Promotionsstipendium
Eine Sorge weniger – dank Promotionsstipendium | Foto: Thinkstock/photobuay

Masterstudium

06.03.2017

Fulbright-Stipendium USA

Master in den USA: So kommst du an ein Fulbright-Stipendium

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17. Mai 2017

Ann-Christin Kieter

Promotion

Promotionsstipendien: Geld für den Doktortitel

Die verschiedenen Möglichkeiten des Promotionsstipendiums

Ein Vollstipendium ist sicher der Jackpot unter den Stipendien. Mit den durchschnittlich 1.500 Euro, die du dabei von den Stipendiengebern monatlich bekommst, bist du deine finanziellen Sorgen los und kannst dich deiner Promotion zu 100 Prozent widmen. "Normalerweise wird diese Rundumversorgung für ein bis zwei Jahre gewährt – immer mit der Option auf Verlängerung", weiß Dr. Mira Maier von der Stipendienplattform myStipendium.

Aber vielleicht hilft dir ja auch schon ein Druckkosten-, Kongress- oder Reisekostenzuschuss weiter? Die Andrea von Braun Stiftung beteiligt sich zum Beispiel an den Kosten für den Druck einer interdisziplinären Doktorarbeit, die Universität Lübeck unterstützt angehende Humanmediziner bei den Teilnahme an Tagungen und die Fulbright Kommission hilft bei Forschungsaufenthalten in den USA.

Themengebunden oder nicht?

Generell gibt es für alle Phasen der Promotion Fördermöglichkeiten – angefangen bei der Themenfindung, über den erfolgreichen Abschluss bis hin zum PostDoc. Die Angebote unterscheiden sich dabei hauptsächlich zwischen themengebundenen und nicht themengebundenen. Das heißt: Manche Förderer interessieren sich genau dafür, was du machst, und unterstützen nur Dissertationen, die zu ihrem Gebiet passen. Anderen wiederum ist das egal.

Mira Maier nennt ein sehr spezielles Beispiel: "Die Stadt Wesselburren vergibt drei Jahre lang 600 Euro im Monat an jemanden, der etwas über das Leben und Werk Friedrich Hebels schreibt." Ein bisschen unspezifischer, aber trotzdem auf gewisse Studienrichtungen fokussiert, sind die Angebote des Verbands der Chemischen Industrie oder das der Verwertungsgesellschaft WORT, das eine geplante Promotion im Bereich Urheberrecht fördert, um exemplarisch nur zwei zu nennen. 

Erfolgsaussichten besser als gedacht 

Wenn du nun denkst: "Alles schön und gut, aber ich hab eh keine Chance auf ein Stipendium!", solltest du auf die Erfahrung von Mira Maier vertrauen: "Besonders bei den Promotionsstipendien mit Themenschwerpunkt stehen die Chancen, dass es klappt, sehr gut, da die Bewerbungsrate viel niedriger ist", weiß die Gründerin und Geschäftsführerin von myStipendium.de. Und überhaupt: Ihr zufolge richteten sich etwa 20 Prozent aller Stipendien an Promovierende.

Von den insgesamt rund 2.300 Stipendien auf ihrem Portal sind also nach Adam Riese 460 grundsätzlich für Promovierende geeignet – wobei jedoch nicht alle von der Art und Ausrichtung her gleichermaßen für jeden infrage kommen.

Eine Umfrage unter 28.000 Nutzern des Stipendienportals hat zudem ergeben, dass fast 50 Prozent von ihnen tatsächlich ein Stipendium erhalten haben, nachdem sie dort danach gesucht haben. Zum Vergleich: Bei Bachelors waren es hingegen nur 16,7 Prozent. Und Mira Maier ergänzt: "Die 13 Begabtenförderungswerke veröffentlichen ab und zu ihre Erfolgschancen und da scheint mir die Wahrscheinlichkeit, ein Stipendium zu bekommen, sogar noch höher zu sein."

Die bekanntesten Promotionsstipendien

Diese Begabtenförderungswerke sind sicherlich auch erste Anlaufstelle für die Bewerbung um ein Stipendium für die Promotion. Bei ihnen wirst du hauptsächlich fündig, wenn du etwas Allgemeines, Breitgefächertes suchst. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung beispielsweise fördert grundsätzlich alle Studienrichtungen und definiert die Voraussetzungen wie "sehr guter Studienabschluss" und "gesellschaftliches Engagement" nicht genauer. Es gibt aber auch darunter Programme, die an bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Beachte: Die Konkurrenz ist grundsätzlich größer als bei kleineren, eher unbekannten Stiftungen.


Liste der 13 Begabtenförderungswerke


Die Bewerbung fürs Stipendium

Du siehst: Es lohnt sich, sich direkt in die Recherche zu stürzen. Und zwar zu jeder Zeit, da die Bewerbungsfristen total verschieden sind. Trotzdem solltest du bedenken, dass du zu Beginn deiner Promotion noch deutlich mehr Möglichkeiten hast als mittendrin. Wobei es wiederum auch Stipendien ausschließlich für die Endphase gibt, die dafür gedacht sind, dir den Rücken in der stressigen Abschlussphase deiner Promotion freizuhalten.

Die Bewerbung ähnelt grundsätzlich der klassischen Bewerbung für einen Job. Im schriftlichen Teil kann es allerdings vorkommen, dass du zusätzlich einen ausformulierten oder teils sogar handschriftlichen Lebenslauf hinzufügen sollst. Auch Empfehlungsschreiben werden häufig verlangt.

Plane dafür also von Anfang an einen zeitlichen Puffer ein. Im mündlichen Teil erwarten dich unter Umständen neben dem klassischen Gespräch auch Gruppendiskussion oder Präsentationen.

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