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20. Jul 2012

Ann-Christin Kieter

Archiv

(S)Experimente: Der große Online-Sex-Report

-ARCHIV-

Bostoner Neurowissenschaftler erforschen die Lust

Von Elmer Fudd und Miss Marple

"Männliche und weibliche Gehirne reagieren vollkommen unterschiedlich auf sexuelle Signale", erklären Sai Gaddam und Ogi Ogas. In ihrem Online-Sex-Report "Klick! Mich! An!" vergleichen die beiden Forscher die Begehrenssoftware der Herren mit Elmer Fudd, der Comicfigur aus Bugs Bunny. Der Hasenjäger und Gegenspieler von Bugs Bunny sucht nach seinem Zielobjekt und hat den Finger stets am Abzug. Gleiches gilt für Männer, die durch visuelle Reize sofort erregt werden. Im Hinblick auf die Evolution macht das durchaus Sinn. Denn je mehr Frauen ein Mann beglückt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, Nachkommen zu zeugen. 

Frauen hingegen müssen wählerischer sein, schließlich ist eine Schwangerschaft eine folgenschwere Investition. Das ausgefeilte weibliche Nervensystem, das in der Lage ist, eine verblüffende Bandbreite an Informationen zu bewerten, taufen die Wissenschaftler "Miss-Marple-Detektivbüro". Die gute alte Dame unterbindet zudem unterbewusst physische Signale, die eine psychische Erregung auslösen. Soll heißen: Frauen können gleichzeitig körperlich an- und geistig abgetörnt sein. Deshalb gibt es auch keine Viagra für die Frau.

Kinsey 2.0

Herauszufinden, was genau Männer und Frauen anmacht, war Ogi Ogas und Sai Gaddams zweites Anliegen. Dabei haben die Doktoren nach ihrem Abschluss an der Boston University erst ganz klassisch Lernprozesse erforscht. Da sexuelle Grundlagenforschung viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, entstand der Wunsch nach "Kinsey 2.0". Finanziert wurde das Sex-Projekt komplett vom Verleger Penguin, auf öffentliche Fördermittel brauchte man nicht zu hoffen. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger Alfred Charles Kinsey im Jahr 1950 haben die beiden einen entscheidenden Vorteil: Sie konnten in der Anonymität des Internets auf Spurensuche gehen. Innerhalb eines Jahres durchforsteten sie rund 400 Millionen Suchtexte. Während ihrer Forschungsarbeit haben sie sich "jede Art von legalen Inhalten angesehen, inklusive Material, das die meisten abstoßend finden – uns eingeschlossen". Ob man die eigene Sexualität dann wohl noch genießen kann? Ogi Ogas gibt Entwarnung: "Letztendlich hat es mich verständnisvoller für die verschiedenen Bedürfnisse von Mann und Frau gemacht – und hoffentlich bin ich nun ein einfühlsamerer Partner!"


Die Ergebnisse, die Sexforscher Ogi Ogas am meisten verblüfften:

  • Heterosexuelle Männer mögen es mehr, sich Penisse anzusehen als Vaginen.
  • Außerdem suchen sie dreimal häufiger nach übergewichtigen Frauen als nach untergewichtigen.
  • Heterosexuelle Frauen lieben es, erotische Geschichten über zwei Heteromänner zu lesen, die sich ineinander verlieben und Sex haben.

Weitere pikante Details könnt ihr in „Klick! Mich! An!“ nachlesen.

Der große Online-Sex-Report ist im April 2012 beim blanvalet Verlag erschienen.

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