Social Business
Arbeiten und dabei etwas Gutes tun. Sozialunternehmen machen's möglich | Foto: raxpixel.com/Unsplash
Autorenbild

03. Jan 2018

Sarah Kröger

Berufseinstieg

Jobs mit Sinn: Arbeiten bei einem Social Business

Social Business: Im Job Gutes tun

Immer mehr Berufseinsteiger wünschen sich neben dem passenden Gehalt und guten Arbeitsbedingungen eine Arbeitsstelle mit Sinn. Nicht nur in Non-Profit-Organisationen und Stiftungen, sondern auch in Sozialunternehmen kannst du dich für die Umwelt und Gesellschaft engagieren. Dabei stehen deine Chancen, eine Stelle zu finden, gar nicht so schlecht: Jedes vierte in der EU gegründete Unternehmen ist mittlerweile ein Social Business. Doch was ist das eigentlich genau?

"Ein Social Business möchte ein gesellschaftliches Problem lösen und ist nicht rein kommerziell orientiert. Nachhaltige Unternehmen bieten zum Beispiel Ökostrom an, fair importierte Lebensmittel oder kümmern sich um die Integration von Geflüchteten", erklärt Barbara Lersch, Projektleiterin von relaio, einer Plattform und Jobbörse für nachhaltiges Unternehmertum der Hans Sauer Stiftung. Im Gegensatz zu klassischen Unternehmen, die sich auch teilweise gesellschaftlich engagieren, liegt der Hauptfokus eines Social Business auf der Lösung wichtiger gesellschaftlicher Probleme. Gewinne werden nicht ausgeschüttet, sondern in soziale und ökologische Zwecke reinvestiert. Auch verpackungsfreie Supermärkte, biologische und faire Limonaden wie Lemonaid oder die Suchmaschine Ecosia, die einen Großteil ihres Überschusses in Aufforstungsprojekte investiert, sind Beispiele für den immer stärker wachsenden Markt an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen.

Berufseinsteiger werden gerne genommen

Nach dem Studium ist der ideale Zeitpunkt, um dich in einem Social Business zu bewerben, denn Berufseinsteiger werden gerne genommen. Soziale Unternehmen können in der Regel nicht allzu hohe Gehälter zahlen, was für Berufsanfänger oft noch nicht so wichtig ist. Gerade Studierende mit Nischenfächern können sich freuen, denn es werden meistens keine Absolventen aus bestimmten Studienrichtungen gesucht. "Jobs in sozialen Unternehmen sind extrem vielseitig", berichtet Lersch, "die meisten Unternehmen sind eher klein, so dass eigentlich jeder überall mit anpackt." Es kann also sein, dass eine Stelle als Projektmanager ausgeschrieben ist, aber man letztendlich auch bei der Öffentlichkeitsarbeit, der Netzwerkarbeit und der Organisationsentwicklung mithilft.

Begeisterungsfähige Leute gesucht!

Viel wichtiger als die passende Studienrichtung ist eine hohe intrinsische Motivation und dass du dich mit der Unternehmensidee identifizieren kannst: "Bewerber sollten auf jeden Fall Begeisterung mitbringen und Lust haben, etwas zu ändern und die Welt ein bisschen besser zu machen", erzählt Lersch. Gerade in nachhaltigen Unternehmen können die Softskills der Bewerber wichtiger sein als die eigentliche fachliche Ausbildung. Natürlich solltest du  trotzdem eine Vorstellung davon haben, was du selbst gerne machst. Möchtest du in einem Unternehmen arbeiten, in dem Geflüchtete handwerklich arbeiten oder lieber bei einer Plattform, die Finanzierung für Vereine bereit stellt? Barbara Lersch ist sich aber sicher: "Wer hoch motiviert ist und für das Thema brennt, kommt in einem sozialen Unternehmen auf jeden Fall unter!"

Erfahrungen durch Praktika oder ehrenamtliche Tätigkeiten, solltest du auf jeden Fall mitbringen. Thematisch am besten passend zu dem jeweiligen Unternehmen: Wenn du dich bei einem nachhaltigen Honighersteller bewirbst, kannst du mit einem eigenen Bienenstock punkten und möchtest du bei einem fairen Modeunternehmen arbeiten, das in Malawi produziert, hilft deine Auslandserfahrung dort weiter. Das Gute ist, dass soziale Unternehmen oft offener für nicht geradlinige Lebensläufe sind. Das Jahr, das du um die Welt gereist bist, wird dann nicht als Pause gewertet, sondern als interkulturelle Erfahrung, die für die Arbeit wertvoll sein kann.

Selber gründen als Einstieg

Und wenn deine Bewerbung in einem sozialen Unternehmen doch nicht klappt? Dann gibt es immer noch die Möglichkeit, ein eigenes Social Business zu gründen. Sobald du ein gesellschaftliches Problem identifiziert und eine Lösung dafür gefunden hast, kannst du loslegen. "Selber machen ist auf jeden Fall ein guter Weg, um Menschen kennen zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und den Einstieg in die Branche zu bekommen", empfiehlt Lersch. Viele Universitäten haben Gründerzentren die bei Unternehmensgründungen unterstützen. In München gibt es zum Beispiel die Social Entrepreneurship Akademie, die Studierenden bei sozialen Unternehmensgründungen hilft. Aber auch das Social Impact Lab oder der Impact Hub – das alles sind Netzwerke, die in vielen Städten vertreten sind und dir dabei helfen können, mit einer Unternehmensgründung die Welt zu retten.


Weiterführende Links zum Thema Social Business:

Artikel-Bewertung:

3.2 von 5 Sternen bei 294 Bewertungen.

Passende Artikel

Deine Meinung: