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17. Okt 2011

Stephan Hammers

Archiv

"Pottperlen" – Abschlussarbeit einer Fotodesignerin

-ARCHIV-

50 Frauen aus 50 Ländern ließen sich in ihrer Wohnung ablichten

Nur je eine Frau aus einem Land

Liebe und Arbeit – das sind die Hauptbeweggründe, die Menschen aus anderen Gegenden der Welt nach Deutschland führen. Ganz besonders viele "Menschen mit Migrationshintergund" leben im Ruhrgebiet, dem großen Ballungsraum in Nordrhein-Westfalen zwischen Duisburg und Dortmund, Recklinghausen und Hagen. Aus dieser Tatsache hat die junge Fotodesignerin Magdalena Spinn ein spannendes Fotoprojekt entwickelt. Sie erstellte im Laufe von einigen Monaten, vielen Stunden vor Ort und noch mehr Kilometern Hin-und-her-Fahrt Porträts von 50 Frauen aus 50 verschiedenen Nationen, darunter einige Studentinnen.

"Mit dreien, die ich kannte, habe ich angefangen. Dann habe ich Freunde nach Kontakten gefragt oder auch einfach Mädels an der Uni angequatscht", berichtet Magdalena Spinn von den Anfängen der Motivsuche. Die Resonanz war gemischt: "Manche waren gleich Feuer und Flamme, von einigen hieß es aber auch: 'mein Vater erlaubt das nicht'", so Spinn. Sie hat immer die erste Frau eines Landes, die zur Verfügung stand und auch immer nur eine Frau eines Landes fotografiert.

Nun liegen die 50 Fotos vor, die einen besonderen Charme haben. Die Frauen sind jeweils an ihrem Lieblingsplatz in ihrer Wohnung aufgenommen, übrigens mit einer analogen Mittelformatkamera. Die Wirkung ergibt auch aus dieser intimen, persönlichen Atmosphäre und einen Blick, der nie voyeuristisch ist. Die Fotografin und die Frauen fördern beim Betrachter eindeutig positive Gefühle zutage.

Titel ist ein Kompliment

"Pottperlen“ heißt der Titel des Projekts – und wenn man die Fotos gesehen hat, verliert das Wort den leicht trashigen Klang und wird zu einem Kompliment.

Magdalena Spinn hat zu den Fotos ein Buch gestaltet, welches sie im Oktober 2011 als Abschlussarbeit ihres Studiums an der Ruhrakademie in Schwerte einreicht. Doch damit ist sie noch nicht ganz zufrieden: "Ich würde gerne noch weiter machen und alle Nationen, die im Ruhrgebiet vertreten sind, dabei haben." Damit setzt sich ihre "kleine, persönliche Weltreise", wie sie das Projekt nennt, fort.

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