Orchideenfächer Studium
Orchideenfächer brauchen sich nicht zu verstecken | Foto: Thinkstock/KristinaJovanovic

Masterstudium

08.05.2017

Lohnt sich der Master?

Lohnt sich der Master?

Brauche ich einen Master-Abschluss...

Wer nach seinem Bachelor-Abschluss von der Uni einfach nicht genug bekommt, denkt wahrscheinlich über ein Master-Studium nach. Doch lohnt sich das Ganze beruflich wie fin ... mehr »

Autorenbild

29. Apr 2014

Lena Verfürth

Masterstudium

Orchideenfächer: Mit seltenem Masterstudium zum Erfolg

Gelungener Berufseinstieg mit ungewöhnlichem Master-Abschluss

Worum geht's im Master-Studium?

Abseits von Mainstream und Master of Business Administration können sich Studenten auch für ausgefallenere Studiengänge wie dem "Beatles"-Master in Liverpool oder "Nachhaltiger Frieden durch Sport" in Monaco einschreiben. In Deutschland haben sich die Studienrichtungen ebenfalls weiter verzweigt. Doch was sich hinter den wohlklingenden Namen für Master-Programmen verbirgt und wie man damit überhaupt einen Beruf finden soll, offenbart sich oftmals erst auf den zweiten Blick. 

Susanne Schilden, Sprecherin der Hochschulrektorenkonferenz, bestätigt, dass manche Fachbenennung schwer verständlich ist. "Der Titel kann allerdings einen Studiengang nie umfassend beschreiben", sagt die Expertin. Eine Beschäftigung, auch mit der Studienordnung, ist daher der einzige Weg, wirklich zu verstehen, worum es genau geht, was im Studium auf einen zukommt und welches Berufsfeld man anstreben kann.

Wie kann's nach dem Abschluss weitergehen?

Der Bewerbung solle man als Fachexot stets das "Diploma Supplement" beifügen, empfiehlt die Expertin. Darin werden als Anlage zum Abschlusszeugnis die Studieninhalte erläutert. Besonders für Studierende mit ungewöhnlichen Fächern kann das wichtig sein, damit potenzielle Arbeitgeber ihre Bewerbungen nicht aus Unverständnis aussortieren. 

"Abfall und Altlasten" – was Christoph Wünsch studiert hat, hört sich auf den ersten Blick wenig attraktiv an. Von miefenden Mülltonnen ist der Wahl-Dresdener weit entfernt. Sein Arbeitsplatz sind Schreibtisch und Hörsaal. Eine orangefarbene Warnweste zieht er nach seinem Masterstudium nicht an, als Doktorand setzt er in Sachen Arbeitskleidung eher auf Hemd und Sakko. "Da der Studiengang sehr wissenschaftlich ausgerichtet ist, kommen viele, vor allem gute Studenten in Forschungseinrichtungen unter. Außerdem sind die unterschiedlichsten Umweltämter und Ingenieurbüros gute Anlaufstellen", so Christoph.

Vor dem Master die Berufswelt kennenlernen

Für die meisten Studenten in Deutschland heißt es nach dem Bachelor: Nach der Theorie ist vor der Theorie. Bevor die Arbeit ruft, machen sie lieber noch ihren Master. Dabei wäre es manchmal sinnvoller, erst einmal Erfahrung in der Arbeitswelt zu sammeln, rät Expertin Susanne Schilden. 

Wer erst anschließend einen Masterstudiengang wähle, etwa um sich zu spezialisieren, könne dies gezielter tun, weil er die eigenen beruflichen Interessen und Perspektiven besser kenne. Und so liefen die Studenten nicht Gefahr, sich bei der anschließenden Spezialisierung durch die eigene Fächerwahl in eine berufliche Sackgasse zu bugsieren.


InfoDrei Erfolgsgeschichten

  1. Stephan Ramin hatte Glück. Der 28-Jährige hat in Göttingen erst "Arboristik" und gleich danach in Berlin "Urbanes Pflanzen- und Freiraummanagement" studiert. "Für Absolventen unseres Faches ist es nicht leicht, eine Traumstelle zu bekommen, da diese sehr begrenzt sind", sagt der Pflanzenfreund. "Oftmals sind freie Stellen nicht auf einen Masterabschluss zugeschnitten. Aber um einen Job zu haben, der im weitesten Sinne im eigentlichen Fachgebiet liegt, ist man manchmal gezwungen, sich 'unter seinem Wert' zu verkaufen. So etwas ist zwar schade, kann aber auch ein Sprungbrett in Richtung Traumstelle sein." Ramin selbst hatte Erfolg: Er ist seit Dezember 2009 bei der Stadtgärtnerei in Basel angestellt – und blüht seitdem auf.
     
  2. Seinen Traumjob hat sich auch Michael Staubach nach dem Master geschnappt. Im Anschluss an die Ausbildung zum Metallbauer studierte der langjährige Hobby-Feuerwehrmann "Sicherheitstechnik" in Wuppertal, legte einen Master im Fach "Brandschutz" nach und setzte eine Promotion drauf. Axt und Schlauch muss der gebürtige Thüringer seitdem als Brandursachenermittler beim Landeskriminalamt Brandenburg nicht mehr anrühren.
     
  3. Hoch hinaus will Kristina Spasova. Die Absolventin der "Windenergietechnik" an der Hochschule Bremerhaven ist immer noch fasziniert, wenn sie auf eine 90 Meter hohe Windenergieanlage hinaufsteigt, vor allem, wenn ein Fahrstuhl vorhanden ist. "Ich war nach meinem Bachelorstudium der Verfahrens- und Energietechnik zwei Monate auf Jobsuche, aber die Wirtschaft war wegen der Krise am Boden", erzählt die Ingenieurin. Da entschied sie sich zum Master - und blieb am Institut für Windenergie als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Das zukunftsträchtige Geschäft mit dem Wind verleiht auch ihren Kommilitonen Flügel: Die meisten werden direkt von den Unternehmen übernommen.

Artikel-Bewertung:

3.04 von 5 Sternen bei 302 Bewertungen.

Deine Meinung: