Vanish
Maiara Walsh spielt in "VANish" die taffe Tochter eines Drogenbosses | Foto: Pierrot Le Fou
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21. Apr 2015

Sascha Gull

Archiv

UNICUM Filmkritik: VANish

-ARCHIV-

Blutiger Roadtrip mit einer psychopathischen Kidnapper-Bande

Leg dich nicht mit Carlos an!

Psychologie-Studentin Emma (Maiara Walsh) hat ihren Vater Carlos (Danny Trejo) seit Jahren nicht mehr gesehen. Da tauchen plötzlich drei Kidnapper bei ihr auf und zerren sie in einen Van. Per Videobotschaft soll Emma eine Lösegeldforderung an ihren Vater, einen knallharten Drogenbaron, richten: 5 Millionen US-Dollar für das Leben seiner Tochter. Das ist natürlich keine gute Idee – und schon bald sind die Killerkommandos des Herrn Papa den Entführern auf den Fersen. 

Zunächst gerät die Truppe aber in eine Polizeikontrolle – ein Rücklicht funktioniert nicht. Dumm nur, dass das Auto nach Gras und Bier stinkt und der Gesetzeshüter (Tony Todd) somit als Erster dran glauben muss. Jetzt hat die Verbrechertruppe auch noch die Polizei am Hals.

Waffen, Blut und Traumata

Die Fahrt ins Ungewisse zieht sich unnötig hin und wir fragen uns, ob wir gerade ein ereignisloses Roadmovie sehen. Immerhin erfahren wir in bemühten Dialogen, dass es sich beim Entführer-Trio mit Jack (Austin Abke) und Shane (Adam Guthrie) um zwei traumatisierte Kriegsheimkehrer und mit Max (Bryan Bockbrader) um Jacks psychopathischen, schwerkriminellen Bruder handelt.

Auch wird deutlich, dass die drei Kidnapper völlig unterschiedliche Motive für ihr kriminelles Treiben haben: Jack ist auf einem persönlichen Rachefeldzug gegen Carlos, der vermutlich seinen Vater auf dem Gewissen hat, Shane ist schwer drogenabhängig und braucht Geld für einen Neustart und Jack will einfach nur viel Geld zum Verprassen ergaunern. 

Mit der Zeit kommt es zu Spannungen unter den Entführern, auch weil Emma mit psychologischen Tricks und viel Überzeugungsarbeit das Vertrauen von Shane gewinnt. Die Beiden schmieden in einem vermeintlich unbeobachteten Moment den Plan, gemeinsam abzuhauen. Und ab jetzt nimmt der Film Fahrt auf: Der Plan geht gründlich schief, es kommt zum brutalen Kampf und wir merken anhand der großzügig eingesetzten und herrlich überzogenen Splatter-Effekte, wieso der Film ins Horror-Genre gehört. 

Was folgt, ist eine Hetzjagd entlang des Highways und letztlich das große Aufeinandertreffen zwischen Entführern, Tochter und Vater, das noch einmal mit blutigen Szenen in bester B-Movie-Manier auffährt – und in einer Gewaltorgie endet.

VANish: Nichts für schwache Gemüter

VANish punktet nach einem etwas langatmigen Einstieg durch überraschende Wendungen und seine ungewöhnliche Machart: Der Großteil des Films wurde aus dem Inneren des Vans gedreht, der Zuschauer ist also mittendrin im Geschehen. Sehenswert sind auch die kurzen Gastspiele von Tony Todd als kauziger Cop und Danny Trejo als skrupelloser Drogenboss.

Die Gewaltszenen sind nichts für schwache Gemüter: Blut fließt reichlich, unter anderem kommen eine Machete und eine Kreissäge zum Einsatz. Freunde der etwas härteren Gangart erwartet kein Meilenstein, aber solider Splatter-Spaß!


UNICUM Filmtipp

VANiSH

Action/Horror, USA 2014

Regie: Bryan Bockbrader

Darsteller u.a.: Maiara Walsh, Bryan Bockbrader, Tony Todd, Danny Trejo

Verleih: Pierrot le Fou GmbH

VÖ: 24. April 2015

Online bestellen (Amazon): VANish

Artikel-Bewertung:

3.21 von 5 Sternen bei 108 Bewertungen.

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