Duell: Wirtschaft vs. Technik
BWLer oder Ingenieur – Wer geht wohl zuerst k.o.? | Illustrationen: Sarah Matuszewski

UNICUM Jobtest

04.02.2016

Jobtest

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16. Mai 2017

Sebastian Wolking

Berufseinstieg

Wirtschaft vs. Technik: Der große UNICUM Battle

Wer hat bei der Karriere die besseren Karten?

Runde 1: Gehälter

Der Studienabschluss kann Gold oder auch nur Blech wert sein. Ingenieure vergolden ihr Studium in der Regel, sie verdienen laut Stepstone-Gehaltsreport 2017 durchschnittlich 69.850 Euro im Jahr. Gute Gehaltsaussichten gibt es insbesondere für Maschinenbauer, Fahrzeug- und Elektrotechniker.

Auch Wirtschaftswissenschaftler zählen mit 65.404 Euro zu den Topverdienern. Noch mehr Geld winkt, wenn man beide Disziplinen miteinander verknüpft: So führt ein Abschluss in Wirtschaftsingenieurwesen zu einem Durchschnittsgehalt von 70.288 Euro.

Punkt: Technik

Runde 2: Perspektive

Der berühmte Fachkräftemangel ist ein Mythos. Engpässe an Fachkräften gibt es in einzelnen Branchen aber sehr wohl. Vor allem Fahrzeugtechniker werden gesucht. Laut Bundesagentur für Arbeit kommen momentan auf 100 gemeldete Stellen für Fahrzeugtechnikexperten "nur" 166 arbeitslose Experten, was per Definition ein Fachkräftemangel ist. Aber weil auch dieses Fach inzwischen deutlich mehr Menschen studieren, dürfte sich auch dieser Engpass bald in Luft auflösen.

Trotzdem gilt ganz allgemein: Sowohl für Ingenieure als auch für Wirtschaftsexperten gibt es eine Vielzahl an Jobs, ihre Arbeitslosenquoten sind gering, die Perspektiven gut.

Punkt: Technik

BattleRunde 3: Schwierigkeitsgrad

Die Zeiten, in denen jeder zweite Ingenieur sein Studium geschmissen hat, liegen noch nicht lange zurück. Mittlerweile sind die Abbruchquoten erheblich gesunken, laut einer Auswertung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) von 48 auf 36 Prozent. Vor allem Elektrotechniker und Maschinenbauer halten jetzt vermehrt durch.

Im Bauingenieurwesen sind es dagegen noch immer 51 Prozent, denen unterwegs die Puste ausgeht. Dagegen sind die Abbruchquoten der Wiwis im grünen Bereich: Nur 26 Prozent haben nach einiger Zeit keine Lust mehr auf BWL oder VWL.

Punkt: Wirtschaft

Runde 4: Langeweile

Mehr als die Hälfte der Controller (68 Prozent) und Buchhalter (67 Prozent) sind von ihrem Job angeödet – zwei typische Wiwi-Berufe. Aber auch 64 Prozent der Ingenieure langweilen sich zu Tode. Das ergab eine Umfrage der britischen Gehaltsvergleichs-Plattform Emolument.

Wer dagegen in der Forschungsabteilung tüftelt, langweilt sich deutlich seltener (45 Prozent), auch Geschäftsführer (49 Prozent) haben Freude im Alltag. Maximale Trostlosigkeit findet man übrigens – jedenfalls laut Umfrage – in den juristischen Berufen.

Punkt: unentschieden

Runde 5: Reputation

Wem würdest du eher ein Geheimnis anvertrauen – einem BWLer oder einem Ingenieur? Vermutlich Letzterem. Laut GFK-Umfrage gehören Ingenieure und Techniker zu den vertrauenswürdigsten Berufen in Deutschand – trotz Dieselgate! Sie landen im Ranking auf Platz acht.

Weniger vertrauenswürdig sind Unternehmer. Deren Image hat sich aber immerhin in den vergangenen Jahren leicht gebessert. Am größten ist das Vertrauen übrigens zu Feuerwehrleuten und Sanitätern.

Punkt: Technik

Runde 6: Sex-Appeal

Wer steht auf wen? Tinder kennt die Antwort: Männer nehmen über die Flirt-App am liebsten Tuchfühlung zu Ärztinnen auf, gleich danach kommen schon die Unternehmerinnen. Unter den Top 15 ist weit und breit kein einziger MINT-Beruf. Frauen fahren vor allem auf Uniformen ab: Piloten, Feuerwehrmänner, Polizisten.

Der Ingenieur schafft es in der Tinder-Rangliste immerhin auf Platz sieben. Gründer sind bei den Damen allerdings noch beliebter und landen auf Platz zwei. Und die kommen häufig schnurstracks aus dem BWL-Studium.

Punkt: Wirtschaft

PowRunde 7: Filmreife

Wer verkörpert den prototypischen Businessman in Hollywood? Unser Vorschlag: Michael Douglas alias Gordon Gecko im 80er-Original "Wall Street". Mächtig, gierig und mächtig gierig. Aber trotzdem liebenswert.

Der Ingenieur der Herzen ist eindeutig Q aus der 007-Reihe. Im Auftrag Seiner Majestät und James Bonds baut er Killerkulis und ausfahrbare Reifenschlitzer. Tüftler oder Businessmensch – unser Fazit: Filmreif sind sie beide.

Punkt: unentschieden

Runde 8: Kanzler(innen)-Potenzial

Okay, das Karriereziel Kanzler dürften die allerwenigsten haben. Trotzdem ist die Frage aufschlussreich: Schaffe ich es eher als Ingenieur oder als Wirtschaftswissenschaftler ins Kanzleramt? Für die Antwort blicken wir kurz zurück in die Geschichte. Konrad Adenauer studierte VWL und Jura, Ludwig Erhard BWL und Nationalökonomie, Helmut Schmidt Volkswirtschaft und Staatswissenschaft. Macht drei Ex-Kanzler mit Wirtschaftsexpertise.

Einem technischen Studium kommt Angela Merkel als promovierte Physikerin noch am nächsten – ansonsten: Fehlanzeige. Weit vorne übrigens: Jura

Punkt: Wirtschaft

Runde 9: Aufstiegchancen

Von den 30 Vorstandsvorsitzenden der DAX-Konzerne saß fast die Hälfte im Wiwi-Hörsaal: insgesamt 14! Adidas-Chef Kasper Rorsted war an der Harvard Business School, Siemens-Boss Joe Kaeser hat BWL an der FH Regensburg studiert und Telekom-Macher Timotheus Höttges an der Uni Köln.

Aber auch als Ingenieur hat man beste Chancen auf den Vorstandsposten. Neun Ingenieure haben es in ihrem DAX-Konzern bis nach ganz oben geschafft. Daimler-Chef Dieter Zetsche ist Elektrotechniker, Continental-Vorstand Elmar Degenhart Luft- und Raumfahrttechniker, BMW-Boss Harald Müller Maschinenbauer. Demgegenüber sitzen nur zwei Juristen, jeweils ein Psychologe, Biologe, Chemiker, Veterinärmediziner, Informatiker im Chefsessel – und kein einziger Geisteswissenschaftler.

Punkt: Wirtschaft


Illustration Boxer


And the winner is ...

Wirtschaft mit 6:5 nach Punkten!

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