag besuchen und so viele Kugelschreiben mitnehmen, wie man tragen kann

"Der 'Uni-Karriere-Info-Tag‘ an der Uni Bremen heißt Praxisbörse. Diese Mini-Messe spielt sich zu großen Teilen im GW2 ab. Da die meisten meiner Veranstaltungen in dem Gebäude stattfanden, bin ich da das ein oder andere Mal zwischen Mensa und Seminar hineingeraten. Dass die Unternehmen immer so bereitwillig ihre Kugelschreiber herausgerückt haben, find‘ ich super! Noch mehr hätte ich mich allerdings über Kekse gefreut.“

Anna Lenja Hartfiel (23) freut sich als Praktikantin in der UNICUM Redaktion über ausreichend Kugelschreiber und Kekse.

11. Gegen Studiengebühren oder den Bachelor demonstrieren/ Streiken

"Ich habe in der Zeit, die ich für den Bildungsstreik tätig war, mehr gelernt als in allen Kursen, Seminaren und Vorlesungen zusammengenommen. Gemeinsam entfalteten wir für kurze Zeit einen Gemeinschaftssinn und eine kreative Kraft, die bundesweit 250 000 Menschen auf die Straße brachte. Trotz Bürokratie, Routine und Sachzwängen ließen wir die verwaltete Welt hinter uns und schaffen uns die Gesellschaft, die wir uns vorstellten, einfach selbst. Das ist Bildung und Freiheit im eigentlichen Sinn – in Theorie und Praxis. Eine prägende lohnenswerte Erfahrung.“

Jörg Rostek (30) organisierte den Bildungsstreik 2009/2010. In Münster studiert er Politik, Geschichte und Wirtschaftspolitik noch auf Magister.

12. Einem Erstsemester helfen

"An der Uni Passau, wo ich mein Studium begann, wurde ich als 'Quietschie' verspottet. Wochenlang habe ich diesen Spitznamen nicht verstanden. Die Mädels aus meiner WG erklärten mir es dann endlich.'Quietschies' daher, weil sich die Erstsemester ständig mit den Hörsälen vertun, wieder rausgehen und die Türen quietschen. Hilfe gab's aber auch. Bei einer Orientierungswoche mit abschließendem 'Leberkäse-Empfang', wurde ich als Preuße in Bayern integriert.“

Roman Milenski (29) ist als Kind des Ruhrgebiets zurück in der Heimat und drehte eine zeitlang Videos wie die "UNICUM WG“ für UNICUM.de.

13. In der allerersten Vorlesung alles mitschreiben und alle empfohlenen Bücher direkt kaufen

"Fast jedes Semester gehe ich hoch motiviert in die erste Vorlesung und schreibe dort alles mit. Ich nehme mir jedes Semester aufs Neue vor, mehr zu lernen und die Vorlesungen häufiger zu besuchen. Leider konnte ich die anfängliche Euphorie noch nie über das ganze Semester mitnehmen. Bücher muss man in meinem Studiengang eher nicht kaufen, deshalb habe ich da bisher drauf verzichtet."

Marc Sluiter (27) geht seit vier Jahren hoch motiviert in jedes neue Semester seines Medienwirtschaft und Journalismusstudiums in Wilhelmshaven.

14. Einen vollen Hörsaal zum Lachen bringen

"Mein Ethnologie-Professor konnte uns immer zum passenden Augenblick mit einer Anekdote zurück in den Hörsaal zu seiner Vorlesung holen. Einmal ging es um die Indianer am Orinoco. Er erzählte vom Knochenaschetrinken und sagte: 'Die verbrannten Knochen des Toten werden zerstampft und gesiebt, dann unter Bananenbrei gemischt und anschließend getrunken. Das ist das sogenannte Knochenaschetrinken, man könnte auch sagen: Ahne mit Banane.‘ Der ganze Hörsaal hat gebrüllt und mal wieder hatte es der Prof geschafft, uns zu begeistern."

Ulrike Schnabel (30) studierte Diplom-Journalistik und Ethnologie in Leipzig.

15. Sich von Sekretärinnen nicht einschüchtern lassen

"Es gibt Drachen noch immer – das weiß jeder Student mit organisatorischen Problemen. Sie haben die Gestalt von Beamten-mimenden, eigenartige graubraune Röcke tragenden, stets griesgrämig dreinschauenden, vollkommen und in jeder Lebenslage unflexiblen, so ganz und gar nicht mütterlichen, eher fies schwiegermütterlichen, ausschließlich böse und komplizierten SEKRETÄRINNEN angenommen, die leider die Macht über alles und vor allem mich zu haben scheinen.“

Sänger und Medizinstudent Felix Artmann (27) steht vor dem Staatsexamen. Hoffentlich war er schon beim Prüfungsamt.

16. In einer wissenschaftlichen Arbeit eine unseriöse Quelle zitieren

"Während meines Studiums habe ich meinen Arbeiten in der Regel Zitate eines unbekannten Dichters bzw. Gelehrten aus dem 16. Jahrhundert vorangestellt (...alle aus eigener Hand), eine Reaktion von Seiten meiner Professoren gab es, soweit ich mich erinnere, nie. Einmal habe ich im Quellennachweis ein Buch mit fingiertem Namen, Autor und Zeit eingefügt, auch darauf gab es keine Reaktion. Manchmal hatten besagte Gelehrte auch Phantasienamen.“

Robert Sommer (28) studierte Sozialpädagogik in Leipzig, hätte aber auch in einem Kurs „Kreatives Schreiben“ eine gute Figur gemacht.

17. Eine Anwesenheitsliste klauen oder fälschen

"Anwesenheitslisten gibt’s bei uns nur in einem Tutorium zur Nachbereitung einer Vorlesung. Total lächerlich: Wenn man keine Fragen hat, macht’s auch keinen Sinn hinzugehen. Deswegen geht Fälschen auch in Ordnung. Eine Freundin von mir hat auch schon mal für mich geübt.“

Tabea König (19) studiert Ethnologie und Geschlechterforschung in Göttingen.

18. In einer Vorlesung Unibingo spielen

"Egal ob Germanistik oder Medienwissenschaft. Irgendein Depp hat sich immer gemeldet und einen Satz mit 'Diskurs‘, 'Foucault‘ oder 'Luhmann‘ in den Raum geworfen. Gepasst hat’s immer, verstanden hat’s keiner. Am Anfang gab es die ersten Hasswörter-Strichlisten, mittlerweile kann man sich seine eigenen Unibingo-Listen im Netz erstellen. Foucault hätte es geliebt.“

Jan Thiemann (31) arbeitet bei UNICUM als Redakteur, studierte in Bochum und schaut noch immer am liebsten Diskurs-Werfen bei Olympia.

19. Eine Lerngruppe gründen und frustriert verlassen

"Ich habe mal eine Lerngruppe gegründet und hätte sie am liebsten gleich darauf wieder verlassen. Die Mitglieder waren sehr besserwisserisch und arrogant. Trotzdem musste ich dabeibleiben, um im Studium weiterzukommen. Genervt hat es mich sehr.“

Felix W. (26) lernt an der FH Wilhelmshaven, wie man Maschinen baut. Und lernte fürs Leben, dass er am liebsten allein lernt.

20. Für eine (Spaß-)Partei bei der AStA-Wahl kandidieren

"Als Studierende sollte es selbstverständlich sein, sich für seine Statusgruppe einzusetzen. Schon zu Schulzeiten waren Bertolt Brecht und Michael Foucault meine Idole. Nun fordere ich: mehr Bafög statt Elitenförderung. Während meines Wahlkampfes fürs Studierendenparlament zog ich sogar im Maskottchenkostüm als Fuchs verkleidet durch Münsters Studentenwohnheime.“

Bianca Hüsing (25) verbringt leicht 15 Stunden pro Woche für Studierendenparlamentssitzungen, diverse Plena oder Präsenzdienst im Fachschaftsrat. Den Rest der Zeit studiert sie Philosophie an der Uni Münster.

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