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29. Mai 2013

Janina Finkemeyer

Archiv

Wissenschaftlicher Nachwuchs meist nur befristet beschäftigt

-ARCHIV-

80 Prozent der an Hochschulen beschäftigten Jung-Akademiker im Zeit­vertrag

Wer ein Studium absolviert, schützt sich bestens vor Erwerbslosigkeit. 2011 waren nur zwei Prozent der Akademiker erwerbslos. Dafür haben vor allem junge Akademiker Schwierigkeiten, einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu bekommen. Von den 25- bis 29-Jährigen waren im Jahr 2011 29 Prozent der Hochschulabsolventen befristet beschäftigt. Die Befristungsquote aller Erwerbstätigen in dem Alter lag bei 17,2 Prozent. Damit bekommen Akademiker bei ihrem Berufseinstieg wesentlich häufiger einen Zeitvertrag, als Altersgenossen die eine Ausbildung gemacht haben. Von Branche zu Branche variieren die Quoten sehr stark.

Befristete Verträge von 25- 29-jährigen Akademikern

  • Finanz- und Versicherungsdienstleistungen: 7,0 Prozent
  • Verarbeitendes Gewerbe: 11,4 Prozent
  • Öffentliche Verwaltung: 29,2 Prozent
  • Gesundheitswesen: 59,5 Prozent
  • Hochschulen: 80 Prozent

Wer an einer Hochschule beschäftigt ist, kann auch im höheren Alter nicht mit einer unbefristeten Anstellung rechnen. Bei den 30- bis 34-Jährigen hatten 2011 immer noch 70,7 Prozent einen Arbeitsvertrag auf Zeit, bei den 35- bis 39-Jährigen 59,1 Prozent. In anderen Branchen ändert sich das Beschäftigungsverhältnis jedoch nach einigen Jahren. Bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern lag die Quote bei den 30- bis 34-Jährigen bei 5,3 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe bei 7,1 und in der öffentlichen Verwaltung bei 13,8 Prozent. In der Gesundheitsbranche ist es allerdings ähnlich wie bei den Hochschulen. Anfang 30 waren dort noch 48,2 Prozent befristet tätig.

Jobs häufig auf weniger als ein Jahr befristet

42,2 Prozent der befristet Beschäftigten mit Hochschulabschluss hatten 2011 eine Arbeitsvertragslaufzeit von weniger als einem Jahr, 28,7 Prozent zwischen einem und zwei Jahren. Bei den besonders stark von der Befristung betroffenen Beschäftigten an Hochschulen lag die Dauer der Verträge bei 46,6 Prozent über zwei Jahren, 30,9 Prozent mussten sich mit einer Anstellung von maximal einem Jahr abfinden. Eine bewusste Entscheidung für eine Beschäftigung auf Zeit gab es nur bei 2,9 Prozent der jungen Akademiker. Die meisten lassen sich aus Mangel an Alternativen auf die Zeitverträge ein. 

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