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28. Jun 2013

Janina Finkemeyer

Archiv

Musikstudium: Trotz unsicheren Berufsaussichten sehr beliebt

-ARCHIV-

Im WS 2011/12 waren 30.600 Studierende für den Fachbereich Musik eingeschrieben

Steigende Begeisterung für Musikstudiengänge

Laut Deutschem Musikinformationszentrum (MIZ) waren im Wintersemester 2011/12 rund 30.600 Studierende für den Fachbereich Musik eingeschrieben. Das sind zwei Prozent mehr als im Wintersemester 2010/11. 56 Prozent der Studenten sind weiblich, ein Viertel ist ausländischer Herkunft. In den Fächern Komposition und Instrumental-/Orchestermusik liegt der Anteil ausländischer Studierender sogar bei mehr als der Hälfte. Die meisten Studierenden (8.800) gibt es in der Instrumental-/Orchestermusik, gefolgt von knapp 7.500 Studierenden im Bereich der Musikwissenschaft und -geschichte.

Mit insgesamt 5.500 Erstis starteten 2011/12 mehr Studenten in ein musikalisches Studium, als je zuvor in den letzten zehn Jahren. Auch die Zahl der Absolventen erreichte mit 5.700 ihren Höhepunkt. Davon verließen 1.200 die Hochschule, um als Lehrkraft an allgemeinbildenden Schulen zu arbeiten. Im Vergleich zum Jahr 2001 konnten die Fächer Jazz und Popularmusik die meisten Interessierten für sich gewinnen. Die Zahl der Studiereden stieg dort von weniger als 500 auf über 1.000 an. Das MIZ begründet die Beigeisterung für diese Fächer vor allem mit dem steigenden Angebot. Seit 2003 gibt es zum Beispiel die Popakademie Baden-Württemberg, die bei Musikbegeisterten sehr beliebt ist.

Erfolgreiche Musikstudenten

Viele Absolventen feiern seitdem Erfolge. Die ehemaligen Studenten Johanna Zeul und Cris Cosmo traten zum Beispiel schon beim Bundesvision Songcontest auf. Musikbusiness-Student Julius Kalmbacher produzierte unter anderem das Album „Bei meiner Seele“ von Xavier Naidoo. Nicht nur die Studenten der Popakademie verzeichnen regelmäßig Erfolge. Nico Müller studierte an den Musikhochschulen in Dresden und Weimar und ist Diplomsänger im Bereich Musiktheater/Oper/Konzert. 2008 feierte er mit seiner Gruppe Adoro den Durchbruch. Das Quintett verbindet klassische Musik mit Rock- oder Popsongs und schaffte es damitschon bis auf Platz Eins der deutschen Charts.

Berufsaussichten

Doch nicht alle Musikstudenten können Charterfolge genießen oder finden nach dem Studium sofort einen Job. Feste und vor allem langfristige Beschäftigungen sind in der Branche nicht die Regel. Die Zahl der Freiberufler steigt stetig an. 2001 waren 31.375 Selbstständige in der Künstlersozialkasse gemeldet, 2011 waren es 47.613. Die Absolventen können nicht von einer Vollzeitstelle ausgehen und müssen sich häufig mit einer Art „Patchwork-Arbeit“ zufrieden geben. Ein Mix aus Selbstständigkeit und Teilzeitjob ist keine Seltenheit.

Bei den Darstellenden Künstlern stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Jahr 2010 leicht an. Insgesamt waren es 2011 21.756, darunter 9,3 Prozent in Teilzeit. Die Arbeitslosenzahl sank in dem Bereich von 3.940 auf 2.452. Bei den Komponisten, Dirigenten, Chorleitern, Instrumental- und Orchestermusikern sah es ähnlich aus. Die Zahl der Beschäftigten ging leicht nach oben, die Arbeitslosenzahl konnte fast halbiert werden.

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