"Wir in drei Worten" von Mhairi McFarlane
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15. Aug 2016

Bücher

UNICUM Buchtipp: Wir in drei Worten

-ARCHIV-

Eine Wohlfühlgeschichte mit ans Herz gehenden Charakteren

"Nur" Freunde an der Uni!?

Der hübsche Herzensbrecher Ben und die selbstbewusste, quirlige Studentin Rachel werden an der Uni in Manchester Freunde. Allen Vorurteilen, Frauen und Männer können nicht befreundet sein, zum Trotz. In der Nacht vor dem Abschlussball, der Nacht, in der sie sich vom Studentenleben verabschieden, trennen sich urplötzlich ihre Wege. Für zehn Jahre. Bis sie sich "durch Zufall" in der Manchester Zentralbibliothek wiedertreffen. Rachel ist mittlerweile Gerichtsreporterin und frisch getrennt von ihrem langjährigen Freund Rhys. Ben ist Anwalt und mit der bezaubernden Olivia verheiratet. Da stellt sich für Rachel die Frage "Was wäre wenn?"

Also doch! Oder doch nicht?

Leider, leider wurde für die deutsche Ausgabe nicht der englische Originaltitel übernommen: "You Had Me at Hello". Dieser schöne Satz trieb bereits den Zuschauern des Films "Jerry Maguire" Tränen in die Augen. In dem Roman "Wir in drei Worten" ist das erste "Hallo" in der Bar des Studentenwohnheims der Anfang ihrer Freundschaft. Die Geschichte von zwei befreundeten und vielleicht auch verliebten Studenten ist sicherlich nicht neu. Der Vergleich mit dem Bestseller "Zwei an einem Tag" von David Nicholls liegt nahe. Aber es gibt einige Unterschiede. Die Dramatik in McFarlanes Roman beschränkt sich auf verpasste Situationen, verpatzte Treffen und missverstandene Zeichen. David Nicholls ist eine Spur härter und mutiger. Mit Emma und Dexter reist der Leser durch die Jahre. Bei Ben und Rachel gibt es einen harten Cut in ihrer Beziehung, für den es zunächst keine Erklärung gibt. Erst anhand von zahlreichen Rückblenden erfahren wir den Grund, warum sie sich zehn Jahre lang nicht gesehen haben. Ein wunderbarer "Also doch"-Moment, wenn sie das Geheimnis lüftet. McFarlane lässt den Leser jedoch zappeln und streut geschickt ein "Oder doch nicht?" ein.

Die Weisheit des Herzens

Keine Frage: "Wir in drei Worten" ist kurzweilige Unterhaltung. Aber wenn ich morgens in der U-Bahn sitze oder abends nach einem anstrengenden Tag nach Hause komme, ist dieser Roman genau das Richtige. Die Lektüre von "Wir in drei Worten" amüsiert den Leser locker-leicht auf eine Bridget Jones-artige Weise. Das ist vor allem der unpünktlichen Rachel zu verdanken, die sagt, was sie denkt, auch wenn es unpassend ist. Der Roman lässt uns an einer Weisheit teilhaben: Im Leben und in der Liebe sollte man stets seinem Herzen vertrauen. Alle Leser werden ihre helle Freude an der Lektüre haben. Von der ersten Seite an.

 

Wir in drei WortenMhairi McFarlaneKnaur TB, Oktober 2013Preis: 9,99 €

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