Start-up App
Eine App kann sich zum erfolgreichen Start-up entwickeln. | Foto: scyther5/Thinkstock
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20. Nov 2017

Nico Marius Schmitz

Berufseinstieg

Gründergeschichten: Von der App zum Start-up

Endlich Ordnung in der WG!

Der Biervorrat ist schon wieder leer, das Badezimmer nicht geputzt und niemand will den Einkauf machen: So viele Vorteile das Leben in einer WG für Studenten auch hat, so gibt es doch oft einige Probleme im Haushalt. Die App Flatastic wurde extra für genau solche Probleme entwickelt und liefert Wohngemeinschaften vom Putzplan bis zur Einkaufsliste wichtige Organisationshilfen in digitaler Form. Wir haben uns mit dem Gründerteam von Flatastic unterhalten, um mehr über die studentenfreundliche App zu erfahren.

Zunächst ein paar Fragen zu dem Gründerteam: Wie heißt ihr und wie alt seid ihr? Was habt ihr studiert/studiert ihr?
Unser Team besteht aus Clemens Bachmair (30), Malik El Bay (29) und Moritz von Hase (29). Clemens hat Physik an der TU in Berlin studiert, Malik Interdisziplinäre Naturwissenschaften an der ETH in Zürich und Moritz hat ebenfalls Physik an der FU in Berlin studiert.

App Start-up Flatastic Gründer

Skype-Gespräch und ein Treffen in einer verrauchten Berliner Bar

Wie seid ihr auf die Idee gekommen euer eigenes Unternehmen zu gründen?
Flatastic haben wir in erster Linie für uns und unsere WGs entwickelt. Die Geschichte, wie wir als Team zusammengekommen sind, ist recht lustig: Clemens hat mit Moritz zusammen neben seinem Studium bereits an der Web Applikation wg-planer.com gearbeitet. Als Malik in Zürich eine App für ein besseres Zusammenleben vorstellte, war Clemens' Bruder zufälligerweise im Publikum und dachte, es sei eine gute Idee, wenn sich die Beiden kennenlernen. Ein Skype-Gespräch und ein Treffen in einer verrauchten Berliner Bar später wurde die Unternehmung Realität.

Erzählt in ein paar Sätzen, worum es bei eurer App geht und was das Besondere an eurem Startup ist.
Wir leben alle drei seit eh und je in WGs und lieben das Zusammenleben. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass die kleinen administrativen Ungereimtheiten zu echten Problemen führen können. Damit es Zuhause harmonisch bleibt, haben wir Flatastic entwickelt. Eine App, die alle Tools für einen reibungslosen Haushalt kombiniert und übersichtlich darstellt: Einkaufsliste, Ausgaben, Putzplan und Chat. Das Konzept hat nicht nur WGs überzeugt, auch Familien und Pärchen nutzen Flatastic.

Studienabbruch fürs Start-up

Wie habt ihr Studium und die Gründung eines Unternehmens unter einen Hut gebracht?
Clemens hat parallel zu seiner Masterarbeit viel Zeit in Flatastic gesteckt und trotzdem seine Arbeit mit Auszeichnung abgeschlossen. Auch Moritz hat seinen Master in Physik gemacht. Bei Malik war die Situation ein wenig anders: Er hatte gerade mit dem Masterstudium begonnen und sich dann entschieden dieses abzubrechen, um mehr Zeit für die Unternehmung aufwenden zu können.

Haben euch Inhalte eures Studiums bei der Gründung geholfen oder gar auf die Idee der Gründung gebracht?
Als Naturwissenschaftler waren die Inhalte des Studiums nicht ausschlaggebend für die Entwicklung von Flatastic und auch für die Gründung der Unternehmung konnten wir nicht viel aus unseren Studiengängen mitnehmen. Jedoch haben wir alle ein sehr analytisches Vorgehen, wissen, wie man richtig mit Experimenten umgeht und haben gelernt schnell zu lernen.

Wie viele Studenten nutzen eure App, um ihr WG-Leben zu organisieren?
Flatastic zählt mittlerweile eine viertel Million Nutzer und wächst täglich.


Kluger Helfer für den Uni-Alltag

Das nächste Start-up vereinfacht den Uni-Alltag, indem es unter anderem deinen Stundenplan, die Mails von der Uni oder auch Prüfungsergebnisse kompakt in einer App darstellt. Die Gründer von UniNow standen uns Rede und Antwort.

Hallo zusammen, stellt euch in ein paar kurzen Sätzen vor:
Ich bin Tobias Steenweg, 28 Jahre alt und habe Wirtschaftsinformatik an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg studiert. Gemeinsam mit Stefan Wegener, 26 Jahre, Computervisualistik, habe ich im Februar 2016 UniNow gegründet.

App Start-up Gründer UniNow

"Uns selbst hat eine solche App gefehlt!"

Wie seid ihr auf die Idee gekommen euer eigenes Unternehmen zu gründen?
Schon während unserer Studienzeit haben Stefan und ich die offizielle App der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickelt – ganz einfach, weil uns eine solche App gefehlt hat! Es war mühsam sich durch die vielen unterschiedlichen Portale zu navigieren. Wir starteten das Projekt bereits 2012. Am Ende unseres Studiums mussten wir entscheiden, wie es mit der App weitergeht. Die App wurde damals schon von mehr als 60% der Studierenden der Universität in Magdeburg genutzt. Da sie uns sehr am Herzen lag und wir wollten, dass es weitergeht, haben wir den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und UniNow gegründet. Wir wussten, dass ein regionales Produkt nicht funktionieren würde, da sich der Entwicklungsaufwand für eine einzelne Hochschule nicht rechnet. Also haben wir eine unabhängige App entwickelt, die an vielen Hochschulen funktioniert.

Erzählt in ein paar Sätzen, worum es bei eurer App geht und was das Besondere an eurem Startup ist.
UniNow ist in erster Linie eine App zur Organisation des Studienalltags: Den Stundenplan erstellen, die Prüfungsergebnisse einsehen, die Uni-Mails abrufen oder die Bücher verlängern – UniNow bündelt alle studienrelevanten Inhalte in nur einer App und ist jederzeit auf dem Smartphone abrufbar. Im Frühjahr 2017 haben wir das Karriere-Feature integriert, denn jeder Student sucht bereits im Studium einen Nebenjob oder ein Praktikum; und spätestens nach dem Studium einen attraktiven 1. Arbeitgeber. Die App ist für Studierende kostenlos, unsere Unternehmenspartner zahlen Geld, um sich in der App zu präsentieren. So finanzieren wir die App und gleichzeitig ist dies eine Win-Win-Situation für beide Seiten, da wir Studierende und Unternehmen schon sehr frühzeitig miteinander bekannt machen. Es gibt bereits eine Anzahl von Apps für Studierende, die sind allerdings nicht so umfassend wie UniNow und beschränken sich auf vereinzelte Hochschulen. UniNow bietet neben dem größten Funktionsumfang, auch die größte Reichweite an Hochschulen und kann somit zukünftig auch hochschulübergreifende Funktionalitäten anbieten. Vor UniNow mussten sich die Studierenden auf unterschiedlichen Portalen anmelden, die zudem nicht durch eine gute Benutzerfreundlichkeit glänzen und mehrere Nutzer-Accounts voraussetzen.

Gründung direkt nach dem Bachelor

Habt ihr das Studium abgebrochen, um das Unternehmen zu gründen oder das Unternehmen parallel zum Studium oder nach Abschluss des Studiums gegründet?
Die App an sich haben wir bereits während des Studiums entwickelt, damals hieß diese noch OvGU2go, in Anlehnung an die Otto-von-Guericke Universität an der wir studiert haben. Wie anfangs schon erwähnt, haben wir direkt nach dem Bachelor Vollzeit gegründet. Durch die Gründung der UniNow GmbH war ein Masterstudium keine Option mehr für uns.

Haben euch Inhalte eures Studiums bei der Gründung geholfen oder gar auf die Idee der Gründung gebracht?
Die Gründung ist tatsächlich deshalb entstanden, weil wir ein Produkt wie UniNow im Studium vermisst haben: Es gab weder ein mobiles noch übersichtliches Angebot für die vielen Services und Informationen der Uni – das hat sich auch heute nicht geändert. Dank der Ausbildung in den Informatikstudiengängen, haben wir natürlich die notwendigen technischen Grundlagen erlernt. Grundsätzlich teilen wir eher die Auffassung, dass kein Hochschulstudium zum Gründen notwendig ist, denn die echten Herausforderungen sieht man erst, wenn man schon mittendrin ist. Darauf kann man sich nicht vorbereiten.

Wie sind die Feedbacks von den Studenten zu eurer App? Wie viele Studenten nutzen eure App, um ihr Uni-Leben zu organisieren?
Die App wurde inzwischen fast 200.000 Mal heruntergeladen. Die Studenten nutzen sie besonders intensiv am Semesteranfang, wenn bspw. der Stundenplan neu angelegt wird, hier ist die Motivation sehr hoch. Einen weiteren Anstieg können wir nach den Prüfungsphasen verzeichnen, wenn die Noten sehnsüchtig erwartet werden. In der anstrengenden Prüfungsphase geht es hingegen ruhiger zu. Wir haben bisher sehr positive Rückmeldungen erhalten, was die Handhabung und Übersichtlichkeit der App angeht. Wir arbeiten stetig daran, unseren Nutzern eine App zu bieten, die technisch und aus Design-Sicht immer auf dem neuesten Stand ist, so wie man es aus anderen Bereichen gewohnt ist. Wir bekommen außerdem fast täglich E-Mails von Studierenden, die Hochschulen besuchen, welche wir heute noch nicht unterstützen. Dank der von uns entwickelten Technologie sind wir aber bei der Anbindung neuer Hochschulen recht schnell; schließlich wollen wir möglichst allen Studierenden die App anbieten. Inzwischen wird UniNow bereits an über 215 Hochschulen deutschlandweit und sogar in Österreich und der Schweiz genutzt.

Wie seid ihr gestartet und wie geht es zukünftig mit UniNow weiter?
Im Februar 2016 haben wir mit 10 Hochschulen begonnen, heute expandieren wir bereits ins Ausland und haben schon Nutzer in Österreich und der Schweiz. Gerade bereiten wir den Launch in weiteren europäischen Ländern vor.

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