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01. Dez 2014

Merel Neuheuser

Archiv

Weihnachten in Gastfamilien

-ARCHIV-

Experiment e.V.: Ausländische Studenten erleben das Weihnachtsfest aus einer anderen Perspektive

Allein unterm Tannenbaum?

Ein Auslandssemester ist fraglos eine super Angelegenheit. Genau bis Weihnachten. Dann stellt sich die Frage, ob man entweder für teures Geld Heim reist oder Weihnachten ziemlich allein rumhängt. Dass letzteres nicht passiert, ist das Anliegen von "Experiment e.V.", einer gemeinnützigen Organisation, die den Austausch zwischen Menschen aller Kulturen zum Ziel hat. Eines der vielen Programme des Vereins bringt ausländische Studenten und deutsche Familien zusammen. Für zwei Wochen ziehen die Gäste dann bei der deutschen Familie ein und lernen das Land so auf eine ganz persönliche Weise kennen. 

Bereits seit 1960 organisiert Experiment e.V. diesen Austausch in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt. Etwa 100 deutsche Gastfamilien nehmen jedes Jahr teil. Einige wenige nehmen sogar zwei Studenten auf. Die Vermittlung ist eine schöne Arbeit: "Besonders zur Weihnachtszeit ist es ein gutes Gefühl, Menschen zusammen zu bringen. Zumal das häufig nicht nur für die zwei Wochen ist. Wir erleben oft, dass uns ehemalige Gastfamilien berichten, dass sie beispielsweise zur Hochzeit des ehemaligen Gastes eingeladen wurden", sagt Pressesprecherin Meike Schmidt.

Der Kirchenbesuch zu Weihnachten ist keine Pflicht

Gabriele Schüngel und ihr Mann nehmen diese Weihnachten bereits zum dritten Mal ehrenamtlich eine ausländische Studentin auf. Die ersten beiden Male kamen die Gäste aus China, dieses Jahr ist der Besuch US-amerikanisch. In einer Zeitung fand die Bochumerin vor Jahren den Hinweis auf das Programm von Experiment e.V. und da ihr ältester Sohn einst selbst an Weihnachten bei einer amerikanischen Familie unterkam, war ihr Interesse sofort geweckt.

In den zwei Wochen lernt man sich schließlich so gut kennen, dass bereits enge Freundschaften entstanden sind – so hat Gabriele Schüngel heute immer noch engen Kontakt zu einer der beiden chinesischen Studentinnen (der Deutschland übrigens so gut gefiel, dass sie sich entschied, hier zu bleiben). Studentin Zi Li ging damals mit den Weihnachtsbaum kaufen, kochte für die Familie und ließ sich die Bochumer Sehenswürdigkeiten, wie etwas das Bermudadreieck, zeigen.

"Wir versuchen Weihnachten so ansprechend wie möglich zu gestalten, feiern aber eigentlich, wie wir es auch alleine tun würden" sagt Schüngel. Dazu gehört natürlich ein Baum, ein großes Essen und der Gottesdienst. "Wir besuchen dann einen englischsprachigen Gottesdienst, aber wenn der Besuch nicht mit in die Kirche möchte, ist das natürlich keine Pflicht – jeder wie er möchte." Damit die Interessen von Studenten und Familien nicht allzu weit auseinandergehen, fragt Experiment e.V. vorab Einstellungen, Hobbies und Gewohnheiten ab.

Klar, ist Weihnachten die Zeit, in der sich das Projekt besonders anbietet, aber auch das restliche Jahr vermittelt Experiment e.V. Studenten an Familien.

Weitere Informationen gibt es unter www.experiment-ev.de/anmeldung-fas.

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