Sofortiger Reichtum ist beim Gründen selten
Wer beim Start in die Selbstständigkeit sofortigen Reichtum erwartet, wird meist enttäuscht. Foto: un-perfekt/pixabay
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25. Feb 2021

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Berufseinstieg

Vom Studium in die Selbstständigkeit

Der perfekte Start ins Berufsleben?

Selbstständigkeit als Alternative zur Arbeitslosigkeit nach dem Studium?

Gegen Ende des Studiums sind Stress und Arbeitsbelastung für viele Studierende groß. Vorbereitungsstress muss mit dem Jobben neben dem Studium vereinbart werden und das Warten auf Prüfungsergebnisse erzeugt zusätzlichen Druck. Gerade in dieser Situation sehnen sich viele Studierende also danach, das Kapitel Lernen und Studieren endlich abzuschließen. 

Nicht selten kommt dann – zum Ende des Studiums –ein neuer Stressfaktor hinzu: Mit Ende der Studentenzeit ändert sich auch im Bereich Finanzen einiges und der Lebensunterhalt muss irgendwie bestritten werden. Wer noch keine sichere Jobzusage hat, fürchtet darum eine drohende Arbeitslosigkeit nach dem Studium. Um dieser zu entgehen, gibt es viele Möglichkeiten, sich frühzeitig zum Thema Berufseinstieg nach Ausbildung oder Studium zu informieren. Auch die Selbstständigkeit nach dem Studium gehört zu den gern gewählten Optionen. Genau das ist in vielen Fällen aber der falsche Weg! Schließlich solltest du dir darüber im Klaren sein, dass eine Gründung stets „freiwillig“ und nicht als Kompromisslösung angegangen werden sollte.

Fehlt nämlich die Leidenschaft bei der Gründung eines eigenen Unternehmens, ist die Selbstständigkeit meist zum Scheitern verurteilt. Denn der Weg in die Selbstständigkeit ist sicherlich kein Spaziergang im Park – auch hierbei warten Rückschläge, Stress und eine oft sehr hohe Arbeitsbelastung. Wer hier nicht mit Motivation und Tatendrang dabei ist, sondern die Selbstständigkeit als Notlösung sieht, sollte seine Pläne überdenken. Unter Umständen ist in diesem Fall ein „klassischer Berufseinstieg“ doch die bessere Lösung. Und was ist eigentlich mit der Zeitarbeit? Auch dies ist durchaus ein Modell, welches genauer betrachtet werden sollten. So wäre nach dem Studium bei einem Personaldienstleister für Zeitarbeit die Anstellung gesichert. Zudem kann ein umfassender Einblick in die Arbeitswelt erlangt werden. Meist wird dem Zeitarbeitnehmer in die Möglichkeit gegeben, viele Unternehmen, Fachbereiche und Tätigkeiten kennenzulernen um sich dann für eine Direktanstellung beim jeweiligen Unternehmen zu bewerben.

Ein Businessplan ist Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Start

Du möchtest nach deinem Studium erfolgreich in die Selbstständigkeit starten? Dann brauchst du in erster Linie eines: einen professionell und sorgfältig erstellten Businessplan. Der Businessplan bildet dein unternehmerisches Vorhaben ab und sollte nach Möglichkeit mithilfe eines Experten erstellt werden. Schließlich stellt der Businessplan auch für dich persönlich eine Art Leitfaden dar und spiegelt die geplanten Phasen deiner Unternehmensentwicklung wider.

Darüber hinaus ist stets ein Finanzplan Teil des Businessplans. Insgesamt zeigt der Businessplan auch, welche finanziellen Ressourcen nötig sind, um durchzustarten. Entsprechend wichtig ist es also, dass der Plan professionell und fachkundig erstellt wird.

Aufgrund der Wichtigkeit des Businessplans ist ein Alleingang nicht die sinnvollste Vorgehensweise. Obwohl dadurch weitere Kosten entstehen, bevor du überhaupt in die Selbstständigkeit starten kannst, ist hier professionelle Hilfe sinnvoll. Allerdings bedeutet das nicht, dass du die Erstellung des Plans vollkommen aus der Hand geben solltest. Stattdessen ist es sinnvoll, einen Profi einzuschalten, der den Plan mit dir gemeinschaftlich entwickelt.

Planung gehört zum Gründerleben

Entscheidungsfreudigkeit als Selbstständigkeitsvoraussetzung

Um deine Träume von der Selbstständigkeit zu verwirklichen, brauchst du – neben einem Businessplan – auch Entscheidungsfreudigkeit. Zwar mag das Studium anstrengend gewesen sein, einen Vorteil hatte es aber ganz sicher: Sein Ablauf und die erforderlichen Leistungen waren von außen vorgegeben. Klar, das erzeugt manchmal Druck – nimmt dir aber auch Entscheidungen ab und gibt dir so eine gewisse Art von Freiheit.

In der Selbstständigkeit hingegen sieht das anders aus. Von deiner Präsenz in den sozialen Medien bis hin zur Logogestaltung – im Endeffekt hängt alles von deinen Entscheidungen als Gründer ab. Hieraus ergibt sich: Bei deiner Unternehmensgründung musst du nicht nur dazu bereit sein, Entscheidungen zu treffen und Dinge in die Hand zu nehmen. Zusätzlich brauchst du eine gewisse Vorbereitungszeit. Schließlich sind nicht selten Kenntnisse in ganz unterschiedlichen Disziplinen gefragt, die du dir eventuell erst aneignen musst.

Jedoch kannst du die Verantwortung in bestimmten Bereichen an Fachleute delegieren. Ratsam ist es allerdings, nicht alles aus der Hand zu geben und eventuell spezielle Seminare für Gründer zu besuchen.

Fördermöglichkeiten, Zuschüsse und Kredite für die Selbstständigkeit nach dem Studium

Wenn du nach deinem Studium in die Selbstständigkeit startest, ist eines sicher: Ohne Anfangsinvestitionen wirst du nicht auskommen. Gerade in der Anfangsphase kannst du noch nicht mit Umsatz, dafür aber bereits mit laufenden Kosten rechnen. Das ist durchaus eine Herausforderung und nicht unbedingt leicht zu schultern, falls dein Konto nicht prall gefüllt ist. Zudem unterstützt der Staat auch nur solche angehenden Selbstständigen mit einem Gründungszuschuss, die zuvor bereits Beträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt haben. Kommst du direkt von der Uni, erhältst du diese Zuschüsse darum nicht zwingend.

Bist du dennoch zuschussberechtigt, werden die Fördermittel zur Existenzgründung insbesondere in Form von Krediten oder als Kostenübernahme für Coachings vergeben. Die genaue Förderhöhe variiert zwischen den Bundesländern und lässt sich darum nicht genau benennen. 

Sollte für dich – wie für viele andere Hochschulabsolventen – keine staatliche Förderung infrage kommen, bleibt nur ein „regulärer“ Kredit. Allerdings gibt es bei vielen Banken sowie über die KfW die Möglichkeit, sich relativ günstige Kredite zur Existenzgründung zu sichern.

Investitionen und Absicherung rund um die Selbstständigkeit

Unabhängig davon, ob du für deine Gründung eine Förderung erhältst oder nicht – ohne zu Investitionen bereit zu sein, wird deine Selbstständigkeit nicht realisierbar sein. Pauschal lässt sich sagen: Abhängig von deiner Gründungsidee sind in jedem Fall mindestens 5.000 Euro notwendig, um starten zu können. Dieser Betrag sollte darum mindestens vorhanden sein – wobei er deine betriebliche und private Zahlungsfähigkeit nicht längerfristig sichern kann.

Auch wenn du zu dieser anfänglichen Investition bereit bist, sollte klar sein, dass sie dein selbstständiges Fortkommen nicht langfristig sicherstellen kann. Gerade deshalb ist es wichtig, dass du zusätzlich für eine weitere Absicherung sorgst. Diese sollte immer eine Berufshaftpflicht- sowie eine Berufsunfähigkeitsversicherung umfassen. Außerdem darfst du deine Altersvorsorge schon jetzt nicht aus den Augen verlieren. Dementsprechend solltest du dazu bereit sein, von deinem (später) erarbeiteten Geld einen gewissen Teil zur Seite zu legen. Bis du dazu in der Lage bist, dauert es zwar regelmäßig seine Zeit – schreibst du aber einmal schwarze Zahlen, ist die nötige Spar-Disziplin besonders wichtig.

Nach dem Studium in die Selbstständigkeit - zusammengefasst

Der Weg von der Uni in die Selbstständigkeit ist sicherlich nicht der leichteste Berufsstart. Schließlich ist er mit einigen Unsicherheiten und Risiken verbunden. Ist es jedoch dein Traum, selbstständig tätig zu sein und frei und unabhängig zu arbeiten, kann er sich durchaus lohnen.

Bist du dir hingegen noch nicht sicher und siehst die Selbstständigkeit lediglich als Notlösung, ist meist ein klassischer Berufsstart sinnvoller. Außerdem kannst du im Hinterkopf behalten, dass eine Selbstständigkeit auch dann noch möglich ist, wenn du bereits einige Berufserfahrung gesammelt hast.

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