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05. Mär 2013

Birk Grüling

Archiv

Studenten bei "Wer wird Millionär?": Die Gewinner und Verlierer

-ARCHIV-

Kandidaten berichten über die Zeit nach der Show

Frederik Reimann nahm Günther Jauch auf den Arm

Bevor Frederik Reimann Günther Jauch im Januar 2012 buchstäblich auf den Arm nahm und ihm am eigenen Leib den Trend "Planking" zeigte, glänzte er bereits als Publikumsjoker. "Nach der Sendung fragte mich ein RTL-Redakteur, ob ich mich nicht als Kandidat bewerben möchte", erzählt der 23-Jährige. Einige Monate später saß der Essener Student selbst auf dem Kandidatenstuhl und gewann 64.000 Euro. "Ich lese viel Zeitung und habe eine gute Allgemeinbildung. Auswendig gelernt habe ich eigentlich nur die Charts aus den letzten Jahren und die Nobelpreisträger", erzählt Frederik von seinen Vorbereitungen auf die Sendung. Am Abend vorher fiel ihm noch ein Buch über die Gebrüder Grimm in die Hände. Er entschied sich gegen eine letzte Lektüre und scheiterte tragischerweise an einer Märchen-Frage. "Hätte, hätte, Fahrradkette. Ich habe doch gut abgeschnitten", lacht der angehende Wirtschaftsingenieur auf die Frage nach einem möglichen Hadern. "Ich wollte eigentlich nur die 500-Euro-Marke knacken, danach konnte ich mich ja nicht mehr blamieren." Von den 63.500 Euro über dem Mindestziel ist der größte Teil noch da. Was er sich von dem Geld gegönnt hat, wollte er nicht verraten.

Marina Rößer vertraute ihrem Freund und verlor 15.500 Euro

Welche Künstlerin verbirgt sich hinter dem bürgerlichen Namen Lizzy Grant? Die richtige Antwort "Lana del Rey" wird Marina Rößer wohl nicht mehr so schnell vergessen. Die falsche kostete sie nämlich 15.500 Euro. Ihr Telefonjoker, übrigens ihr Freund, tippt unsicher auf Adele und auch ein Publikumsjoker war überzeugt von dieser falschen Antwort. Heute, mehr als ein Jahr nach der Aufzeichnung, nimmt die Politikstudentin aus München das Erlebnis sehr sportlich. "Ich bin einfach eine Zocker-Natur und würde es deshalb wieder genauso machen." Nur kurz nach der Sendung sei ihr das Verarbeiten nicht so leicht gefallen, auch wenn sie von Freunden, Familie und Zuschauern viel Zuspruch erhielt. "Es war unglaublich. Viele fremde Leute haben mir bei Facebook geschrieben, dass sie mir den Gewinn gegönnt hätten", erzählt sie. Dem Publikumsjoker nimmt sie seine falsche Antwort nicht übel. "Ich hatte einen tollen Tag in Köln, konnte mit Günther Jauch reden und 500 Euro sind ja auch nicht so schlecht", lacht die Studentin. Eine wichtige Erkenntnis hat ihr der TV-Auftritt noch gebracht. Nach ihrem Politikstudium möchte Rößer selbst beim Fernsehen arbeiten, am liebsten als Sportredakteurin, allerdings hinter der Kamera.

Timur Hahn holte Dank seines Bruders die Million

Drei Tage nach seinem Sieg bei "Wer wird Millionär" bekam Timur Hahn den Anruf seiner Bank – eine Eins mit sechs Nullen war auf dem Konto eingegangen. "Danach lief mein Leben eine Woche lang auf Autopilot. Realisiert habe ich das Ganze erst beim vierten oder fünften Blick auf den Kontoauszug", erinnert sich der Anglistik-Student. Heute, knapp sechs Jahre nach dem Millionen-Gewinn, hat sich in seinem Leben nicht viel geändert. Der größte Teil des Geldes ist sicher angelegt, nur seine Eltern und sein Bruder, der ihm bei der Millionen-Frage half, haben einen Anteil bekommen. Viele Anfragen oder Bittgesuche bekam er ohnehin nicht. Auch die Gefahr, abzuheben, bestand für den 32-Jährigen nie. "Aus Luxus und großen Autos mache ich mir nichts und mein Umfeld ist ganz normal", zuckt er mit den Schultern. Nur eine BahnCard 100 gönnte sich Hahn zwei Jahre lang, inzwischen sei die ihm zu teuer geworden. Doch die Sicherheit, nie wieder Geldprobleme zu haben, ist nicht nur förderlich. "Ich weiß noch nicht, was ich in meinem Leben konkret erreichen will. Mein Kontostand ist dabei nicht gerade eine Motivationshilfe", gibt Hahn zu. Sein langes Studium will er trotzdem bald zu Ende bringen und dann vielleicht als Übersetzer arbeiten.


"Wer wird Millionär?"

  • Seit 1999 und über 1.000 Folgen läuft die Quizshow „Wer wird Millionär?“ bei RTL.
  • Der durchschnittliche Gewinn, den die Kandidaten mit nach Hause nehmen, liegt bei 36.306 Euro.
  • Mehr als 20 Kandidaten verließen das Studio ohne einen Cent.
  • Jeder Kandidat darf nur einmal antreten.

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