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06. Jan 2014

Christoph Köchy

Archiv

"Millionärswahl": Viva con Agua kämpft für einen guten Zweck um die Million

-ARCHIV-

UNICUM trifft Show-Teilnehmer Michael Fritz

Wer wird der erste demokratisch gewählte Millionär?

Stuntmen, Akrobaten, Extrem-Sportler, Sänger, Weltenretter oder Lebenskünstler: Für die "Millionärswahl" durfte jeder kandidieren. Unter allen Teilnehmern auf www.millionaerswahl.de wurden dann die 49 besten Bewerber gekürt, die ab dem 09. Januar auf ProSieben und Sat. 1 in sieben Entscheidungsshow gegeneinander antreten.  Aus den sieben Gewinnern der Shows wird in der Finalsendung am 31. Januar Deutschlands erster demokratisch gewählter Millionär gekürt und erhält eine Million Euro.

Michael Fritz von Viva con Agua tritt am 16. Januar gegen sechs weitere Kandidaten an. Dann heißt es fleißig voten! Unter dem Hashtag #Fritz könnt ihr den Kommentaren auf Twitter folgen. Auf Facebook freut sich Michael ebenfalls über Unterstützung.

1 Million für 100.000 Menschen

UNICUM: Michael, du bist bei der TV-Show "Millionärswahl" dabei. Warum?
Michael Fritz: Ich möchte die Chance nutzen und der erste demokratisch gewählte Millionär werden, um die Million sofort wieder an Viva con Agua zu spenden. Für mich ist es interessant zu sehen, ob die Menschen sozial entscheiden werden. Darüber hinaus ist auch die mediale Aufmerksamkeit bei einer ProSieben-Show sehr spannend für Viva con Agua, denn wir wollen ja so viele Menschen wie möglich aktivieren für soziales Engagement zum Besten aller Wesen im Bereich der WASH-Projekte (Water, Sanitation & Hygiene) weltweit!

Kam dir nicht in den Sinn, nur einen Teil für das Projekt zu verwenden und dir für den Rest zum Beispiel ein neues Auto zu kaufen?
Was soll ich mit einem Auto? Was soll ich mit einer Million Euro? Da wird nur mein Charakter schlecht (lacht). Nein im Ernst, ein Urlaub im normalen Rahmen würde ich mir gönnen – doch sonst finde ich es gerade wichtig, eben alles zu spenden, um klarzustellen: Ich mache das nicht für mich, sondern für Menschen in Entwicklungsländern, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Das muss man sich mal vorstellen: ich darf bei einer Wahl zum ersten demokratisch gewählten Millionär mitmachen und dabei wären etwa in Uganda die Menschen eines ganzen Dorfes froh über eine Wahl zum demokratisch gewählten Brunnenbesitzer!

Erklär uns doch bitte, was hinter Viva con Agua steht.
Viva con Agua ist ein Verein, ein Netzwerk, eine Idee, eine Einstellung, sein persönliches Potenzial zum Besten von Menschen in Entwicklungsländern, die keinen Zugang zu sauberem Wasser und einer menschenwürdigen sanitären Versorgung haben, einzusetzen! Die Vision ist einfach: Alle für Wasser, Wasser für alle. Wir engagieren uns für eine Welt, in der jeder Mensch sauberes Wasser zum Trinken hat und eine Toilette. Das wäre der Moment, den ich am meisten feiern würde – und wir Viva con Agua auflösen könnten.

Ihr seid sehr präsent, vor allem unter Studenten. Was ist das Geheimnis eures Erfolgs?
Ich glaube das Geheimnis liegt darin, dass jeder, der Viva con Agua zu dem macht was es ist, es deswegen macht weil es ihm sowohl Spaß macht, als auch Sinn stiftet. Und das hört sich vielleicht leichter an, als es ist und es ist auch leicht – man sollte doch immer nur Sachen tun, die einem Spaß machen!

"Ich will die Zuschauer und Wähler vivaconaguatisieren"

Du studierst selber noch: Welche Rolle nimmst du neben deinem Studium bei Viva con Agua ein?
Ich studiere Geschichte und Anglistik im 24. Hochschulsemester. Meine akademische Laufbahn ist nicht so erfolgreich, wie es sich meine Eltern wahrscheinlich wünschen – sorry Mama und Papa! (lacht!) Doch mit Viva con Agua habe ich das finden dürfen, das ich für mein Leben lang machen will. Daher muss das Studium immer hinten anstehen – sorry Profs!

Bleibt denn neben der ganzen Arbeit überhaupt Zeit (und Lust) für Seminararbeiten?
Es ist natürlich schwierig, denn ich bin immer motivierter, dieses Interview für Viva con Agua zu geben oder ein Konzept zu schreiben, bevor ich mich an eine Hausarbeit über die Bedeutung des Wortes "and" im 16. Jahrhundert in der Poesie setze. Doch ich will mein Studium beenden, vor allem aus Respekt vor dem großen und wunderbaren Support meiner Eltern, denn ohne deren Unterstützung hätte ich nicht die Zeit und die Ressourcen gehabt, um bei der Gründung und dem Aufbau von Viva con Agua behilflich zu sein. Von daher sind die wahren Gründer von Viva con Agua eigentlich meine Eltern.

Die erste Million ist immer die schwerste. Warum kannst du dich gegen die anderen Kandidaten bei der "Millionärswahl" durchsetzen?
Ich denke nicht in Konkurrenzen – weder im Leben, noch in der Entwicklungszusammenarbeit, noch bei der Millionärswahl. Jeder der Kandidaten hat es bestimmt verdient und ich wünsche allen viel Glück. Darüber hinaus werde ich mich nicht durchsetzen, sondern ich werde als Repräsentant meiner Initiative versuchen, die Zuschauer der Show und die potenziellen Wähler zu vivaconaguatisieren.


Mehr zu Viva con Agua

Viva con Agua steht vor allem für eine engagierte Erfolgsgeschichte: Seit der Gründung im Jahr 2006 konnte das international tätige Netzwerk 18 Projekte im Bereich Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH) in 14 Projektländern finanzieren. In Deutschland und Europa wirken mittlerweile über 4.000 aktive Supporter bei den unzähligen Aktionen (u.a. auf Musikfestivals) mit. 79 Prozent aller von Viva con Agua generierten Projektspenden fließen an die Welthungerhilfe, die die Projekte professionell und nachhaltig realisiert. Dank dieser Gelder konnten die Lebensbedingungen von mehr als 300.000 Menschen weltweit nachhaltig verbessert werden.

Weitere Infos findest du auf www.vivaconagua.org

Gerne darfst du auch direkt spenden:
Spendenkonto Viva con Agua
Hamburger Sparkasse
BLZ: 200 505 50
Konto: 12 68 135 181

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