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30. Apr 2013

UNICUM Onlineredaktion

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Stille Helden: engagierte Studenten vom Campus

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Vier Vorbilder für soziales Engagement

Felix Garbe (21): Gründete ein Afrika-Hilfsprojekt

Nachdem er als Schüler für zwei Wochen durch Gambia gereist war, wusste Felix Garbe: Er will Schulen und Schüler in den ärmsten Ländern der Welt unterstützen und damit einen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit leisten. Nach Abbruch seines BWL-Studiums war dann die Zeit für sein Projekt Bonfaremo gekommen: Gemeinsam mit zehn Informatikstudenten entwickelte er eine Internetplattform, auf der sich die Spender ein ganz konkretes Bild von den geplanten Klassenräumen machen können.

Innerhalb von knapp zwei Jahren sind inzwischen drei Projekte entstanden, darunter eine neue Schule in Kenia. Felix verbringt viel Zeit damit, Spender und weitere ehrenamtliche Mitarbeiter zu suchen, Mitgliederbeiträge einzuziehen, Spenden zu verwalten und die Arbeit mit den Leuten vor Ort zu koordinieren. Sein gerade begonnenes Psychologie-Studium an der Fernuni Hagen läuft da fast nebenbei.

Natalie Gläser (23): Hilft Arbeiterkindern im Studium

Natalie Gläser (23) ist ein Arbeiterkind. Ihre Mutter ist Hausfrau, der Vater arbeitet im Fitnessstudio. Und Natalie selbst? Die studiert im zweiten Semester Wirtschaftsinformatik an der HAW Hamburg. Damit ist sie eher eine Ausnahme. Laut aktueller Sozialstudie des Deutschen Studentenwerks nimmt nur jeder vierte Nicht-Akademikerspross ein Studium auf.

Die Initiative arbeiterkind.de versucht, das Ungleichgewicht zu ändern und bei den wichtigsten Fragen zu helfen: Was soll ich studieren? Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es? Wenn die Eltern keine Antwort geben können, helfen rund 5.000 ehrenamtliche Mentoren an 70 Standorten weiter. Eine davon ist Natalie. Ihr wurde vor Studienbeginn geholfen, nun engagiert sie sich selbst: "Ich gebe den Leuten immer mit auf den Weg, dass man keine Angst vorm Studium haben muss, und versuche, Mut zuzusprechen", erklärt Natalie. Meist beantwortet sie Mail-Anfragen, gibt ihr Wissen aber auch in direktem Kontakt an Schulen, auf Messen oder in Sprechstunden an der Uni weiter.

Aziz Bachouri (26): Kämpft gegen Vorurteile

Aziz Bachouri engagiert sich für die Integration von ausländischen Studierenden. Er weiß, wovon er spricht. Nach dem Abitur zog er aus Syrien nach Deutschland. "Mein Onkel ist Arzt in Dresden. Er hat mich damals eingeladen, bei ihm zu wohnen", erzählt Aziz. Von Dresden zog es ihn nach Leipzig, um dort Arabistik und Deutsch als Fremdsprache zu studieren. "Gerade am Anfang fühlte ich mich oft allein. Obwohl ich ein kommunikativer Mensch bin, habe ich kaum Anschluss gefunden", erinnert er sich.

Um bei den ersten Schritten an der Uni Leipzig zu helfen, engagiert er sich in dem Mentorenprogramm seiner Fakultät. Außerdem leitete er lange das Referat für ausländische Studierende. Für bundesweite Aufmerksamkeit sorgte auch sein erfolgreicher juristischer Kampf gegen Diskriminierung durch Türsteher. "Das ist kein Engagement gegen etwas, sondern für mehr Freundschaft zwischen den Menschen", sagt Aziz. Er selbst ist ein Paradebeispiel für Integration - spricht akzentfrei Deutsch, hat sehr gute Noten und vertritt die Leipziger Studentenschaft im Senat der Hochschule.

Stephanie Gola (22): Behandelt die Tiere von Obdachlosen

"Ich bin halt so eine kleine Weltretterin", stellt Stephanie Gola grinsend fest. Aber da die Welt doch ein bisschen groß ist, beschloss sie, ihre Energie auf Leipzig zu beschränken. "Ich wollte etwas vor Ort machen, wo ich sehe, dass sich etwas verändert." Also trat die 22-jährige Veterinärmedizin-Studentin dem Verein "Bunter Hund Leipzig e.V." bei, seit einem Jahr ist sie sogar erste Vorstandsvorsitzende.

Beim "Bunten Hund" behandeln Studenten, gemeinsam mit ehrenamtlichen Tierärzten, einmal pro Woche kostenlos die Tiere von Obdachlosen, erklärt Stephanie Gola. Den Tieren wird geholfen und die Besitzer haben eine Sorge weniger. In der Woche opfert die Studentin bis zu 15 Stunden ihrer freien Zeit für Mensch und Tier. Kein Problem für die kleine Weltretterin: "Es ist anstrengend, aber man bekommt es zurück."

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