Wir beide, irgendwann, cbt Verlag, 2012
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15. Aug 2016

Bücher

UNICUM liest: Wir beide, irgendwann

-ARCHIV-

Wie der Blick auf das eigene Facebook-Profil der Zukunft, die Gegenwart verändert

Die Zukunft stellt die Gegenwart auf den Kopf

Der Roman spielt im Jahr 1996, einer Zeit ohne Facebook und permanente Internetnutzung. Die 16-jährige Emma Nelson bekommt von ihrem Vater einen Computer geschenkt. Eine CD von Josh, Emmas bestem Freund aus Kindertagen, ermöglicht ihr die Nutzung des Internets. Dort entdeckt sie eine Seite namens Facebook, auf der sie sich, mit ihrer neu eingerichteten Emailadresse und ihrem Passwort, problemlos einloggen kann. Doch was sie nach der Anmeldung dort sieht, erschreckt sie.

Es gibt ein Profil einer Emma, die am selben Tag Geburtstag hat, auf ihre Schule ging, aus ihrer Stadt kommt und aussieht wie sie selbst - nur 15 Jahre später. Zuerst glaubt Emma an einen Scherz und verdächtigt Josh sich diesen Schwachsinn ausgedacht zu haben. Josh hat jedoch nichts mit Facebook zu tun und entdeckt, dass es auch von ihm ein Profil im Jahr 2011 gibt. Bald wird beiden klar, dass es kein Scherz ist und Facebook ihnen einen echten Blick in die Zukunft gewährt.

Während Josh gefällt was er über sich liest, ist Emma alles andere als zufrieden. Um ihre unglückliche Zukunft nicht erleben zu müssen, versucht sie dem Schicksal entgegenzuwirken. Das Spiel mit der Zukunft nimmt einen großen Platz im Alltag der beiden Teenager ein und belastet ihre Freundschaft. Jede noch so kleine Handlung in der Gegenwart, wirkt sich auf die Facebook-Profile der Zukunft aus. Wie sollen Emma und Josh da noch ein normales Leben führen? Was macht das Wissen über die Zukunft mit ihrer Freundschaft?

Facebook ist nicht alles

In ihrem ersten gemeinsamen Roman, gelingt es den Autoren zu zeigen, wie wichtig es ist im Hier und Jetzt zu leben. Joshs Erkenntnis "Wir dürfen doch wegen Facebook nicht unser ganzen Leben über den Haufen werfen" ist nicht nur für Emma, sondern auch für alle Leser, ein Anstoß über das eigene Facebook-Verhalten nachzudenken. 

"Wir beide, irgendwann" ist abwechselnd aus der Sicht von Emma und Josh erzählt. Als Leser kann man sich dadurch schnell mit den beiden Charakteren identifizieren und lernt ihre unterschiedliche Sicht der Ereignisse kennen. Die herrlich unbeholfene Art, mit der die Protagonisten teilweise vor dem Phänomen Facebook sitzen, liefert außerdem viele Anlässe zum Schmunzeln. 

Mit den wechselnden Perspektiven, einem lockere Schreibstil, Facebook-Statusmeldungen aus dem Jahr 2011, einer kleinen Liebesgeschichte und einer wirklich guten Idee, ist Jay Asher und Carolyn Mackler ein rundum schöner und empfehlenswerter Roman gelungen.

 

Jay Asher, Carolyn Mackler

Wir beide, irgendwann

Verlag: cbt, 2012

Preis: 17,99€

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