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17. Okt 2011

Martin Przegendza

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Mythbusters im Interview

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Den Bigfoot-Mythos werden die Mythbusters nie beweisen

UNICUM: Wie kommt ihr auf die Mythen, die ihr auf ihren Wahrheitsgehalt prüft?
Adam: Wir bekommen sehr viel Feedback über Twitter. Einige unserer Mythen kamen sogar direkt von Twitter-Usern. Ansonsten bekommen wir aber auch unzählige E-Mails und sogar Briefe (lacht). Über die Jahre hat sich eine unglaubliche Fanbase gebildet, die uns mit Material versorgt.

Was macht einen guten Mythos aus?
Adam: Wir sind nicht im Business, Negativ-Mythen zu beweisen. Den Bigfoot-Mythos werden wir nie beweisen, weil ich glaube, dass es ihn nicht gibt. Wenn wir ihn suchen und nicht finden, haben wir nur bewiesen, dass wir nicht wissen, wie man Bigfoot finden kann.
Jamie: Wir versuchen immer, ein spannendes Kontrollexperiment zu schaffen und es mit den Parametern des Mythos zu vergleichen. Alles, was wir physikalisch testen und mit einer Geschichte verknüpfen können, kommt für uns infrage.

Was war das Furchterregendste, was ihr bisher gebaut habt?
Adam: Definitiv die dampfbetriebene Maschinenkanone aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Sie bestand aus einer Dampfturbine und einem Vorschubsystem mit 2,5 Zentimeter großen Stahl-Kugellagern, die 30 Schüsse pro Sekunde abgab. Wir wollten nicht neben ihr stehen, als sie mit voller Geschwindigkeit lief. Also haben wir uns entschlossen, kugelsicheres Panzerglas zwischen uns und die Kanone zu stellen. Alleine das Laufgeräusch war Angst einflößend.
Jamie: Das Wichtigste bei solchen Experimenten ist zu wissen, wie destruktiv das Ding vor dir ist. Waffen an sich sind ja auch nicht Angst einflößend. Sie werden es erst, wenn jemand eine auf dich richtet. Der Trick ist, die Parameter zu kennen, unter denen es sicher ist, eine bestimmte Maschine zu bedienen.

Und bei welchem Mythos ging euch am meisten die Pumpe?
Adam: Wir haben vor ein paar Jahren eine Episode gemacht, in der wir verschiedene Wege getestet haben, aus einem im Wasser versinkenden Auto zu fl üchten. Die Folge war sehr erfolgreich. Viele Leute haben uns erzählt, dass ihnen dieses Wissen im Ernstfall das Leben gerettet hat. Nach der Ausstrahlung haben wir erfahren, dass die meisten Autos sich beim Absinken auf ihr Dach drehen, was zur völligen Desorientierung führt. Wir haben das Experiment in dieser Staffel daher wiederholt. Das war das Krasseste, was ich je gemacht habe. Immerhin weiß ich jetzt, dass ich in Extremsituationen nicht in Panik gerate.

"Unis sind eine unglaubliche Informationsressource für uns"

Bekommt ihr nicht Probleme mit eurer Versicherung?
Jamie: Witzigerweise haben wir über die Jahre mehr Spielraum bekommen. Wir haben in den neun Jahren so viel verrückten Kram gemacht und so viel daraus gelernt, dass sich die Versicherung eher geringe Sorgen machen muss. Zudem arbeiten wir mit den besten Stunt- und Sicherheitsleuten der Welt zusammen. Und hey, wir leben noch.

Arbeitet ihr bei euren Experimenten mit Universitäten zusammen?
Adam: Die Show deckt eine riesige Bandbreite an Themen ab. Da kommen wir gar nicht um das Know-how der Wissenschaftler herum. Wir haben über die Jahre eingroßes Netzwerk aufgebaut, auf das wir jederzeit zurückgreifen können. Die Unis sind eine unglaubliche Informationsressource für uns.

In der Sendung kracht es ab und an gewaltig zwischen euch beiden.
Jamie: Wir sind nicht wirklich befreundet. Wir verbringen unsere Freizeit nicht zusammen und mögen uns ehrlich gesagt auch nicht wirklich. Durch die gemeinsame Arbeit haben wir aber einen gewissen Respekt für die Fähigkeiten und Eigenarten des anderen entwickelt. Und darauf kommt es am Ende des Tages an.


Mythbusters kurz & kompakt

  • Seit 2003 sind die Experten für Spezial-Effekte Adam Savage (44) und Jamie Hyneman (54) als "MythBusters im Einsatz.
  • In neun Staffeln wagten sie über 2.000 Experimente und verbrauchten dabei zwölf Tonnen TNT-Sprengstoff.

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