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06. Mär 2013

Heike Kruse

Archiv

Lage an den Hochschulen entspannt sich

-ARCHIV-

Zahl der Studienberechtigten in 2012 gesunken

Weniger Studienberechtigte

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer Pressemitteilung veröffentlichte, ist die Zahl der Studienberechtigten im Jahr 2012 um 1,7 Prozent gesunken. Nur noch 498.400 SchülerInnen haben die Hochschul- und Fachhochschulreife erlangt. Dies ist der erste Rückgang seit 1994.

Da in Bayern und Niedersachsen bereits in 2011 die Verkürzung der Gymnasialzeit eingeführt wurde, kam es in 2012 zu stärkeren Rückgängen in der Zahl der Studienberechtigten (Bayern -33 Prozent, Niedersachsen -23,9 Prozent). Auch in Ländern ohne doppelte Abiturjahrgänge sanken die Zahlen: Sachsen-Anhalt mit -2,6 Prozent und Sachsen mit -2,3 Prozent verzeichneten weniger Studienberechtige. Dagegen gab es in Baden-Württemberg (32,1 Prozent), Berlin (33,2 Prozent), Bremen (22,0 Prozent) und Brandenburg (27,9 Prozent) mehr Studienberechtigte als im Vorjahr.

Aber: doppelte Abi-Jahrgänge

Die Gymnasialzeit ist von neun auf acht Jahr verkürzt worden, dadurch kommt es aber auch in einigen Bundesländern zu doppelten Abiturjahrgängen. In diesem Jahr ist Nordrhein-Westfalen von der Umstellung betroffen. Die Bundesländer Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz (Ganztagsschulen) folgen im Jahr 2016.

Die Hochschulen ergreifen bereits Maßnahmen, um allen Studieninteressierten einen Platz und gute Studienbedingungen zu ermöglichen. So sollen im Rahmen des Hochschulpaktes 2020 mithilfe zusätzlicher Mittel von Bund und Länder u.a. weitere Studienplätze geschaffen werden. In der ersten Phase von 2007 bis 2010 wurden sogar mehr als die geplanten 91 370 Studienplätze eingerichtet. Mit rund 3,2 Mrd. Euro wird der weitere Ausbau der Hochschulen für die Jahre 2011 bis 2015 vom Bund finanziert.

Negative Auswirkungen könnte der Zuwachs an Studienberechtigten trotzdem mit sich bringen. Viele Hochschulen kompensieren die hohen Studentenzahlen mit einem höheren Numerus Clausus (NC), um einen Ansturm von Studenten in einzelnen Fächern zu vermeiden. Ein weiteres Problem ist sicherlich auch die Wohnungssuche. Nicht in jeder Universitätsstadt sind genügend Zimmer frei und erschwinglich, um alle Erstsemester mit einem Platz zum Schlafen zu versorgen. Dennoch ist ein Studium auch in Zukunft nicht unmöglich geworden.

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