Tattoos und Piercings: Noch immer tabu im Job?
Hat dein Körperschmuck noch Einfluss auf deine Karriere? Foto: dusanpetkovic/gettyimages
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01. Okt 2020

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Berufseinstieg

Piercings und Tattoos als Karrierekiller?

Welche Branchen stehen zum Körperschmuck?

Die Bundesrepublik wird offener. Außerhalb von Corona-Zeiten gibt es kaum noch ein Grillfest, einen Discobesuch oder anderweitige Aktivitäten, auf denen nicht irgendwo ein Tattoo heraus blitzt oder auch ganz offen und großflächig gezeigt wird und Piercing Schmuck glitzert. Auch am Arbeitsplatz sind sichtbare Piercings und Tattoos keine Seltenheit mehr, zumindest in jugendaffinen Branchen, wie z.B. der Sport-, Mode- oder Medienindustrie. Diese Branchen sind modern und gehen mit dem Trend. Im sozialen Bereich fallen Piercings und Tattoos auch sehr selten auf und sind eigentlich ganz normal.

Allerdings sind Tattoos und Piercings auch Statements deren Schönheit ebenso im Auge des Betrachters liegt. Wer sich also bei einem deutschen mittelständischen Unternehmen oder einer international ausgerichteten Organisation bewerben und auch vorankommen will, sollte den Körperschmuck eventuell überdenken oder ihn an Stellen setzen, an denen er nicht gesehen wird. Denn manche konservativen Arbeitgeber sind doch lieber überkorrekt als leger, was bedeutet, dass sie den Körperschmuck ggf. mit mangelnder Seriosität und kaum vorhandener Zielorientierung gleichsetzen.

Bei einem Vorstellungsgespräch kommt es also auch ganz auf die Branche an, ob du deine Körperkunst verhüllst (falls das überhaupt noch geht) oder du gleich mit offenen Karten spielst und mit deinem Aussehen vielleicht sogar punktest, da es in dieser Branche total angesagt ist, gepierct und tätowiert zu sein.

Wie sieht es arbeitsrechtlich aus?

Ob du mit sichtbaren Piercings und Tattoos eingestellt wirst oder nicht, entscheidet letztlich der Chef. Wenn er meint, dein Aussehen passt nicht zur Unternehmensphilosophie, sitzt er am längeren Hebel, da er dir das so nicht sagen wird.

Allerdings sind Arbeitsrechtler der Meinung, dass sich Unternehmen diesbezüglich öffnen müssen, da es in sehr vielen Bereichen aktuell einen Personalmangel gibt und Körperschmuck eben nichts mit der Kompetenz eines Menschen in bestimmten Bereichen zu tun hat.

Wie man Tattoos und Piercings verdecken kann

Solltest du zu einem Vorstellungsgespräch oder ähnlichem deinen Körperschmuck doch erst einmal verdecken wollen, raten wir dir zu folgenden Tipps:

  • Es gibt spezielle Business Unterhemden in langärmlig, eng anliegend geschnitten und im Hautton, die Tattoos unter weißen Hemden oder Blusen sozusagen unsichtbar machen.
  • Sollten die Tattoos nur einmalig verdeckt werden, könnten das auch Hautfarben Pflaster tun.
  • Darüber hinaus gibt es Camouflage Make-up, welches einen hohen Pigmentanteil besitzt und gegen Hitze, Reibung und Wasser für circa 24h resistent ist.
  • Piercings könnte man zu einem Gespräch natürlich herausnehmen, was dauerhaft aber auch keine Lösung ist, da die Löcher zuwachsen können. Hier gibt es sogenannte Retainer, quasi durchsichtigem Piercing Schmuck, den man kaum mehr sieht. Diese gibt es in jeglichen Formen und Größen, sodass Piercings nur noch sehr wenig auffallen; ganz unsichtbar werden sie dadurch allerdings nicht. Hier hilft dann doch nur das Herausnehmen.

Fazit

Letztlich gibt es Berufe in denen Tattoos und Piercings kaum zu finden sind und in denen sie weniger bis gar nicht akzeptiert werden und eben Branchen, in denen das komplett anders ist. Darüber sollte man sich vorher im Klaren sein und sich ausgiebig informieren, nicht dass man sich zum Schluss eine berufliche Chance mit Körperschmuck verbaut. Oder anders herum, vielleicht ist es doch nicht der richtige Job, wenn man seinen individuellen Körperschmuck nicht zeigen darf. Aufgrund des wachsenden Personalmangels sind Arbeitgeber gezwungen sich diesbezüglich jedoch zu öffnen, da der Körperschmuck definitiv nichts mit der Kompetenz des Einzelnen zu tun hat.

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