Jobchancen
Wer die große Kohle machen will, sollte nach Wolfsburg ziehen | Foto: bernardbodo/Thinkstock
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07. Dez 2017

Nina Weidlich

Berufseinstieg

Jobsuche: In diesen Städten hast du die besten Chancen

Auf nach...ja, wohin denn?

Die Suche nach einer geeigneten Unistadt gestaltet sich eigentlich schon schwierig genug: Ein Paket aus günstiger Miete, guten Partymöglichkeiten und einer renommierten Uni bleibt meist eine Wunschvorstellung. Wenn es daran geht, gute Jobchancen nach der Uni zu finden, werden die Karten noch einmal neu gemischt.

Welche Kriterien bei der Auswahl deines Arbeitsortes am wichtigsten sind, hängt natürlich besonders von der Branche ab, in der du arbeiten willst. Aber auch die Kosten für eine Wohnung in der Wunschheimat sind für Berufseinsteiger ein wichtiger Faktor.

Außerdem liefern allgemeine Kennzahlen wie die Arbeitslosenquote oder der Durchschnittslohn wichtige Hinweise, wo du einen erfolgreichen Start in die Arbeitswelt hinlegen kannst. Zusammen mit Immobilienscout24 und IW Consult hat das Magazin WirtschaftsWoche all diese Faktoren jetzt für 70 deutsche Städte untersucht.

Digitalisierung & Co.: Diese Städte haben Zukunft

Für den Zukunftsindex 2017 hat die WirtschaftsWoche die untersuchten Städte anhand von Kriterien wie Breitbandversorgung, Industrie 4.0-Orientierung und die Anzahl der Forschungseinrichtungen bewertet. Im Gesamtranking hat Darmstadt es hier auf den ersten Rang geschafft. Als Wissenschaftszentrum konnte die Stadt im Süden von Hessen vor allem in der Kategorie "Industrie der Zukunft" punkten.

Die forschungsstärkste Stadt ist dem Ranking zufolge Wolfsburg, in Sachen kreative Dienstleistungen, zu denen z.B. die Arbeit von Agenturen zählt, konnte die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz punkten. Andere beliebte Uni-Städte sind weniger zukunftsträchtig: Berlin und Köln schaffen es nur auf die Plätze 14 bzw. 16, Aachen liegt auf Platz 20 und Münster belegt Rang 33.

Günstig wohnen oder viel verdienen?

Wo der Verdienst hoch ist, sind auch die Mieten teuer – und umgekehrt. Die Unterschiede sind zum Teil ziemlich krass: Während ein Arbeitnehmer in Wolfsburg im Schnitt rund 62.200 Euro Jahresgehalt erhält, gibt es in Chemnitz mit knapp 33.300 Euro pro Jahr gerade einmal etwas mehr als die Hälfte.

Besonders gut verdient man außerdem in Ingolstadt (58.094 Euro) und Erlangen (55.322 Euro). Der Osten Deutschlands ist in Sachen Gehalt dagegen eher unattraktiv: Neben Chemnitz bleibt das Jahresgehalt auch in Magdeburg und Halle an der Saale unter 35.000 Euro.

Wer hingegen besonders wenig fürs Wohnen ausgeben will, ist in den ostdeutschen Städten gut aufgehoben. Mit einem Quadratmeterpreis von 5,30 Euro ist Chemnitz die günstigste Stadt im Ranking. Auch in Leipzig (6,60 Euro) und in der Ruhrgebietsstadt Bochum (6,70 Euro) kostet der Quadratmeter verhältnismäßig wenig.

Im Süden kann es da schon einmal mehr als doppelt so teurer werden. Mit 15,40 Euro pro Quadratmeter ist München die teuerste Stadt, Stuttgart ist nur 3 Euro günstiger. Auch die Börsenstadt Frankfurt reißt mit 11,80 Euro immer noch ein ziemlich großes Loch ins Portemonnaie des Berufseinsteigers.

In diesen Städten fühlen Start-ups sich wohl

Kein Bock auf Chefs? Wer nach der Uni genug von Autoritäten hat, kann in einem Start-up sein Glück finden. Die meisten Unternehmensgründungen gab es 2015 in Frankfurt am Main: Hier kommen 57 Start-ups auf 10.000 erwerbsfähige Bewohner. Auch in Düsseldorf, Hamburg, München und Berlin lassen Gründer sich gerne nieder.

Weniger Lust auf die Selbstständigkeit haben die Beschäftigten dagegen in der VW-Stadt Wolfsburg – hier gibt es nur 14,4 Gründungen pro 10.000 Erwerbsfähige. Auch in Rostock (16,3) und Bremerhaven (16,6) ist der Gründergeist nicht so stark ausgeprägt.

Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland: Ein Problem?

Arbeitslosigkeit ist bei den jungen Deutschen kein besonders großes Thema – im Schnitt sind nur rund fünf Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Zum Vergleich: Griechenland ist mit gut 40 Prozent europäischer Spitzenreiter, im EU-Durchschnitt liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei etwa 16 Prozent.

In Deutschland ist der Anteil an arbeitslosen Jugendlichen in den letzten Jahren fast überall gesunken. Besonders in Freiburg im Breisgau sieht es laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit aus dem Jahr 2016 für Berufseinsteiger gut aus: Hier haben nur 2,3 Prozent der unter 25-Jährigen keine Arbeit. In Mannheim, Heidelberg und Würzburg sind die Arbeitslosenzahlen ähnlich hoch.

Eine überdurchschnittliche hohe Jugendarbeitslosigkeit herrscht dagegen in der Hauptstadt Berlin (9,5 Prozent) und in Gelsenkirchen (12,6 Prozent). Bremerhaven bildet mit einem Anteil von 13,9 Prozent das Schlusslicht des Rankings.

Jobchancen: Ingenieure nach Wolfsburg, Künstler nach Berlin

Jede Stadt hat etwas, wofür sie besonders bekannt ist. Wolfsburg ist die Automobil-Hochburg, Frankfurt ein Treffpunkt für Finanzexperten, Heidelberg das Mediziner-Mekka. Wo genau Kreative, Ingenieure, Künstler, Mediziner und Forscher besonders stark vertreten sind, haben wir in einer Grafik für dich zusammengefasst.

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Eine Übersicht über alle Städterankings 2017 findest du unter www.wiwo.de/themen/staedte-ranking.

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